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Haltemittel: Wie Sie Zurrgurte bei der Ladungssicherung richtig einsetzen

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Spanngut am LKW
Urheber: animaflora | Fotolia

Von Uwe E. Wirth,

Wenn Ladungen nur durch Gewichtskraft und Formschluss gesichert werden sollen, übersteigen die fahrdynamischen Kräfte die Sicherungskräfte. Und so wird vermeintlich sicher verstaute Ladung dann zum gefährlichen Geschoss. Mit Zurrgurten können Sie schnell und einfach dafür sorgen, dass sich Waren beim Transport nicht verschieben.

Durch das Niederzurren von Lasten auf die Ladefläche mittels Gurten erzeugen Sie zusätzliche Sicherungskräfte, die ein Verrutschen der Ladung nachhaltig verhindern. Dabei entsteht der physikalische Effekt, dass die so erzielten Kräfte genauso wirken wie die Kräfte aus dem Gewicht. Die erzielten Sicherungskräfte addieren sich mindestens zur Gewichtskraft.

Beim Niederzurren werden Zurrmittel, also Gurte, Netze oder auch Ketten, über die Ladung gespannt. Zur Lastaufnahme am Fahrzeug dienen in der Regel feste Zurrpunkte, die die auftretenden Kräfte auch sicher aufnehmen können. Entscheidend bei dieser Art der Ladungssicherung ist die sogenannte Vorspannkraft mit der zum Beispiel die Gurte auf die Ladung gepresst werden. Meistens wird diese Vorspannkraft bei Gurten über Ratschen erzeugt.

Vorsicht: Über die Gurte wird natürlich ein zusätzlicher Druck auf die Ladung ausgeübt. Ihre Fahrer müssen bei dieser Sicherungsart immer überprüfen, ob die Ware eine solche zusätzliche Belastung aushält. Auch die Gurtführung sollte immer unter diesem Gesichtspunkt gewählt werden.

Die erzielbare Vorspannkraft ist immer von Gurt und Ratsche abhängig. Eine wichtige Kenngröße ist dabei die Normvorspannkraft, die auf dem Etikett des Gurtes angegeben sein muss. Diese Vorspannkraft ist allerdings nicht gleichzusetzen mit der Sicherungskraft, die erzielt werden kann.

So berechnen Sie die notwendige Niederzurrkraft

Bei der Berechnung der aufzuwendenden Niederzurrkraft spielen folgende Größen eine entscheidende Rolle: 

  • die Gewichtskraft des Ladeguts Fg
  • der Reibbeiwert μ
  • der Zurrwinkel α
  • der Beschleunigungsfaktor: in Fahrtrichtung = 0,8, quer zur Fahrtrichtung = 0,5
  • die Zurrkraft am Zurrmittel Fz
  • der Vertikalanteil der Zurrkraft Fzv
  • die Summe aller Zurrkräfte Fzi 

Beachten Sie besonders den Zurrwinkel α. Dies ist der Winkel, mit dem der Gurt relativ zum Ladeboden geführt wird.

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Tipp: Der Zurrwinkel α entsteht zwischen Ladefläche und Zurrmittel. Er sollte mindestens 35° betragen. Beim Niederzurren hängt die Zahl der Überspannungen zum großen Teil von diesem Winkel ab. Je größer der Winkel α ist, desto weniger Überspannungen benötigen Sie für Ihre Ladung. Die besten Ergebnisse erreichen Sie mit einem Winkel α = 90°. Ist der tatsächliche Winkel nicht bekannt, sollte vom ungünstigsten Fall (Winkel α = 35°) ausgegangen werden.

Beispiel: Nehmen wir einmal an, der Zurrwinkel beträgt  = 85°, der Reibbeiwert zwischen Ladefläche und Ladung liegt bei μ = 0,4 und die Gewichtskraft bei 10.000 daN. Nun wirkt nur der vertikale Kraftanteil Fzv auf die Ladung ein und drückt die Ladung zusätzlich auf den Ladeboden. Die Berechnung erfolgt nach zusätzlichen Formeln:

oder auch

wobei h die Ladungshöhe und l die Länge des Zurrgurts zwischen Ladung und Zurrpunkt auf der Ladefläche ist.

Daraus ergibt sich die erforderliche Niederzurrkraft für unser Beispiel in Fahrtrichtung:

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