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5 Schritte zum erfolgreichen Ausphasen eines Lieferanten

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Lieferanten
Urheber: Björn Wylezich | Fotolia

Von Michael Jansen,

Wie in jeder Beziehung, so kündigt sich auch das Ende eines Geschäftsverhältnisses durch kleine Warnzeichen an. Lieferverzögerungen und Qualitätsprobleme häufen sich, und dann tritt ein, was sich im Business-Deutsch als „Ausphasen eines Partners“ eingebürgert hat.

Das Wort „Ausphasen“ oder neudeutsch „Phase-out“ kennzeichnet sehr gut den Prozesscharakter dieses Vorgangs, nämlich das geplante und strukturierte Ende einer Geschäftsbeziehung zwischen Ihnen als einkaufendem Unternehmen und Ihrem Lieferanten.

Im Allgemeinen beginnt dieser Prozess mit einem allmählichen Zurückfahren der Bestellmengen; er sollte von Ihnen erst dann abgeschlossen werden, wenn Sie für den Altlieferanten einen vollwertigen Ersatz gefunden haben und er keinerlei strategische Bedeutung mehr für Ihre Abteilung bzw. Ihr Unternehmen besitzt.

5 Gründe für ein Lieferanten-Ausphasen

Grundsätzlich sollte das Ausphasen immer der letzte Schritt in einer Lieferantenbeziehung sein – wenn also wirklich nichts mehr geht und Sie schon alles versucht haben, die Beziehung zu Ihrem Lieferanten zu retten. Im Vorfeld sollten Sie mit Ihrem Partner also schon diverse Problemsitzungen hinter sich gebracht haben. Beispielsweise in puncto:

  1. schwankendes Qualitätsniveau
  2. nachlassende Innovationsfähigkeit
  3. wiederholt negative Lieferantenbewertungen
  4. Nichteinhalten vereinbarter Zielvorgaben
  5. mangelnde Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft

In 5 Schritte zum erfolgreichen Lieferanten-Ausphasen


4 bis 6 Monate müssen Sie für den Prozess des Ausphasens mindestens einplanen. Selbst bei großen Problemen sollten Sie Ad-hoc-Aktionen unterlassen, um mögliche Negativ- bzw. Wechselwirkungen auszuschließen.

Stellen Sie deshalb nicht nur einen genauen Zeitplan für das Ausphasen auf, sondern denken Sie auch daran, die Verantwortlichkeiten für die Überwachung der einzelnen Meilensteine festzulegen!

Praxis-Tipp: Denken Sie nach erfolgter Kündigung auch daran, den oder die Alt-Lieferanten aus Ihren DV-Systemen zu entfernen bzw. ihnen den Zugang zu Ihren betriebsinternen Systemen zu sperren.

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Kalkulieren Sie auch die Risiken eines Lieferanten-Ausphasens


Prüfen Sie zum Beispiel genau, ob die Altlieferanten tatsächlich so einfach zu ersetzen sind und welche Auswirkungen ihr Ausscheiden auf Ihr Lieferanten-Portfolio hat.

4 wichtige Fragen, die Sie vor der Kündigung geklärt haben müssen:

  1. Kann Ihnen der Altlieferant mit Vertragsstrafen drohen?
  2. Wie hoch sind die Kosten, um Neulieferanten zu etablieren?
  3. Muss Ihr Unternehmen Knowhow- oder Synergieverluste befürchten?
  4. Wie reagieren Sie, wenn der Lieferant das Ausphasen bemerkt und gegen Sie persönlich oder Ihr Unternehmen schießt?

Die neue Macht der Lieferanten

Bekanntlich beträgt die externe Wertschöpfung deutscher Industrieunternehmen rund 70 %. Diese Machtverschiebung zugunsten der Zulieferbranche hatte im vergangenen Jahr Volkswagen zu spüren bekommen. Immerhin Europas größter Autohersteller. Durchaus kein Einzelfall in der Branche. 1998 musste zum Beispiel Konkurrent Ford seine Fließbänder über Tage anhalten, weil Zulieferer keine Türschlösser mehr lieferten.

Bitte beachten Sie: Maverick Buying bereitet schon im normalen Einkaufsalltag große Probleme, noch schwieriger wird es in einem Ausphasen-Projekt. Achten Sie deshalb besonders darauf, dass andere Abteilungen keine neuen Bestellungen bei den betreffenden Lieferanten aufgeben. Informieren Sie die infrage kommenden Betriebsbereiche rechtzeitig und fortlaufend über anstehende Projektschritte. Holen Sie sich notfalls Hilfe und Unterstützung bei Ihrer Geschäftsleitung.

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