Gratis-Download

Wie Sie die 11 häufigsten Irrtümer und Arbeitgeberfallen sicher umgehen. Denn die Fehler liegen im Detail. Und das kann teuer für Ihr Unternehmen...

Jetzt downloaden

Wann Sie Vorerkrankungszeiten bei der Entgeltfortzahlung anrechnen dürfen

0 Beurteilungen

Von Günter Stein,

Wird ein Arbeitnehmer krank, hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Und das für 6 Wochen. Aber: Bei einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit sind 2 Zeiträume zu beachten: der 12-Monats-Zeitraum und der 6-Monats-Zeitraum.

 

Warum?
Weil innerhalb von 12 Monaten wegen derselben Krankheit grundsätzlich nur ein Anspruch auf insgesamt 6 Wochen Entgeltfortzahlung besteht. Das bedeutet, dass alle Arbeitsunfähigkeiten im letzten Jahr zusammenzurechnen sind, allerdings nur, soweit sie auf derselben Krankheit beruhen.
War der Arbeitnehmer vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit jedoch mindestens 6 Monate nicht infolge derselben Krankheit arbeitsunfähig, so hat er Anspruch auf eine weitere 6-wöchige Entgeltfortzahlung.

 

Für die Praxis ist folgendes Verfahren empfehlenswert:

Zeit zwischen der jetzigen und der vorhergehenden Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit: mindestens 6 bzw. 12 Monate voller Anspruch für 6 Wochen
Wurde in den letzten 6 Monaten bereits für 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit Entgelt fortgezahlt?kein neuer Anspruch auf Entgeltfortzahlung
Wurde das Entgelt in den letzten 6 Monaten für einen kürzeren Zeitraum als 6 Wochen fortgezahlt (bei Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit)?

Zusammenrechnung der Zeiten der Entgeltfortzahlung wegen derselben Krankheit:

  • wenn zusammen 6 Wochen (42 Kalendertage) = kein weiterer Anspruch
  • wenn zusammen weniger als 42 Kalendertage = Entgeltfortzahlungsanspruch besteht für die Differenz zu 42 Kalendertagen


Tipp:

Ansprüche des Arbeitnehmers aus früheren Beschäftigungsverhältnissen (bei anderen Arbeitgebern) sind nicht zu berücksichtigen. Allerdings können 2 aufeinanderfolgende, rechtlich selbstständige Arbeitsverhältnisse bei demselben Arbeitgeber im Sinne des Entgeltfortzahlungsrechts ausnahmsweise wie ein einheitliches Arbeitsverhältnis behandelt werden. Zwischen diesen Arbeitsverhältnissen muss aber ein enger sachlicher Zusammenhang liegen.
Ein solcher Zusammenhang ist etwa dann anzunehmen, wenn ein Arbeitnehmer aus betrieblichen Gründen mit der Zusage einer Wiedereinstellung nach Besserung der Auftragslage von Ihnen entlassen wurde und dann tatsächlich seine Beschäftigung zu unveränderten Bedingungen fortsetzen konnte. Einen Fall dieser Art kann es auch bei saisonbedingter Beschäftigung geben, wenn pro Jahr mehrere Saisons vorliege.

Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte

Auf alle Personalfragen rechtssichere und sofort umsetzbare Antworten

Neueste Rechtsentscheidungen mit Empfehlungen für Ihre Personalarbeit

Ihr Excel-Lernsystem: Verständlich, kompakt, effektiv

Die neuesten Arbeitsrecht-Urteile und was diese für Ihre Arbeit bedeuten