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Brandschutzmaßnahmen können nur dann wirksam und effektiv sein, wenn vorher auch das mögliche Risiko dazu ermittelt worden ist.

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Brandschutz in holzverarbeitenden Betrieben: Wie leicht brennt Holz?

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Urheber: Sergey Nivens | Fotolia

Von Martin Weyde,

Bei Brandgefahren in Produktionsbetrieben denkt man als Erstes an das brennbare Material, das dort verarbeitet wird. Dazu gehört neben Textilien oder Chemikalien natürlich auch der Klassiker – das Holz.

Dass Holz brennt, weiß jedes Kind, aber sind holzverarbeitende Betriebe wirklich so brandgefährdet, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat? Das wollte auch das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer genauer wissen.

Einerseits brennt Holz, andererseits brennt Holz gar nicht so leicht. Wer versucht, ein Stuhlbein mit einem Feuerzeug anzuzünden, dem wird das Feuerzeug eher in der Hand verglühen als das Bein in Flammen aufgehen. Der Grund ist bekannt, es liegt an der Oberfläche des brennbaren Materials, weshalb beim Lagerfeuer auch nicht als Erstes die dicken Äste angezündet werden. Aber daraus ergibt sich schließlich die Frage:

Sind holzverarbeitende Betriebe eigentlich so brandgefährdet wie allgemein angenommen?

Dort fällt zwar auch jede Menge Sägemehl an, das wegen seiner großen Oberfläche sogar explodieren kann, aber das meiste Holz ist ja wohl eher brett- oder balkenförmig. Also, brennt das denn so leicht?  Das wollten auch die öffentlichen Versicherer wissen, und die können ja sogar auf ihre eigene, seit 1999 geführte Schadendatenbank zurückgreifen. Aus der geht hervor: Es gibt beim verarbeitenden Gewerbe acht Gruppen, eine davon ist die Gruppe Holz/Papier, und in dieser ereignen sich fast ein Drittel aller Feuerschäden.

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Trotzdem stellt sich wegen der obigen Überlegungen doch die Frage nach dem Warum. Hier hilft die Brandursachenstatistik für holzverarbeitende Betriebe weiter. Diese weist aus:

  • Offenes Feuer war mit 1,4 Prozent die seltenste Brandursache.
  • 19,65 Prozent der Brände entstanden durch Überhitzung.
  • In 18,6 Prozent der Fälle war Elektrizität der Auslöser.
  • Für fast ein Drittel war „Sonstiges und unbekannt“ verantwortlich.

Andere Ursachen wie feuergefährliche Arbeiten, Brandstiftung oder Selbstentzündung lagen alle unter zehn Prozent. Bleibt also einerseits die beinahe unheimliche Frage, wer denn die vielen Herr Sonstiges und Frau Unbekannt wohl gewesen sein mögen. Andererseits aber auch:

Was heißt denn hier eigentlich Überhitzung?

Überhitzungen kommen in holzverarbeitenden Betrieben als Brandursache doppelt so häufig wie im Durchschnitt aller Brandschäden vor. Die Datenbank der Versicherer erfasst darunter vor allem diese zwei Fälle:

  • Brennbare Materialien werden zu nahe an Öfen gelagert, die sie durch direkten Kontakt oder Strahlungswärme überhitzen.
  • Absauganlagen entzünden sich, weil glühende Partikel eingetragen werden. Hier empfehlen die Versicherer, Metallabscheider und Funkenlöschanlagen einzubauen.

Zusammenfassend halten die Versicherer fest, neben der Einhaltung der Vorschriften sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Schadenverhütung, die Mitarbeiter zu unterweisen.

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