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Leider kommt es nach wie vor insbesondere auf Baustellen zu teils schweren Arbeitsunfällen. Oft werden Vorschriften missachtet, weil etwa der...

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Welche Chemie-Schutzkleidung ist die richtige?

 
Chemikalien
Urheber: Minerva Studio | Fotolia

Von Gabriele Janssen,

Zum Schutz Ihrer Beschäftigten vor der schädigenden Einwirkung von Chemikalien stellen Sie ihnen Chemikalienschutzkleidung zur Verfügung. In Abhängigkeit von der Schutzwirkung gegenüber Chemikalien und/oder Partikeln treffen Sie dann Ihre Auswahl.

Typ 1 - Gasdichte Schutzkleidung

Vollschutz-Anzüge­ mit­ oder­ ohne Druckluftversorgung ­zum­ Schutz­ gegen hochtoxische flüssige­und gasförmige­ Medien ­jeder Art.

Typ 2 - Nicht gasdichte Schutzkleidung

Flüssigkeitsdichte­ Vollschutz-Anzüge­ mit ­oder ­ohne­ Druckluftversorgung ­zum ­Schutz­ gegen hoch toxische flüssige­ Medien ­jeder Art.

Typ 3 - Flüssigkeitsdichte Schutzkleidung

Ganzkörper-Schutzanzüge­ oder­ Vollschutz-Anzüge­ zum­ Schutz­ gegen­ flüssige­ Chemikalien. ­Nähte­ und­ Anzug-Verschlüsse ­erfüllen ­die­ Anforderungen ­der ­Spritz-­Prüfung ­nach ­EN­468.

Typ 4 - Sprühdichte Schutzkleidung

Ganzkörper-Schutzanzüge­ zum­ Schutz ­gegenflüssige­ Chemikalien. ­Nähte­ und­ Anzugverschlüsse­ erfüllen die Anforderungen ­der­ Sprühprüfung­ nach­ EN­468.

Typ 5 - Partikeldichte Schutzkleidung

Ganzkörper-Schutzanzüge­ zum­ Schutz ­gegen ­feste­ Partikel.­ Der­ Anzug ­erfüllt­ die­ Minimum-Innenleckage-Werte­ für­ staubförmige­ Partikel.

Typ 6 - Begrenzt sprühdichte Schutzkleidung

Ganzkörper-Schutzanzüge ­zum­ Schutz­ gegen­ Sprühnebel­ (flüssige ­Partikel).­ Der ­Anzug­ erfüllt­ die Anforderungen­ der ­reduzierten ­Sprüh-Prüfung­ nach­ EN­468.­ Ganzkörper-Schutzanzüge­ verfügen ­immer ­über eine Kapuze ­oder ­Haube.­

Teilkörperschutz ­- ­Jedes­ Kleidungsstück,­ das ­nur­ einen­ Teil­ des­ Körpers­ bedeckt,­ ­jedoch­ die­ Anforderungen der­ reduzierten­ Sprühprüfung­ nach­ EN­468 ­erfüllt.

Wichtig­ für­ Sie:­ Ihre­ Schutzkleidung ­kann­ gleichzeitig­ mehrere­ Kriterien ­erfüllen.­ Die­ jeweils­ niedrigere Typenklasse­ beinhaltet ­immer­ die­ Merkmale­ der­ höheren­ Typenklassen.­ So­ beinhaltet­ Typ­ 4 - Schutzkleidung automatisch­ Typ­ 5 ­und ­6. ­Dieser ­Schutzanzug­ ist sprüh-­ und­ partikeldicht­ sowie­ begrenzt spritzdicht.­

 

Es gibt 3 Risikokategorien

Die ­Verordnung ­(EU)­ 2016/425 ­über­ Persönliche­ Schutzausrüstungen ­unterteilt­ die­ PSA ­in 3­­ Risikokategorien:

Kategorie I:­ Geringfügige­ Risiken­ (z.­B.­ PSA­ zum­ Schutz­ gegen ­längeren­ Kontakt­ mit Wasser)

Kategorie II:­ Andere­ Risiken, ­als­ in­ Kategorie ­I­ oder ­II­ aufgeführt­ (z.­B.­ Arbeitsschutzhelme)

Kategorie III: Risiken, die zu sehr schwerwiegenden Folgen wie Tod oder irreversiblen Gesundheitsschäden führen können Sämtliche Schutzkleidung zum Schutz gegen gefährliche Chemikalien fällt in die Kategorie III. Das ­CE-Zeichen­ und­ Kennnummer­ der­ Zertifizierungsstelle ­bestätigen­ Ihnen­ die Übereinstimmung­ mit­ den Europäischen­ Normen ­für­ Persönliche­ Schutzausrüstungen ­der Kategorie ­III.

Hinweis: Ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung, dass keine Schutzkleidung erforderlich ist,­ braucht­ sie auch­ nicht ­vom­ Arbeitgeber­ beschafft­ zu ­werden. Trotzdem ­können­ Ihre ­Mitarbeiter­ verpflichtet­ werden, Arbeitskleidung­ zu ­tragen,­ die nicht­ die­ Schutzfunktion­ analog­ der­ Schutzkleidung ­(PSA)­ besitzt.­

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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