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So lagern Sie verschiedene Gefahrstoffe

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Von Wolfram von Gagern,

Frage: Ende letzten Jahres wollte ein Fahrer bei uns eine Palette mit Feuerwerkskörpern unterstellen. Das habe ich abgelehnt, denn bei uns lagern nur Farben. Was ist eigentlich vorgeschrieben, wenn verschiedene Gefahrgüter im selben Raum untergebracht werden müssen?

 

Antwort: Ihre Entscheidung war richtig, denn Explosivstoffe dürfen generell nicht bei anderen Gefahrstoffen „untergestellt“ werden. Wie Gefahrstoffe miteinander gelagert werden können, bestimmen die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 510. Ich habe Ihnen hier daraus einige Eckdaten zusammengestellt:
Die TRGS 510 gilt für Gefahrstoffe in ortsbeweglichen Behältern, und zwar auch während des Ein- und Auslagerns, im Verlauf von Transporten innerhalb des Lagers und auch, wenn Sie ausgetretene Gefahrstoffe beseitigen müssen. Sie gilt jedoch nicht für Stoffe in einem Produktions- oder Arbeitsgang, für einige Tätigkeiten beim Umgang mit den Stoffen, für Schüttgüter sowie für radioaktive und ansteckungsgefährliche Stoffe.
Bei der Lagerung von Gefahrstoffen können diese drei Möglichkeiten auf Sie zukommen:

  • Sie dürfen die Gefahrstoffe zusammenlagern.
  • Sie müssen sie getrennt lagern.
  • Sie müssen dafür separate Lager einrichten.

Getrennte Lagerung bedeutet, dass entweder der räumliche Abstand zwischen den Lagerplätzen groß genug ist, oder dass die Lagerplätze durch Barrieren voneinander getrennt sind. Barrieren sind zum Beispiel Wände, nicht brennbare Schränke oder nicht brennbare Flüssigkeiten und Feststoffe. Auch die Lagerung in verschiedenen Räumen ist eine getrennte Lagerung.

 

Grundsätzlich gilt: Sie müssen Gefahrstoffe getrennt lagern, wenn sich die Gefährdung, die von den Gefahrstoffen ausgeht, durch das Zusammenlagern erhöht. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn

  • zur Brandbekämpfung verschiedene Löschmittel nötig sind,
  • die Stoffe bei unterschiedlichen Temperaturen gelagert werden müssen,
  • die Stoffe miteinander entzündbare oder giftige Gase bilden können
  • oder durch die Zusammenlagerung der Stoffe Brände entstehen können.

Manche Stoffe dürfen gar nicht zusammengelagert werden. Dann ist die sogenannte Separatlagerung vorgeschrieben. Diese muss in verschiedenen Lagerabschnitten erfolgen, die so gegeneinander abgeschottet sind, dass die Trennung im Brandfall mindestens 90 Minuten übersteht. Ab einer Fläche von 1.600 Quadratmetern müssen Lagerabschnitte durch Brandwände voneinander getrennt sein.
Die Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten gilt auch bei der Lagerung im Freien. Wenn Lagerabschnitte im Freien nicht durch Wände, sondern räumlich voneinander getrennt sind, dann müssen diese mindestens 10 Meter voneinander entfernt sein. Wenn Sie eine automatische Feuerlöschanlage oder eine automatische Brandmeldeanlage und eine Werkfeuerwehr haben, dann reduziert sich der Abstand auf 5 Meter.
Hinweise darauf, ob Stoffe getrennt gelagert werden müssen, finden Sie in den Gefahrenmerkmalen und Sicherheitshinweisen der Kennzeichnung, den Sicherheitsdatenblättern und in Merkblättern der Unfallversicherer.
Welche Lagerklassen sich miteinander vertragen, können Sie in der Zusammenlagerungstabelle in der TRGS 510 sehen.

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