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Arbeitsschutz in der Logistik: Heben und Tragen - Rückenprobleme

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Von Martin Weyde,

Frage: Kollegen in Produktion und Logistik klagen über Rückenprobleme. Was können wir dagegen unternehmen?

 

Antwort: In Produktion und Logistik gibt es viele Arbeiten, bei denen Lasten mit ausgestreckten Armen bewegt werden müssen – etwa um sie in eine Maschine oder ein Regal einzulegen. Wer solche Arbeiten regelmäßig verrichtet, der kann sich damit langfristig Rückenprobleme einhandeln.
Dass Arbeit in vorgebeugter Haltung Rückenprobleme verursachen kann, ist nicht neu. Dass Ihre Kollegen dem aber auch vorbeugen können, das sollten Sie ihnen immer wieder vor Augen halten: Ihre Kollegen müssen beim Heben und Tragen auf eine Körperhaltung achten, die ihre Bandscheiben nicht verformt, sondern gleichmäßig und damit weniger stark belastet!
Vorab: In der Lastenhandhabungsverordnung (LasthandhabV) sind alle Faktoren zusammengefasst, die sich bei manueller Handhabung von Lasten auf die Gesundheit der Lendenwirbelsäule auswirken können. Diese sind

  1. das Gewicht, die Form und die Größe der Last, die Zugriffsstellen, die Schwerpunktlage und die Möglichkeit einer unvorhergesehenen Bewegung;
  2. die Körperhaltung, die Körperbewegung, die Entfernung der Last vom Körper, die zu überbrückende Entfernung, der Kraftaufwand, die persönliche Schutzausrüstung, das Arbeitstempo und die Erholungs- oder Ruhezeit;
  3. der vertikale Platz, der Höhenunterschied, die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftgeschwindigkeit, die Beleuchtung, die Ebenheit, die Rutschfestigkeit, die Stabilität der Standfläche und die Bekleidung – besonders das Schuhwerk.

Ihre Kollegen riskieren vor allem dann Rückenprobleme, wenn sie

  • ihren Rücken verdrehen, während sie Lasten anheben oder transportieren,
  • Lasten mit ausgestreckten Armen anheben oder transportieren
  • oder Lasten in gebückter Haltung anheben.

 

 

Deshalb sollten Ihre Kollegen

  • ihren Rücken möglichst aufrecht und gerade halten, also Rundrücken oder Hohlkreuz vermeiden,
  • Lasten frontal mit gebeugten Knien und möglichst dicht am Körper aufnehmen,
  • Lasten nicht ruckartig aufnehmen,
  • zum Anheben die Kraft ihrer Beine einsetzen,
  • ihre Füße dabei mindestens hüftbreit voneinander entfernt stellen,
  • auf vollständigen Bodenkontakt ihrer Füße achten,

  • ihren Rücken nicht verdrehen, sondern stattdessen lieber den ganzen Körper bewegen,
  • Lasten möglichst dicht am Körper transportieren,
  • Rollbehälter nicht seitlich, sondern vor sich her schieben
  • und Hebe- und Transporthilfen einsetzen, wann immer diese Möglichkeit besteht.

Zusätzliche Gefahren drohen beim Heben und Tragen, wenn Ihre Kollegen

  • scharfkantige Lasten anheben oder transportieren,
  • ihre Hände einklemmen oder quetschen,
  • Material aus den Händen verlieren,
  • beim Transport keine freie Sicht haben,
  • die verkehrten Transportmittel einsetzen,
  • sich auf nicht trittsicherem Untergrund bewegen
  • oder Güter und Material dort abstellen, wo sie als Hindernisse im Weg stehen.

Bauen Sie praktische Beispiele in die Unterweisung Ihrer Kollegen zum Heben und Tragen und auch zum richtigen Einsatz von Transporthilfen ein.

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