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Brandschutzmaßnahmen können nur dann wirksam und effektiv sein, wenn vorher auch das mögliche Risiko dazu ermittelt worden ist.

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In welchen Fällen Löschdecken nicht verwendet werden sollten

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Brandschutz
Urheber: wsf-f | Fotolia

Von Rafael de la Roza ,

Eine neue DGUV-Information des Sachgebiets „Betrieblicher Brandschutz“ von Mai 2017 warnt davor, die Einsatzmöglichkeiten von Löschdecken bei der Brandbekämpfung zu überschätzen. Demzufolge sind sie nicht geeignet, um Speiseöl- und Speisefettbrände wirksam und effektiv zu bekämpfen. Auch zum Löschen von Personenbränden sind sie nur bedingt tauglich.

Untersuchungen der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) haben ergeben, dass ein effektives Ablöschen von Fettbränden bei Frittiereinrichtungen mittels Löschdecken nicht möglich ist. Wer dies versucht, setzt sich vielmehr erheblichen Verbrennungsgefahren bereits während des Auflegens der Löschdecken aus, da das Feuer durch das Gewebe der Löschdecken durchschlägt.

Fazit: Löschdecken sollen zur Bekämpfung von Speiseöl- und Speisefettbränden im gewerblichen und öffentlichen Bereich nicht verwendet werden. Vielmehr sollten in Küchen immer Feuerlöscher der Brandklasse F (nach der Europäischen Norm EN 2) bereitgehalten werden, die bei der Fettbrandbekämpfung am effektivsten sind. Auch dürfen Sie Fettbrände auf keinen Fall mit Wasser löschen, da dieses schwerer ist als brennendes Fett. Bei einem Löschversuch mit Wasser würde das Löschwasser schnell im brennenden Fett absinken und verdampfen. Der entstehende Wasserdampf schießt dann explosionsartig nach oben und reißt das heiße Fett mit sich, wobei eine Stichflamme entsteht.

Problematischer Einsatz auch bei Personenbränden

Auch beim Löschen von Personenbränden bringt der Einsatz von Löschdecken zusätzliche Gefahren für die rettende und die brennende Person mit sich. Wenn eine Person brennt, ist es ein Reflex, dass sie wegläuft und sich selbst zu retten versucht. Oft wehrt sich das Opfer sogar gegen den Einsatz der Löschdecke aus Angst, darunter zu verbrennen. Will jemand eine brennende Person mit einer Löschdecke ablöschen, muss er sie in die Decke einwickeln. Danach muss er die Decke möglichst andrücken, um das Feuer überall zu ersticken. Beim Andrücken der Decke werden aber brennende oder glühende Stoffteile intensiv auf die Haut gepresst, was zusätzliche schwere Brandverletzungen verursacht.

So löschen Sie Personenbrände richtig

Diese Regeln gelten bei allen Löschversuchen von Personenbränden, ganz gleich, welcher Feuerlöschertyp dabei zum Einsatz kommt:

  • Fordern Sie die zu löschende Person auf, Augen und Mund zu schließen.
  • Richten Sie den ersten Löschstrahl auf Brust und Schultern der brennenden Person, um Hals und Kopf vor den aufzüngelnden Flammen zu schützen.
  • Danach den Strahl weiter nach unten und zu den Seiten führen.

Löschen mit Schaumlöschern

Löschexperimente haben ergeben, dass die besten Ergebnisse mit Schaumlöschern mit Wirbeldüse erzielt werden. Diese Spezialdüse erzeugt einen sehr weichen und breiten Sprühstrahl, mit dem Personenbrände besonders effektiv gelöscht werden können. Darum sollten Sie Schaumlöscher (sofern vorhanden) beim Löschen von Personen bevorzugen. Dabei gilt: mit möglichst weichem Schaumstrahl sprühen.

Pulverlöscher

  • Halten Sie mindestens 2 m Abstand zu der brennenden Person.
  • Mit einer mindestens 30 cm breiten Pulverwolke sprühen.
  • Löschen Sie mit kurzen, schnell aufeinander folgenden Pulverstößen.

Eine schädigende Wirkung des Pulvers beim Eindringen in Wunden ist nicht bekannt. Spülen Sie das Löschpulver dennoch mit reichlich Wasser ab, denn es kann zu vorübergehenden Reizungen der Augen, der Schleimhäute und Wunden führen.

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Löschen mit Wasserlöschern

Wenn nur ein Wasserlöscher vorhanden ist, halten Sie diese Regeln ein:

  • Mit weichem Strahl sprühen, andernfalls mindestens 3 m Abstand halten.
  • Vorsicht beim Ablöschen von Gesicht und Wunden mit dem vollen Strahl!

Kohlendioxidlöscher

Ist kein anderer Löscher greifbar, können auch CO2-Löscher benutzt werden.

  • Dabei unbedingt einen Mindestabstand von 1,5 m einhalten.
  • Den Strahl nie direkt auf das Gesicht richten, sondern ihn seitlich am Körper vorbeiführen.
  • Den Sprühstrahl nie auf einer Stelle des Körpers verweilen lassen - es besteht Erfrierungsgefahr!

Der 2-kg-CO2-Löscher reicht häufig nicht aus, um den Brand vollständig zu löschen. Er ermöglicht aber, ihn einzudämmen und die Person von der brennenden Kleidung zu befreien.

Wichtig: Ergeben Ihre Gefährdungsbeurteilungen ein erhöhtes Risiko für einen Personenbrand, z. B. beim Umgang mit entzündbaren Flüssigkeiten, sollten Sie grundsätzlich für weitere technische, organisatorische oder personenbezogene Maßnahmen und Ausrüstungen zur Personenbrandbekämpfung sorgen. Dazu zählen z. B.

  • eine festinstallierte Notdusche,
  • das Vorhalten zusätzlicher, geeigneter Feuerlöscheinrichtungen oder
  • das Tragen von geeigneter Persönlicher Schutzausrüstung bei Arbeiten mit höherem Brandrisiko
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