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Brandschutzmaßnahmen können nur dann wirksam und effektiv sein, wenn vorher auch das mögliche Risiko dazu ermittelt worden ist.

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So entwerfen Sie Flucht- und Rettungswege

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Von Martin Weyde,

Frage: Wie gehe ich am besten vor, um Flucht- und Rettungswege richtig anzulegen?

 

Antwort: Nehmen Sie sich vor allem Zeit für die Vorbereitung.
Damit Ihnen bei der Einrichtung Ihrer Flucht- und Rettungswege nichts durchrutscht, sollten Sie sich in drei Phasen organisieren: Sammeln, Planen und Prüfen. Sammeln Sie zunächst alle nötigen Unterlagen, damit Sie sinnvoll planen können und Ihr Ergebnis sich als tragfähig erweist, wenn Sie es abschließend prüfen.
1. Sammeln Sie im ersten Schritt alle Pläne und Informationen, die Sie bekommen können. Sie müssen sich einen Überblick über Ihre Anlage und die Personen verschaffen, die sich bei Ihnen aufhalten. Dafür benötigen Sie:

  • einen Übersichtsgrundrissplan Ihrer Anlage mit allen Gebäuden,
  • Grundriss- und Flächenlayoutpläne der Arbeits- und Aufenthaltsbereiche sowie der Umgebung,
  • Informationen zu allen Arbeitsplätzen und Abläufen, die es in Ihrem Unternehmen gibt, jeweils bezogen auf die Arbeits- und Aufenthaltsbereiche,
  • Informationen darüber, wieviele Personen sich wann in welchen Bereichen aufhalten. Denken Sie dabei auch an mögliche Sonderfälle wie Besichtigungs-, Publikums-, Vertreter- oder andere Tage, an denen mehr als gewöhnlich los ist.

 

 

2. Planen Sie die Flucht- und Rettungswege anhand folgender Fragen:

  • Wo befinden sich Ausgänge, die ins Freie oder in gesicherte Bereiche führen? Gesicherte Bereiche sind auch rauch- und feuersichere Treppenhäuser. Markieren Sie alle Ausgänge.
  • Was befindet sich in den verschiedenen Arbeits- und Aufenthaltsbereichen? Die zulässige Länge der Flucht- und Rettungswege richtet sich danach, wie gefährdet die Räume sind.
  • Wie lang sind die Fluchtwege nach Ihren Plänen? Benutzen Sie einen Zirkel, um die Länge festzustellen.

Grundsätzlich ist eine Länge von 35 Metern zulässig. Für brandgefährdete Räume ohne selbsttätige Feuerlöscheinrichtungen gelten 25 Meter, für giftstoff- und explosionsgefährdete Räume 20 und für explosivstoffgefährdete Räume nur 10 Meter.
Der tatsächliche Fluchtweg darf dabei 1,5 mal so lang wie die Vorgabe sein, aber nicht länger. Führt der Fluchtweg durch ein Lager, dessen Gänge gelegentlich mit Paletten verstellt werden, kann sich die Länge des Weges leicht verdoppeln.
Wenn Sie von den Türen ausgehend mit Ihrem Zirkel nicht alle Bereiche abdecken, in denen sich Personen aufhalten könnten, dann müssen Sie zusätzliche Ausgänge ins Freie oder in gesicherte Bereiche schaffen. Falls dies nicht möglich ist, können Sie nur die Gefährdung in den betroffenen Räumen verringern, um die zulässigen Fluchtwege zu verlängern. Achten Sie darauf, keinen Bereich auszulassen.
Die Fluchtwege müssen in ihrer Breite der möglichen Zahl der Benutzer entsprechen, und auch hinsichtlich der Türen und anderer Hindernisse gibt es verschiedene Anforderungen, die Sie in der Arbeitsstättenregel A2.3 nachlesen sollten.
3. Prüfen Sie Ihre Flucht- und Rettungswege mit einer Räumungsübung:

  • Besprechen Sie die Übung 6 Wochen vorher mit allen Verantwortlichen der verschiedenen Bereiche Ihres Unternehmens.
  • Vereinbaren Sie einen festen Termin für die Übung, aber halten Sie den Kreis der Eingeweihten klein, damit die Übung ein realistisches Bild vermittelt. Informieren Sie die Mitarbeiter jedoch ohne Angabe des Termins darüber, dass eine solche Übung jederzeit stattfinden kann.
  • Beziehen Sie in die Übung auch Personen ein, die sich nicht ständig bei Ihnen aufhalten.
  • Stellen Sie vor Beginn der Übung fest, ob sich bei Ihnen Personen aufhalten, die gesundheitlich durch die Übung gefährdet werden könnten.

Gehen Sie das Ergebnis der Übung mit den anderen Verantwortlichen durch, und fragen Sie auch die Teilnehmer nach ihren persönlichen Eindrücken.

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