Gratis-Download

Brandschutzmaßnahmen können nur dann wirksam und effektiv sein, wenn vorher auch das mögliche Risiko dazu ermittelt worden ist.

Jetzt downloaden

Brandschutztür: Funktion, Arten, Pflichten, Kosten

 
Brandschutztüren - Funktion, Arten und Kosten
© Bertold Werkmann | Adobe Stock

Erstellt:

In Deutschland gibt es rund 200.000 Brände pro Jahr. Eine Brandschutztür verzögert die Ausbreitung des Feuers und schützt Menschen sowie Teile des Firmengebäudes. Doch wo sollten Brandschutztüren eingebaut sein? Und welche Anforderungen müssen diese erfüllen? Dieser Artikel liefert Ihnen umfassende Informationen rund um die Funktion, die Arten, Pflichten und Kosten von Brandschutztüren.

Warum sind Feuerschutztüren in Unternehmen sinnvoll?

Als Unternehmer sind Sie dazu verpflichtet, für die Sicherheit Ihrer Angestellten und Kunden zu sorgen. Durch den Einbau von Brandschutztüren schützen Sie gleichzeitig sich selbst vor großen Verlusten. Ein Brand ist nicht nur lebensbedrohlich, sondern zerstört auch das Hab und Gut des Unternehmens – sowohl durch Feuer und Ruß als auch durch das Wasser, das beim Löschen zum Einsatz kommt.

Bei betrieblichen Brandschäden entsteht durchschnittlich ein Schaden von rund 125.000 Euro. Pro Jahr gibt es in Unternehmen etwa 200 Großbrände, bei denen die Kosten durch die Zerstörung in die Millionenhöhe geht. Innerhalb eines Jahres nach dem Brand müssen 70 Prozent der betroffenen Unternehmen Insolvenz anmelden, 40 Prozent sind zu diesem Schritt bereits direkt nach dem Feuer gezwungen.

Brandschutztüren sorgen dafür, dass das Feuer nicht auf andere Teile des Gebäudes oder auf Nachbargebäude übergreifen kann. So retten sie nicht nur Leben, Sie schützen auch Ihr Unternehmen. Auf diese Weise bleibt Ihre wirtschaftliche Existenz ebenso gesichert wie die Arbeitsplätze Ihrer Angestellten.

Einsatzgebiete: Wo sollten Brandschutztüren vorhanden sein?

Eine Brandschutztür ist vor allem überall dort sinnvoll, wo es Personen in einem Gebäude nicht möglich ist, innerhalb kürzester Zeit den Ausgang zu erreichen. In den Landesbauordnungen der einzelnen Bundesländer ist festgehalten, wo Sie Brandschutztüren installieren müssen. Die Vorschriften weichen leicht voneinander ab, allerdings gibt es zahlreiche Übereinstimmungen. Zum Beispiel sind Feuerschutztüren in öffentlichen Gebäuden oder Gebäuden mit viel Publikumsverkehr verpflichtend einzubauen. Dazu zählen:

  • Geschäfte
  • Behörde
  • Schulen und Kindergärten
  • Krankenhäuser
  • Hochhäuser
  • Bürogebäude
  • Hotels
  • Seniorenheime
  • Pflegeheime

Feuerschutztüren müssen Sie auch in Brandwände einbauen, da sonst die Türöffnung den Flammen in der ansonsten feuerhemmenden Wand ein Durchkommen ermöglicht. Sie sind vorgeschrieben in allen Gebäuden mit Fluren von mehr als 30 Metern Länge. Hier sollen die Türen die Gänge in einzelne Abschnitte unterteilen.

Weiterhin ist es sinnvoll und in manchen Bundesländern auch vorgeschrieben, Brandschutztüren in Einfamilienhäusern zu installieren. Vor allem im Übergang von der Garage zum Haus oder vom Heizungskeller zum Treppenhaus ist eine solche Tür sinnvoll. Vermehrt werden auch Brandschutztüren als Wohnungs- oder Hauseingangstüren genutzt.

Feuerschutzabschlüsse: Was ist die Funktion einer Brandschutztür?

Die sogenannten Feuerschutzabschlüsse beschränken ein Feuer, das in einem Gebäude ausbricht, nach Möglichkeit auf einen Gebäudeabschnitt. Die Feuerschutztür ist Teil des Systems, das für die Eindämmung sorgt. Sie hält den Flammen stand (wie lange, hängt von der Feuerwiderstandsklasse ab) und verhindert ihre Ausbreitung. Auf diese Weise können die Menschen im Haus sich über die ausgewiesenen Rettungswege in Sicherheit bringen und die Feuerwehr gewinnt wertvolle Zeit bei der Brandbekämpfung.

Welche Brandschutztüren gibt es?

Es gibt feuerhemmende Türen aus verschiedenen Materialien. Oft sind sie aus Stahl oder Aluminium gefertigt. Allerdings ist der Einsatz dieser Materialien nicht überall gewünscht. In einem eleganten Hotel etwa wirken die schweren Stahltüren optisch unpassend, eine Brandschutztür aus Holz fügt sich hier besser ein. Es gibt tatsächlich Feuerschutztüren aus Holz, die den Flammen lange standhalten.

In manchen Unternehmen ist es notwendig, dass so viel Tageslicht wie möglich an den Arbeitsplatz dringt. Auch hier ist Stahl nicht das passende Material. Stattdessen können feuerfeste Wände sowie eine Brandschutztür aus Glas sowohl Helligkeit als auch Schutz vor Feuer bieten. Oft ist das Glas mit leichten Rahmen aus Aluminium eingefasst.

Brandschutztüren haben verschiedene Feuerwiderstandsklassen, wobei die Zahlen für Minuten stehen – die T30 Tür hält also mindestens 30 Minuten den Flammen stand, die T90 Tür mindestens 90 Minuten usw. Dabei gelten folgende Eigenschaften:

  • T30 (feuerhemmende Türen)
  • T60 (hochfeuerhemmende Türen)
  • T90 (feuerbeständige Türen)
  • T120 (hochfeuerbeständige Türen)
  • T180 (höchstfeuerbeständige Türen)

Je nachdem, ob die Tür einen oder zwei Flügel hat, befindet sich hinter dem Kürzel noch die entsprechende Zahl, also etwa T60-1 bzw. T60-2. Modelle, die der DIN 18095 zum Rauchschutz entsprechen, sind zugleich auch Rauchschutztüren. Sie hindern den Rauch an der Ausbreitung im Gebäude. Im Kürzel wird dies durch ein angehängtes "RS" gekennzeichnet, also beispielsweise T90-RS.

Welche Anforderungen muss eine Brandschutztür erfüllen?

Die Anforderungen an eine Brandschutztür sind umfangreich und in der DIN 4102-5 (Deutschland) bzw. DIN EN 13501-2 (EU) geregelt. Allerdings ist der Begriff nicht rechtlich geschützt. Daher sollten Sie sich vor dem Kauf vergewissern, dass die Türen tatsächlich den Regelungen entsprechen. Zudem gelten verschiedene Vorschriften:

  • Brandschutztüren müssen immer selbstschließend sein und sich als Fluchttüren immer nach außen öffnen.
  • Den Einbau der Brandschutztür sollten Fachleute übernehmen.
  • Brandschutztüren dürfen nur durch spezielle Feststellanlagen fixiert werden, die das automatische Schließen nicht verhindern (Brandmelder steuern die Feststellanlage bei der Brandschutztür).

Den Einbau von Brandschutztüren durch Fachleute ist deshalb relevant, da das Türblatt und die Zarge eine Einheit bilden, die nach genauen Vorschriften montiert werden muss. Idealerweise vergießt der Experte die Zarge mörtelt sie aus. So kann sie hohem Druck und extremen Temperaturen standhalten. Zudem ist darauf zu achten, dass der genutzte Montageschaum feuerfest ist.

Damit die eingebaute Tür den Vorschriften für den Brandschutz entspricht, muss sie über eine Zulassung vom Deutschen Institut für Bautechnik verfügen. Dafür erhält sie eine Zulassungsnummer. Diese finden Sie zusammen mit den Angaben zur Feuerwiderstandsklasse und zum zuständigen Materialprüfungsamt auf einem Schild der Brandschutztür.

Welche Anbieter von Brandschutztüren gibt es?

Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von Herstellern für Brandschutztüren. Manche bieten alle Arten von Türen an, andere spezialisieren sich auf bestimmte Feuerwiderstandsklassen, Materialien oder Einsatzorte. Die Türen sind im Baurichtmaß erhältlich, oft sind aber auch Sonderwünsche möglich. Sie können sich beispielsweise einen Überblick verschaffen in den Sortimenten von:

  • Hörmann
  • Teckentrup
  • Lindner
  • Schörghuber

Wichtig ist, dass Sie sich ausgiebig beraten lassen und Hersteller Ihnen den Zulassungsbescheid des Deutschen Instituts für Bautechnik mitliefern. Damit Drittanbieter bei Bedarf den Einbau der Feuerschutztüren übernehmen können, ist auch eine Einbauanleitung für die Bestandteile der Brandschutztür nötig. Lassen Sie sich zudem erklären, wie die Instandhaltung abläuft und in welchen Abständen Sie die Türen warten lassen müssen, um rechtlich abgesichert zu sein.

Wie viel kosten Brandschutztüren?

Wie hoch die Kosten für Ihr Unternehmen ausfallen, hängt von der Größe und dem Aufbau der Gebäude ab. Feuerschutztüren werden meist in der Garage, im Heizungskeller, an den Notausgängen, zu den Treppenhäusern, in Werkstätten und Lagerräumen sowie in langen Fluren angebracht.

Die Kosten hängen weiterhin davon ab, welches Material Sie wünschen und ob die Tür ein- oder zweiflügelig sein soll. Während Holz und Stahl zu den günstigeren Lösungen zählen, sind Glas und Aluminium teurer. Eine einflügelige Brandschutztür aus Holz oder Stahl bekommen Sie schon für wenige 100 Euro. Eine zweiflügelige Aluminiumtür kann hingegen auch mehr als 10.000 Euro kosten. Am besten lassen Sie sich von den Herstellern einen für Ihren Bedarf passenden Kostenvoranschlag geben.

Fazit - Brandschutztüren für jeden Bedarf

Brandschutztüren sind in vielen Gebäuden nicht nur vorgeschrieben, sondern auch sinnvoll. Sie retten Leben und vermeiden einen größeren Schaden durch das Feuer. Die Anforderungen des Brandschutzes an Ihr Unternehmen entnehmen Sie der Landesbauordnung Ihres Bundeslandes. Welche Feuerwiderstandsklasse soll die Tür haben und soll sie auch über einen Rauchschutz verfügen? Entscheiden Sie, welches Material sich für die Türen und Ihre Bedürfnisse am besten eignet. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von den Herstellern beraten. Diese kennen sich mit den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten und den regionalen Gegebenheiten am besten aus. Die Kosten hängen von der Zahl, dem Material und der Größe der ausgewählten Brandschutztüren ab.

Arbeitsschutz aktuell

Sichern Sie sich praxisrelevante Tipps, Anregungen und Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen mit leicht nachvollziehbaren Lösungsansätzen für Ihrer tägliche Arbeit als Sicherheitsbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.

Datenschutz
Produktempfehlungen

Alles rund um das Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement

Die wichtigsten Informationen zur Ersten Hilfe

Was Aufsichtsbehörden wichtig ist, wenn die psychische Gefährdungsbeurteilung kontrolliert wird. Wissen kompakt.

Jobs