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Brandschutzmaßnahmen können nur dann wirksam und effektiv sein, wenn vorher auch das mögliche Risiko dazu ermittelt worden ist.

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Fahrstühle 2013: Zwei Drittel sind defekt

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Von Martin Weyde,

Es ist allgemein bekannt, dass Fahrstühle bei einem Brand nicht Teil des Flucht- und Rettungsweges sein dürfen. Wenn es brennt, dann sind Fahrstühle lebensgefährlich. Aber warum eigentlich?

 

Und ebenfalls weniger bekannt dürfte die Tatsache sein, dass überhaupt nur ein Drittel der Fahrstühle in Deutschland keine Mängel haben. Darauf hat der Verband der TÜV Mitte April in seinem aktuellen Anlagensicherheits-Report hingewiesen.
Man kann sich einen Fahrstuhl leicht als Feuerfalle vorstellen: Ausgerechnet dann, wenn es brennt, bleibt der Fahrstuhl stecken – man sitzt fest und kann sich nicht in Sicherheit bringen. Ein denkbares Szenario. Auch die Vermutung, dass durch das Feuer die Tragseile durchschmoren und der Fahrstuhl abstürzt, hört sich plausibel an.
Am wahrscheinlichsten ist jedoch diese Bedrohung: Aufzugsanlagen sind nicht hermetisch abgeschlossen, und sie befinden sich in einem Schacht. Wenn es brennt, dann kann sich also nicht nur das Feuer auf diesem Weg schnell ausbreiten, sondern noch viel schneller der Brandrauch. Und der sorgt dafür, dass man nach wenigen Atemzügen bewusstlos wird und durch die Rauchvergiftung das Leben verliert.

 

Aber nicht nur Brände sind ein triftiger Grund, vor Fahrstühlen zu warnen. Zu diesem Ergebnis kommt der TÜV nach Auswertung der Mängel, die die Prüfer bei Aufzügen feststellen mussten:

  1. Von geschätzten 700.000 Aufzügen in Deutschland haben mehr als ein Drittel – rund 250.000 – keine Prüfung erlebt, denn die Betreiber scheren sich nicht um die Vorschriften. Deshalb fordert der TÜV dringend mehr Aufklärungsarbeit. Obwohl die Zahl installierter Aufzüge weiter zunimmt, ging die Zahl geprüfter Anlagen von 488.000 im Jahr 2008 auf 450.000 im Jahr 2012 zurück.
  2. Nur bei einem Drittel der geprüften Anlagen hatten die Prüfer nichts zu beanstanden. 9,5 Prozent hatten erhebliche und 58,5 Prozent geringfügige Mängel. Und bei 4.700 Anlagen befanden sich die Benutzer in akuter Gefahr! In welchem Zustand sich die 250.000 ungeprüften Anlagen befinden, bleibt der Fantasie überlassen.
  3. Zu den vorgefundenen Mängeln gehörten: verschlissene Fahrkorbführungen und Tragseile, mangelhafte Befestigungen von Hubzylindern und Traggerüsten, defekte Schachttüren, überbrückte Sicherheitseinrichtungen, fehlerhafte Notrufeinrichtungen und unterbrochene Notrufweiterleitungen.
  4. Die häufigsten Unfälle durch defekte Aufzugsanlagen waren im Jahr 2012:

    • Stürze, weil der Fahrkorb unbündig anhielt,
    • Quetschungen, Einklemmungen und Stürze, etwa weil die Elektrik fehlerhaft war oder der Fahrstuhl sich unkontrolliert bewegte,
    • und Produktversagen.

Auf Grundlage dieser Erfahrungen weist der TÜV darauf hin, dass die Betreiber besser über ihre Rechte, Pflichten und Handlungsoptionen informiert werden müssen. Aufzüge seien nicht ohne Grund überwachungsbedürftig.

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