Gratis-Download

Transportlogistik stellt für viele Unternehmen einen großen Kostenfaktor dar. Das Fahrverhalten, die Wahl des Transportmittels und die Zahl der...

Jetzt downloaden

So beugen Sie Verkehrsunfällen vor

0 Beurteilungen
Urheber: ldprod | Fotolia

Von Martin Weyde,

Die meisten Ihrer Kollegen besitzen vermutlich einen Führerschein. Rund 50 Millionen Menschen in Deutschland sind zwischen 20 und 64 Jahre alt, und die Zahl gültiger Fahrerlaubnisse schätzt das Kraftfahrt-Bundesamt auf 54 Millionen. Auch wenn man Jugendliche und Senioren einbezieht – die große Mehrzahl Ihrer Kollegen dürfte einen haben.

Nach § 12 des Arbeitsschutzgesetzes müssen Ihre Kollegen über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit unterwiesen werden. Aber auch wenn sie ihren Führerschein nicht dienstlich nutzen, hat Ihr Unternehmen Vorteile davon, wenn Sie als SiFa Unfällen im Straßenverkehr mit einer Unterweisung vorbeugen.

Von Ihren Unterweisungen zur Verkehrssicherheit profitieren Ihre Kollegen sowohl auf Fahrten zur Arbeit und während der Arbeitszeit als auch in ihrer Freizeit, wenn sie mit der Familie oder Freunden unterwegs sind. Und Sie reduzieren den Krankenstand in Ihrem Betrieb, wenn Sie dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden – ganz gleich, wann und wo sich diese ereignen. 

  • Einen großen Teil der Risiken im Straßenverkehr kann jeder Fahrer selbst beeinflussen – durch defensive Fahrweise. In diesen Abschnitt gehört zum Beispiel, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Sicherheitsabstände einzuhalten und auf riskante Überholmanöver zu verzichten.
  • Aggressiver Fahrstil lässt sich leicht mit der 3-Sekunden-Regel kontrollieren: Wenn wir weniger als 3 Sekunden bis zu dem Punkt brauchen, wo eben noch das Fahrzeug vor uns war, dann fahren wir nicht defensiv.
  • Auf jeden Fall gehört dem Fahren die volle Aufmerksamkeit – auf Rauchen, Essen und Telefonieren sollten Ihre Kollegen während der Fahrt verzichten. Und wenn die Beifahrer den Fahrer ablenken, dann sollte er dafür sorgen, dass er sich auf das Fahren konzentrieren kann.
  • Die Kontrolle des Fahrers beginnt schon vor Antritt der Fahrt bei ihm selbst: Wer Alkohol, Drogen oder Medikamente zu sich genommen hat oder merkt, dass er eigentlich körperlich oder seelisch nicht in der Verfassung zu fahren ist, sollte den Wagen stehen oder sich fahren lassen.
  • Der Anhalteweg ergibt sich aus dem Bremsweg plus der Reaktionszeit – es kommt also in jedem Fall darauf an, wie schnell wir fahren und wie fit wir dabei sind. Deshalb – auch auf die Gefahr, dass Ihre Kollegen diese Ermahnung als kindisch empfinden – ausreichend schlafen und rechtzeitig aufbrechen.

Anzeige

Auf viele der genannten Verhaltensweisen blickt auch der Gesetzgeber mit scharfen Augen. Sollte wider Erwarten jemand bei Ihren Ausführungen gähnen, dann haben Sie zur Not auch den Bußgeldkatalog auf Ihrer Seite.

Zu den meisten Verkehrsunfällen kommt es durch menschliches Versagen

Aber auch für den Zustand unseres Wagens sind wir schließlich selbst verantwortlich. Es ist gut, wenn Ihre Kollegen sich nur fit und fahrtüchtig ans Steuer setzen, aber ihr Fahrzeug sollte ebenso fit und fahrtüchtig sein. Sprechen Sie in Ihrer Unterweisung zur Verkehrssicherheit auch die „Sicherheitstechnik“ an.

Ihre Kollegen sollten die technischen Einrichtungen des Wagens regelmäßig und vor längeren Fahrten überprüfen. Scheinwerfer, Rücklichter, Bremsleuchten, Blinker, Scheibenwischer und Hupe müssen funktionieren. Der Reifenluftdruck muss stimmen und die Scheiben müssen sauber und die Spiegel richtig eingestellt sein. Die Reifen sollten noch mindestens 4 Millimeter Profil haben.

Nachdem sich fast jeder in Deutschland daran gewöhnt hatte, nur noch angeschnallt zu fahren, scheint die Bereitschaft dazu seit einigen Jahren wieder zurückzugehen – besonders auf kurzen Strecken im Ort. Dabei kann man eigentlich mit dem Pkw gar nicht so langsam fahren, dass man noch eine Chance hätte, sich abzustützen. Wer ohne Sicherheitsgurt fährt, ist lebensmüde – jeder fünfte Verkehrstote auf deutschen Straßen war beim Unfall nicht angeschnallt.

Die Anwesenheit von Verbandskasten, Warndreieck und Warnweste sollten Ihre Kollegen nicht nur zuliebe der Ordnungshüter für den Fall einer Verkehrskontrolle überprüfen, sondern auch in ihrem eigenen Interesse.

Wenn wir unseren Wagen beladen haben, dann müssen wir auch im Pkw daran denken, was bei einer Vollbremsung oder gar einem Aufprall wo landet. Auf die Rückbank gehören weder lose Kisten noch lose Beifahrer oder lose Haustiere. Auch Kleinteile müssen sicher verstaut sein, damit sie dem Fahrer beim Bremsen nicht um die Ohren fliegen und ihn irritieren.

  • Gesamtgewicht und Achslasten müssen eingehalten werden.
  • Reifen und Fahrweise müssen den Witterungsbedingungen entsprechen.
  • Und auch wer am Tag mit Abblendlicht fährt, der trägt zur Verkehrssicherheit bei.

Wer in der Dunkelheit ohne Licht oder mit verschmutzten Scheinwerfern oder Rücklichtern unterwegs ist, der wird nach der neuen Straßenverkehrsordnung mit 20 statt der bisherigen 10 Euro belangt. Und Telefonieren am Steuer soll von 40 auf 70 Euro angehoben werden.

Üben Sie mit Ihren Kollegen richtiges Verhalten bei einer Panne oder einem Verkehrsunfall und ermuntern Sie sie, ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse bei nächster Gelegenheit aufzufrischen.

Sie werden vermutlich keine Mühe haben, Ihre Unterweisung zur Verkehrssicherheit interessant zu gestalten, denn dazu haben die meisten Autofahrer eine eigene Meinung. Für angeregte Gespräche dürfte also gesorgt sein.

Arbeitssicherheit aktuell

Sichern Sie sich praxisrelevante Tipps, Anregungen und Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen mit leicht nachvollziehbaren Lösungsansätzen für Ihrer tägliche Arbeit als Sicherheitsbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Datenschutz

Anzeige