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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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Staub-Alarm: Was Sie zum Umgang mit Stäuben wissen müssen

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Urheber: Ruslan Olinchuk | Fotolia

Von Martin Weyde,

Jedes Jahr werden in Deutschland 6.000 Fälle von Erkrankungen der Atemwege als Berufskrankheit anerkannt, die auf Staubbelastung zurückzuführen sind. Etwa jeder achte Beschäftigte hat häufig mit Staub, Rauch, Gasen oder Dämpfen zu tun.

Von den Vollzeitbeschäftigten in Deutschland ist fast jeder sechste Mann und jede zehnte Frau häufig Staub, Rauch, Gasen oder Dämpfen ausgesetzt. Fast die Hälfte der Beschäftigten empfindet diese Exposition als belastend, wie die jüngste Auswertung der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung ergeben hat.

Die Belastungen treten vor allem bei gering oder unqualifizierten Tätigkeiten auf. Während nur jeder 25. Befragte mit hohem Schulabschluss über Belastungen durch Staub klagte, war es fast jeder fünfte mit geringem oder ohne Schulabschluss. 

  • Am häufigsten haben mit jeweils nahezu 30 Prozent die Mitarbeiter im Baugewerbe und in Handwerksbetrieben unter Staubbelastung zu leiden.
  • Mit um die 20 Prozent folgen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und produzierendes Gewerbe.
  • Besonders hoch ist die Belastung mit 40 Prozent, wenn im Baugewerbe stationäre Anlagen oder Maschinen eingesetzt werden.
  • Die meisten Befragten klagen über gesundheitliche Probleme der Nase (34 Prozent), Atemwege (28 Prozent), Augen (26 Prozent) und Haut (24 Prozent).

Stäube – auch Rauche werden dazu gezählt – sind in der Luft verteilte, feine Teilchen. Stäube entstehen bei mechanischen Prozessen, Rauche bei chemischen oder thermischen. In die Atemluft gelangen Stäube, wenn sie trocken sind und aufgewirbelt werden. Große Staubmengen können dazu führen, dass die oberen Atemwege, die Bronchien und das Lungengewebe gereizt werden und sich entzünden.

Deshalb dürfen Ihre Kollegen stark mit Staub belastete Räume nicht einfach mit dem Besen ausfegen oder mit Staub verschmutzte Kleidung mit Druckluft abblasen. Dadurch verteilen sie den Staub nur in der Atemluft, und es kann Stunden dauern, bis dieser sich wieder gesetzt hat.

Das menschliche Atmungssystem ist der Belastung durch Stäube zwar bis zu einem gewissen Grad gewachsen, bei großer Staubbelastung geht es aber in die Knie. Und wer raucht oder früher geraucht hat, der hat sein körpereigenes Reinigungsystem in der Regel schon so geschädigt, dass der Schutz gegen Staub nicht mehr richtig funktioniert.

Um Staub zu vermeiden, gehen Sie nach dem STOP-Prinzip vor. Leider können Sie in vielen Produktionsbereichen aber nicht verhindern, dass Staub entsteht. Deshalb können Sie nur versuchen, ihn schon dort zu erfassen und abzuleiten, wo er auftritt. Fällt auch diese Möglichkeit aus – etwa bei der Reinigung oder Wartung – bleibt Ihren Kollegen nur der persönliche Atemschutz.

Erstellen Sie eine entsprechende Betriebsanweisung und unterweisen Sie Ihre Kollegen. Führen Sie arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durch und sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Kollegen nur begrenzte Zeit in staubbelasteter Umgebung aufhalten. 

Diese 10 Regeln zur Staubbekämpfung sollten Sie kennen

Die folgenden Grundregeln wurden als „10 goldene Regeln“ vom Sachgebiet Glas und Keramik der Deutschen Gesetz - lichen Unfallversicherung (DGUV) erstellt. Wenn Ihre Mitarbeiter diese einhalten, dient dies sowohl dem Schutz vor Gesundheitsgefahren als auch der Prävention von Staubexplosionen.

  1. Staub erst gar nicht entstehen lassen.
  2. Staubarme Materialien verwenden.
  3. Möglichst in geschlossenen Anlagen arbeiten.
  4. Staub unmittelbar an der Entstehungsstelle absaugen.
  5. Absaugungen optimieren und regelmäßig warten.
  6. Arbeitsräume ausreichend lüften.
  7. Abfälle sofort und staubfrei beseitigen.
  8. Arbeitsplätze regelmäßig reinigen.
  9. Arbeitskleidung sauber halten.
  10. Bei staubintensiven Arbeiten Atemschutz benutzen.

Umgang mit staubbelasteter Arbeitskleidung

Auch wer an staubbelasteten Arbeitsplätzen für ausreichenden Atemschutz sorgt, bleibt gefährdet, wenn er den an der Arbeitskleidung haftenden Staub mit zum Mittagessen oder nach Hause bringt. Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit,

  • ihre Arbeitskleidung regelmäßig zu wechseln und
  • ihre Arbeitskleidung getrennt von ihrer Privatkleidung aufzubewahren, am besten in geschlossenen Spinden oder Schränken.

Das Ausschütteln oder Abblasen der Kleidung mit Druckluft sollte in Ihrem Betrieb tabu sein. Bei giftigen oder gesundheitsgefährlichen Stäuben sollten Sie einen Schwarz-Weiß-Bereich einrichten.

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