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Kyoto lässt grüßen – Die neue Kennzeichnungspflicht für Produkte mit Treibhausgas

 
Arbeitssicherheit Gefahrstoffe

Von Wolfram von Gagern,

Leicht flüchtige fluorierte Verbindungen sind mitverantwortlich für den Klimawandel. Daher ist die Verwendung dieser Treibhausgase nur noch in wenigen Erzeugnissen erlaubt.

Für diese Produkte ist ab 1.4.2008 eine spezielle Kennzeichnung erforderlich.

Die Europäische Gemeinschaft hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls verpflichtet, die Verwendung fluorierter Gase mit hohem Treibhauspotenzial bis 2012 deutlich zu verringern.

Als Treibhauspotenzial (global warming potential, GWP) bezeichnet man das klimatische Erwärmungspotenzial eines fluorierten Treibhausgases im Verhältnis zu dem von Kohlendioxid. Zur Beurteilung des Erwärmungspotenzials werden jedem Gas so genannte GWP-Werte zugeordnet. Beispiele: GWP-Wert Schwefelhexafluorid: 22.200 Der perfluorierte Kohlenwasserstoff (FKW) Perfluormethan besitzt einen GWP-Wert von 5.700. Der teilfluorierte Kohlenwasserstoff (HFKW) HFKW-23 hat einen GWPWert von 12.000.

Diese Erzeugnisse und Einrichtungen kommen nach wie vor mit Treibhausgas befüllt in den Handel:

  • Kältegeräte und -anlagen
  • Klimaanlagen und -geräte (außer solche in Kraftfahrzeugen)
  • Wärmepumpen
  • Brandschutzsysteme
  • Feuerlöscher
  • Schaltanlagen

Damit Sie bei der Anschaffung solcher Produkte gleich erkennen können, ob diese klimaschädliche Gase enthalten, verlangt die EG-Verordnung Nr. 1494/ 2007 eine spezielle Kennzeichnung. Die Angaben müssen so angebracht werden, dass die Kennzeichnung für Ihre Mitarbeiter bei der Installation oder der Instandhaltung gut sichtbar und leicht lesbar ist:

a. Aufschrift: „Enthält vom Kyoto-Protokoll erfasste fluorierte Treibhausgase“

b. die chemischen Bezeichnungen der fluorierten Treibhausgase, die in den Einrichtungen enthalten sind oder sein werden

TIPP Abkürzungen der chemischen Bezeichnungen sind erlaubt. Für die Stoffe oder die Einrichtung ist eine anerkannte Industrienomenklatur zu verwenden. So ist beispielsweise für Trifluormethan die Abkürzung HFKW-23 zulässig.

c. Menge der fluorierten Treibhausgase in Kilogramm

d. gegebenenfalls der Zusatz: „hermetisch geschlossen“

Eine Einrichtung ist hermetisch geschlossen, wenn alle Bauteile, die Kältemittel enthalten, durch Schweißen, Löten oder eine ähnliche dauerhafte Verbindung abgedichtet sind. Sie kann auch gesicherte Ventile und gesicherte Zugangsstellen für die Wartung enthalten, die einer ordnungsgemäßen Reparatur oder Beseitigung dienen und die eine geprüfte Leckagerate von weniger als 3 Gramm pro Jahr unter einem Druck von wenigstens einem Viertel des höchstzulässigen Drucks haben.

Wichtig: Bei Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen, die mit Schaum isoliert wurden, der mittels fluorierter Treibhausgase ausgetrieben wurde, ist eine weitere Zusatzkennzeichnung nötig. Bereits bevor die Produkte in den Handel kommen, muss der Hinweis „Mittels fluorierter Treibhausgase ausgetriebener Schaum“ aufgebracht werden.

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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