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Brandschutzmaßnahmen können nur dann wirksam und effektiv sein, wenn vorher auch das mögliche Risiko dazu ermittelt worden ist.

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Brandschutz beim Schweißen und Schneiden

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Brandschutz
Urheber: burnstuff2003 | Fotolia

Von Peter Strohbach,

Die Lagerhalle eines der größten deutschen Asia-Märkte, des Dong Xuan Center in Berlin-Lichtenberg, brannte am 11.5.2015 lichterloh. Obwohl 200 Feuerwehrleute mit mehr als 40 Lösch- und Spezialfahrzeugen im Einsatz waren, konnte das Feuer nicht gelöscht werden – die Feuerwehr musste die Halle schließlich kontrolliert abbrennen lassen. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden.

Zwar steht die Brandursache noch nicht endgültig fest, aber Brandermittler des Landeskriminalamtes haben Hinweise erhalten, dass vor Ausbruch des Feuers Schweißarbeiten im Gange waren.

Unterschätzte Gefahren

Unwahrscheinlich ist das nicht, denn 80 % aller Brandschadensfälle beruhen auf menschlichem Fehlverhalten – häufig aus Unkenntnis der Risiken. Was viele unterschätzen:

  • Beim Schweißen können Temperaturen von über 3.000 °C entstehen – dies bewirkt eine Wärmestrahlung, die im Umkreis von 1 m brennbare Flüssigkeiten, Gase und Dämpfe mit Zündtemperaturen von 200 bis 300 °C in Brand setzen kann. Zur Veranschaulichung: Benzin zündet bei 250 bis 450 °C.
  • Funken und Tropfen als Abfallprodukte der Schweißarbeiten können unkontrolliert in Gebäuderitzen geraten, wenn sie z. B. auf glattem Untergrund weiterrollen.
  • Und schließlich: Bei Feuerarbeiten an Rohrleitungen werden heiße Gase konzentriert durch die Pipeline geführt – sie kühlen nicht mit der Umgebungsluft ab. Dadurch können sich brennbare Flüssigkeiten oder Stäube im Verlauf oder am Ende der Leitung entzünden.

Halten Sie diese 7 Brandschutzregeln ein

Sorgen Sie also zur Brandverhütung dafür, dass bei Schweiß- und ähnlichen Feuerarbeiten diese 7 Sicherheitsregeln immer beachtet werden:

  1. Freimachen: Entfernen Sie an der Arbeitsstelle und in einem Umkreis von bis zu 10 m möglichst alles Brennbare, vor allem leichtentzündliche Stoffe wie Papier, Textilien und brennbare Flüssigkeiten. Beseitigen Sie auch Öl- und Staubablagerungen, brennbare Isolierungen usw.
  2. Abdecken: Was nicht weggeräumt werden kann, z. B. Mobiliar, ist abzudecken, am besten mit feuerfesten Matten oder Blechen.
  3. Abdichten: Dichten Sie alles ab, wodurch Funken entkommen können, d. h. Deckenöffnungen, Fugen, Mauerdurchbrüche usw. Verwenden Sie dazu Gips, Mörtel, feuchte Erde o. Ä. – keinesfalls Lappen oder Papier.
  4. Absperren: Stellen Sie durch Absperrungen und Zugangsverbote sicher, dass sich keine Unbeteiligten an der Arbeitsstelle aufhalten.
  5. Feuerwache: Falls sich noch brennbare Gegenstände – auch abgedeckte – in der Umgebung befinden, setzen Sie eine Feuerwache ein (z. B. einen im Löschen geschulten Kollegen), die an der Arbeitsstelle mit geeignetem Löschgerät (Feuerlöscher, Löschschlauch) aufpasst. Wichtig: Vorher auch den Standort des nächsten Feuermelders oder Notfalltelefons erkunden!
  6. Ortsfeste Behälter und Rohrleitungen: Wenn sie brennbare Flüssigkeiten bzw. Gase enthalten, diese vor Beginn der Arbeiten entleeren und entgasen.
  7. Kontrollieren: Prüfen Sie nach Arbeitsende die Arbeitsstelle und ihre Umgebung auf Glutnester, Brandgeruch usw. Achtung: Glutnester können noch nach Stunden Brände auslösen – deshalb auch später noch mehrfach nachkontrollieren. 

Das müssen Sie außerdem beachten

Kann die Brandgefahr nicht restlos beseitigt werden, muss der Arbeitgeber vor Beginn der Arbeiten eine schriftliche Schweißerlaubnis ausstellen, in der alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen festgelegt sind. (Ausnahme: Bei immer wiederkehrenden gleichartigen Arbeiten reicht eine Betriebsanweisung.)

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Wie Sie Unfälle durch Stolpern und Stürzen verhindern

Rund ein Drittel aller Arbeitsunfälle ist auf Stolpern, Rutschen und Stürzen zurückzuführen. Häufig ereignen sich solche „SRS-Unfälle“ in Arbeitsbereichen, die nicht als besonders unfallträchtig gelten, z. B. in Büros. Doch gerade hier können Sie jedoch die meisten Unfälle leicht verhindern.

Zu Stürzen mit Verletzungsfolgen kommt es meist durch

  • unebene und rutschige Böden (verschüttete Flüssigkeiten oder Reinigungsmittelrückstände),
  • Stolperfallen wie hoch stehende Kanten von Läufern, Matten, Verlängerungskabel auf dem Gang usw.,
  • improvisierte Aufstiegshilfen (Stuhl statt Leiter),
  • „vorübergehend“ gelagerte Gegenstände in Gängen, Treppenhäusern usw. und
  • ungeeignetes Schuhwerk (Sandalen, Flip-Flops).

Das können Sie gegen SRS-Unfälle tun

Dem können Sie entgegenwirken, indem Sie z. B. dafür sorgen, dass

  • Stolperfallen wie unebene und beschädigte Böden und Treppen sofort dem Vorgesetzten gemeldet werden,
  • die betroffenen Bereiche ggf. durch Warnschilder / Absperrungen gesichert werden,
  • Verschmutzungen mit Rutschgefahr durch dafür benannte Beschäftigte sofort beseitigt werden,
  • in Verkehrswegen keine Gegenstände abgestellt bzw. diese sofort entfernt werden,
  • Ihre Kollegen immer wieder daran erinnert werden, festsitzendes Schuhwerk mit rutschsicherer Sohle zu tragen. 

 

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