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Bauschutt richtig entsorgen: So handeln Sie rechtskonform

 
Urheber: Monika Gruszewicz | Fotolia

Von Stefan Küst und Christian Schweizer,

Baurohstoffe werden knapp. Das betrifft auch Sand und Kies in Bauqualität. Die Rettung sieht der Gesetzgeber hier im Bauschuttrecycling. Die neuen Anforderungen der Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) haben es in sich und können auch Sie betreffen. Denn bei Bauvorhaben oder infolge von Sanierungs- und Abbrucharbeiten entsteht zwangsläufig eine Menge von Bauschutt und weiteren, teils gefährlichen Abfällen, die entsorgt bzw. verwertet werden müssen.

Nicht nur die Novelle der Gewerbeabfallverordnung stellt hohe Ansprüche an die Entsorgung von Bau- und Abbruchabfällen. Auch Ihre Entsorgungskosten steigen maßgeblich, wenn Sie unzureichend trennen. Achten Sie deshalb bei der Entsorgung genauestens darauf, welche Abfälle verwertet werden können, denn die Entsorgung von reinen Bauschutt-Fraktionen ist um ein Vielfaches günstiger als die Entsorgung von kontaminierten Bauschuttabfällen.

Trennen Sie daher folgende Baustoffe schon während des Bauprozesses: Mit der Novelle der Gewerbeabfallverordnung sind folgende Fraktionen vorgesehen, in die Sie Ihren Bauschutt zwingend sortieren müssen:

  • Glas
  • Kunststoff
  • Metalle, einschließlich Legierungen
  • Holz
  • Dämmmaterial
  • Bitumengemische
  • Baustoffe auf Gipsbasis
  • Beton
  • Ziegel
  • Fliesen und Keramik

Bei der Abfalltrennung fallen jedoch auch Problemstoffe an, die keiner der Wertstofffraktionen zugeordnet werden können. Das sind in der Regel Abfälle, die giftige bzw. gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten. Sie müssen deshalb getrennt von anderen Baustellenabfällen entsorgt werden. Dazu zählt auch das krebserregende Isoliermaterial Asbest.

Doch neben Asbest wurden auch vielerlei andere künstliche Mineralfasern (KMF) im Baugewerbe beim Isolieren eingesetzt. Solche Glaswollmatten sind immer gesondert zu entsorgen. KMF-Produkte, die vor dem 1.6.2000 hergestellt wurden und nicht mit dem RAL-Gütesiegel gekennzeichnet sind, gelten als krebserregend und sind bereits an der Anfallstelle sofort in reisfesten, staubdichten Säcken zu verpacken.

Worauf Sie bei der Bauschuttentsorgung im Detail achten sollten, können Sie im Hinweiskasten rechts nachlesen. Bedenken Sie, dass viele Dinge noch vor Beginn der Bauarbeiten geregelt werden müssen.

Beachten Sie diese 7 Tipps bei allen Bauarbeiten

1. Genehmigung: Prüfen Sie gemeinsam mit dem Bauamt Ihrer Stadt oder Gemeinde, ob für den geplanten Abbruch ein baurechtliches Verfahren erforderlich ist. Außerdem liegt bei teilweisem Abbruch bzw. teilweiser Beseitigung eine nach allgemeinen Regeln genehmigungspfl ichtige Änderung vor.

2. Entsorgungsplan: Nehmen Sie möglichst schon vor Beginn der Abbrucharbeiten Kontakt zu einem geeigneten Entsorger auf, der Ihre Bauschutt-Fraktionen annehmen und verwerten kann. Sollte zusätzlich Erdaushub anfallen, fragen Sie vorab Ihren Entsorger, ob er auch diesen annimmt. Oft muss hierfür eine spezielle Anlage kontaktiert werden. In jedem Fall sollten Sie bereits vor Beginn der Bauarbeiten planen, wie und wo die einzelnen Abfallfraktionen entsorgt oder verwertet werden können. Erstellen Sie bei größeren Bauvorhaben hierzu idealerweise ein Recycling- und Entsorgungskonzept.

3. Abfalltrennung: Schaffen Sie bereits an der Baustelle Voraussetzungen, um die verschiedenen Abfälle sinnvoll in die beschriebenen Fraktionen zu trennen. Ideal ist die Aufstellung von Containern, wenn hierfür genügend Stellfl äche vorhanden ist.

4. Gefahrstoffe: Bei Abbruch- und Sanierungsarbeiten von asbesthaltigen Produkten gelten besondere Vorschriften. Falls Asbest an Ihrer Baustelle anfällt, lassen Sie die Arbeiten von Firmen durchführen, die hierfür gesetzlich zugelassen sind.

5. Mineralischer Bauschutt: Trennen Sie vor dem Abbruch das Holz von Dachstuhl, Rollläden, Holzfenstern und -türen, hölzerne Zwischenböden und gemischte Baustellenabfälle vom mineralischen Bauschutt ab. Nach diesen Maßnahmen sollte nur noch eine Gebäudehülle übrig bleiben, die vorwiegend aus mineralischen, ungiftigen und nicht gesundheitsgefährdenden Stoffen besteht. Diese Gebäudehülle kann dann abgebrochen und der Entsorgungsfirma zugeführt werden. 6. Staubvermeidung: Reduzieren Sie bei Abbrucharbeiten die Staubentwicklung durch Maßnahmen nach dem Stand der Technik auf ein unvermeidbares Mindestmaß. Dies kann z. B. durch Befeuchtung des Abbruchbereiches bzw. staubender Materialien erreicht werden.

7. Lärmbelastung: Achten Sie ebenfalls darauf, den entstehenden Lärm oder erhöhten Lkw-Verkehr auf ein akzeptables Mindestmaß zu beschränken.

Tipp

Beachten Sie bei Ihrer Abfalltrennung die Einstufung gemäß der Abfallverzeichnisverordnung ( AVV). Sind die Abfallfraktionen im Anhang der AVV mit einem Sternchen gekennzeichnet, handelt es sich um gefährlichen Abfall, für den besondere Anforderungen vor allem bei der Dokumentation der Abfallentsorgung gelten.

Arbeitssicherheit aktuell

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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