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So sind Schutzhandschuhe für Chemikalien geeignet

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Von Wolfram von Gagern,

Frage: Worauf müssen wir bei der Anschaffung von Schutzhandschuhen für Chemikalien achten?

 

Antwort: Die DGUV befasst sich in der BGI 868 mit Chemikalienschutzhandschuhen.
Für Schutzhandschuhe, die für Chemikalien geeignet sind, gilt – wie auch für andere persönliche Schutzausrüstung – das STOP-Prinzip: Sie sollen erst dann eingesetzt werden, wenn die Möglichkeiten der Substitution sowie technischer und organisatorischer Vorkehrungen ausgeschöpft sind.

  • Substitution bedeutet, gefährliche Stoffe für bestimmte Aufgaben durch weniger gefährliche zu ersetzen.
  • Technisch lassen sich die Risiken bei der Arbeit mit gefährlichen Stoffen durch geschlossene Systeme begrenzen – Systeme also, die keine gefährlichen Stoffe an die angrenzende Umgebung abgeben.
  • Organisatorischer Schutz wäre, die Dauer der Arbeit mit den gefährlichen Stoffen zu reduzieren.
  • Persönliche Schutzausrüstung wird erst dann eingesetzt, wenn Sie bei den ersten 3 Maßnahmen alle Register gezogen haben.

Schutzhandschuhe gibt es in den Kategorien I, II und III zum Schutz gegen minimale, mittlere und hohe Risiken. Chemikalienschutzhandschuhe sind in Kategorie III eingestuft, die gegen irreversible Schäden schützt. Sie tragen über die CE-Kennzeichnung hinaus die 4-stellige Kennnummer der Zertifizierungsstelle, die den Handschuh geprüft hat.

 

Welche Handschuhe Sie für welche Chemikalie einsetzen können, ergibt sich aus den Symbolen auf der Verpackung und dem Sicherheitsdatenblatt des Stoffes. Diesen können Sie auch entnehmen, was Ihrer Haut blühen kann, wenn Sie keine Schutzhandschuhe tragen. Es gibt folgende Piktogramme:

  • Becherglas: Die Handschuhe sind luft- und wasserdicht und zum Schutz vor Chemikalien gemäß der Gebrauchsanweisung des Herstellers geeignet.
  • Erlenmeyerkolben: Die Handschuhe sind für den Umgang mit Methanol, n-Heptan und 96-prozentiger Schwefelsäure vorgesehen.
  • Bakteriologische Kontamination: Die Handschuhe schützen vor Bakterien und Pilzsporen (nicht jedoch vor Viren).

Achten Sie auch darauf, welche Permeationszeit im Sicherheitsdatenblatt angegeben ist. Sie gibt an, wie lange die Handschuhe Chemikalien von Ihren Händen fernhalten – in 6 Stufen von unter 10 bis 480 Minuten. Klären Sie deshalb zunächst, ob die Handschuhe nur vorübergehend oder über längere Zeit getragen werden müssen.
Schutzhandschuhe müssen regelmäßig auf Schäden überprüft werden, bevor Ihre Kollegen sie benutzen. Außerdem sollte dokumentiert werden, wann die Handschuhe erstmalig „in Betrieb genommen“ wurden. Mustern Sie Schutzhandschuhe sicherheitshalber lieber etwas früher aus, als vom Hersteller angegeben.

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