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Verwenden Sie in Ihrem Betrieb auch schon Ersatzstoffe?

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Von Wolfram von Gagern,

Es gibt immer noch Arbeitsschützer, die glauben, „Ersatzstoff“ bedeutet ausschließlich, einzelne gefährliche Chemikalien durch andere Stoffe zu ersetzen. Diese Auffassung greift jedoch zu kurz und verstellt den Blick für die zahlreichen Möglichkeiten, die sich in der Praxis bieten.

Natürlich ist es manchmal möglich, in einem bestehenden Prozess einfach einzelne Stoffe auszutauschen, ohne die übrigen Parameter des Verfahrens anzutasten. Einige Beispiele dazu:

Stabilisatoren in chlorierten Kohlenwasserstoffen

Der krebserzeugende Stoff Epichlorhydrin sollte durch weniger bedenkliche Stoffe ersetzt werden. Erste Alternative war der Stoff Epoxypropan, der später durch Epoxybutan ersetzt wurde.

Nachdem auch Epoxybutan in Verdacht geraten war, Krebs zu erzeugen, musste erneut nach Alternativen gesucht werden:

  • Ozonschädigende Fluorchlorkohlenwasserstoffe als Treibmittel in Spraydosen wurden durch brennbare Komponenten, z. B. Propan oder Butan, ersetzt
  • Asbest wurde zunächst durch ebenfalls krebserzeugende künstliche Mineralfasern ersetzt.

Diese Beispiele zeigen Ihnen die Problematik einer scheinbar „einfachen“ Ersatzstoffsuche:

Häufig wird ein bestehendes Problem nur kurzzeitig gelöst. Denn die gefundenen Ersatzstoffe zeigen nach näherer Prüfung unter Umständen die gleichen Nachteile wie der zu ersetzende Stoff, weil diese beim Einsatz noch nicht bekannt waren.

Oft entstehen durch Ersatzstoffe neue Probleme bei den Anwendern (z. B. Brand- oder Explosionsgefahren). Hierdurch werden möglicherweise die Anwendungsmöglichkeiten eines Produkts eingeschränkt.

Sie müssen auch damit rechnen, dass der Einsatz von Ersatzstoffen ein Produkt zwar ungefährlicher gemacht (und auch keine neuen, andersartigen Gefahren heraufbeschworen), dafür aber zu Qualitätseinbußen geführt hat:

Ein lösemittelfreier Alleskleber (der früher wirklich klebte!) war nach der Umstellung nur noch eingeschränkt verwendbar. Selbst das Kleben von Pappe gelang damit wegen geringer Haftkraft der Klebstellen nur noch eingeschränkt.

Die Korrekturflüssigkeit „TippEx“ ist nach der Umstellung auf wässrige Lösemittel für wasserlösliche Tinten (z.B. die meisten Filzschreiber) nicht mehr geeignet, die Deckkraft ist gegenüber dem früheren lösemittelhaltigen Produkt schlechter.

Die Konsequenz:
Suchen Sie nach Ersatzlösungen anstatt nach Ersatzstoffen.

Diese Probleme haben im Klebstoffbereich dazu geführt, dass die Produktpalette heute gegenüber früher deutlich größer geworden ist und Sie für die verschiedenen Anwendungen unterschiedliche Kleber kaufen müssen.

TippEx hat durch die Entwicklung der modernen Computertechnologie stark an Bedeutung verloren. Heute brauchen Sie kaum noch fertige Dokumente korrigieren, denn Sie werden nach der Korrektur am Bildschirm einfach neu ausgedruckt.

Diese Probleme dürfen Sie allerdings keinesfalls dazu veranlassen, Ihre Verpflichtung zur Prüfung der Möglichkeiten zum Einsatz von Ersatzstoffen „ad acta“ zu legen und weiter zu arbeiten wie bisher. Stattdessen sollten Sie sich Ihre Produkte, die Einsatzstoffe und die einzelnen Verfahrensschritte etwas genauer anschauen.

Diese 3 Fragen helfen Ihnen bei der Suche nach einer geeigneten Ersatzlösung:

1. Wozu setzen Sie die Gefahrstoffe ein?

  • Beachten Sie den Gebrauchswert Ihrer Produkte.

2. Wie verwenden Sie die Chemikalie?

  • Betrachten Sie jeden einzelnen Verfahrensschritt.

3. Welche Alternativen bietet Ihnen Ihr Lieferant an?

  • Beschreiben Sie Ihr Problem.

 

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