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Mund-Nasen-Schutzmasken im Test: Nur wenige schützen wirklich

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Von Wolfram von Gagern,

Die meisten Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) – so genannte OP-Masken – sind als wirksamer Schutz gegen luftgetragene Infektionserreger untauglich.

Das ergab ein Test des Berufsgenossenschaftlichen Instituts für Arbeitsschutz (BGIA), dessen Ergebnisse im Januar 2006 präsentiert wurden.

MNS-Produkte sollen das medizinische Personal vor gefährlichen Infektionen durch Patienten schützen; umgekehrt sollen diese auch etwa während einer schweren Operation vor Krankheitserregern bewahrt werden, die der Arzt ausatmet. Nach der TRBA 250 „Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen“ sind bei der Behandlung von Patienten mit gefährlichen aerogen („durch die Luft“) übertragbaren Infektionskrankheiten (z. B. Tuberkulose der Atemwege) als Atemschutz mindestens partikelfiltrierende Halbmasken der zweithöchsten Leistungsklasse FFP2 zu tragen. MNS-Masken spielen aber nicht nur im Operationssaal eine wichtige Rolle, sondern schützen – in Zeiten der Vogelgrippe – auch Landwirte, Laborpersonal und Veterinärmediziner. Was für Atemschutzgeräte in der Industrie vorgeschrieben ist – die Zulassung durch eine unabhängige Prüfstelle, sollte bei medizinischen MNS-Masken eigentlich selbstverständlich sein. Das ist jedoch nicht der Fall.

Deshalb prüfte das BGIA die OPMasken nach denselben Kriterien, die für industrielle Atemschutzgeräte (z. B. Staubschutzmasken) gelten. Sie sind in der europäischen Norm DIN EN 149 („Atemschutzgeräte, partikelfiltrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikel; Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung“) festgelegt. Das enttäuschende Ergebnis: Von den 16 zufällig ausgesuchten Produkten hielten nur 3 den strengen Anforderungen der Norm stand.

Die wichtigsten sind dabei:

  1. ein möglichst niedriger Durchlassgrad des Filtermaterials: bei der höchsten Schutzklasse (FFP 3) darf er 2 %, bei der niedrigsten 22 % nicht überschreiten
  2. eine möglichst niedrige „Verpassungsleckage“: die Maske muss so dicht am Gesicht anliegen, dass durch die Lücken zwischen dem Maskenrahmen und dem Gesicht des Trägers möglichst wenige Partikel eindringen können.

Nur die Produkte der Hersteller Kolmi, Farstar und Dach bestanden den Test und erreichten zumindest das Mindestschutzniveau FFP 1, die Maske von Dach sogar die nächsthöhere Schutzstufe FFP 2. (Kontakt: Kolmi S. A., +33 241963434, Fax: +33 241963452, Farstar GmbH: info@farstar.de, DACH Schutzbekleidung GmbH & Co. KG, Tel. 07243/ 768880, info@dach-germany.de) Als Reaktion auf die Testergebnisse empfiehlt das Bundesarbeitsministerium, zum Schutz vor Infektionen grundsätzlich Mund-Nasen-Schutz zu benutzen, der dieselben hohen Leistungskriterien erfüllt wie Atemschutzgeräten.

Tipp: Bevorzugen Sie MNS-Masken, die durch eine unabhängige Prüfstelle nach den Anforderungen der DIN EN 149 geprüft sind. Obwohl diese Prüfung nicht Pflicht ist, lassen einige Hersteller, z. B. Dach, ihre Produkte freiwillig prüfen. Fragen Sie beim Einkauf gezielt danach!

 

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