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Brandschutzmaßnahmen können nur dann wirksam und effektiv sein, wenn vorher auch das mögliche Risiko dazu ermittelt worden ist.

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Baulicher Brandschutz: Auf den Feuerwiderstand kommt es an

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Von Martin Weyde,

Frage: Wovon hängt der Feuerwiderstand im baulichen Brandschutz ab?

 

Antwort: Entscheidend ist, wie lange Baustoffe und Bauteile im Ernstfall dem Feuer Widerstand leisten können. Deshalb ist der bauliche Brandschutz genormt.
Wie Flucht- und Rettungswege angelegt werden, ist eine Sache. Wie lange sie zur Flucht und Rettung genutzt werden können, wenn es brennt, eine andere. Um baulichen Brandschutz geht es unter anderem in

  • DIN 4102 „Brandverhalten von Baustoffen“,
  • DIN EN 13501 „Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten“
  • und DIN EN 357 „Glas im Bauwesen“.

Die DIN 4102 befasst sich mit dem Feuerwiderstand. Dafür ordnet sie Bauteilen verschiedene Kennzeichen zu, zum Beispiel

  • F für Wände, Decken und Gebäudestützen,
  • T für Türen, Tore und Klappen,
  • G für Brandschutzverglasung und Fensterelemente,
  • L für Lüftungskanäle,
  • E für Elektroinstallationen,
  • R für Rohrabschottungen und -durchführungen.

 

 

Diese Kennzeichen werden mit einer Zahl kombiniert, die die Feuerwiderstandsdauer in Minuten angibt. So muss eine Wand mit der Feuerwiderstandsklasse F60 aus einem Material bestehen, das dem Feuer eine Stunde lang standhält.
Bauteile werden als feuerbeständig, hochfeuerhemmend oder feuerhemmend eingestuft. Bauprodukte ordnet die DIN EN 13501-1 nach ihrem Brandverhalten den Stufen A1 bis F zu, die mit den bauaufsichtlichen Anforderungen nichtbrennbar, schwerentflammbar, normalentflammbar oder leichtentflammbar korrespondieren. Für Bodenbeläge und Rohrdämmstoffe gelten zusätzliche Anforderungen. Außerdem gibt es Kennzeichen dafür, ob beim Brand Rauch entsteht oder ob die Baustoffe brennend abtropfen.
Achten Sie bei Bauprodukten darauf, dass der Sicherheitsstandard der europäischen Klasse DIN EN 13501 eingehalten wird, da dieser höher als nach der DIN 4102 ist.
Brandschutzverglasung wird der DIN EN 357 entsprechend in Klasse G oder F eingestuft: G-Verglasung hält Brandgase ab, nicht jedoch die Hitze, während F-Verglasung auch gegen die Hitze abschottet, jedenfalls für eine bestimmte Zeit.
Rohre oder Kabel, die durch Wände oder andere Bauteile geführt werden, brechen den Feuerwiderstand und müssen deshalb besonders abgeschottet werden. Achten Sie darauf, für die Abschottung zertifiziertes und zugelassenes Material zu verwenden.
In der DIN EN 12101 geht es um Rauchabzüge, denn die meisten Brandopfer verbrennen nicht, sondern ersticken. Legen Sie deshalb größten Wert auf eine geeignete Rauchabzugsanlage.
In die Planung von Neu- und Umbauten sollten die Fachkraft für Arbeitssicherheit, der Brandschutzbeauftragte und der Sachversicherer Ihres Unternehmens schon frühzeitig eingebunden sein.

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