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Brandschutzmaßnahmen können nur dann wirksam und effektiv sein, wenn vorher auch das mögliche Risiko dazu ermittelt worden ist.

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So klären Sie Ihren Bedarf an Flucht- und Rettungswegen

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Von Wolfram von Gagern,

Frage: Wieso ist es erforderlich, in unserem Betrieb Fluchtwege festzulegen? Wir wissen doch selbst am besten, wie wir am schnellsten nach draußen kommen!

 

Antwort: Ob und wie Sie Fluchtwege gestalten müssen, hängt vor allem davon ab, wie Ihr Betrieb angelegt ist und wie und wozu Sie Ihre Räume nutzen. § 4 der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) schreibt vor, dass Arbeitgeber dafür zu sorgen haben, dass ihre Beschäftigten sich bei Gefahr unverzüglich in Sicherheit bringen und schnell gerettet werden können. Lesen Sie unten, welche Kriterien dabei eine Rolle spielen.
Flucht- und Rettungswege sind erforderlich, wenn Sie eine der folgenden drei Fragen mit Ja beantworten:

  1. Gibt es bei Ihnen unübersichtliche Räume, mehrere Etagen oder verwinkelte oder verbaute Gänge? Ihre üblichen Wege sind nicht unbedingt die schnellsten.
  2. Kommen zu Ihnen Besucher ins Haus? Denken Sie auch an Kunden oder Kollegen, die sich nicht so gut auskennen wie Sie und Ihre eigenen Mitarbeiter.
  3. Gibt es bei Ihnen Arbeitsplätze, die besonders gefährdet sind? Wenn Sie mit Gefahrstoffen umgehen oder brand- oder explosionsgefährdete Bereiche haben, dann müssen diese besonders schnell geräumt werden können.

 

 

Wenn Sie sich über Flucht- und Rettungswege Gedanken machen, dann kommt es unter anderem darauf an, ob

  • Sie über eigene Rettungskräfte verfügen,
  • externe Rettungskräfte schnellen Zugang zum Gebäude oder Gelände haben,
  • Rettungskräfte längere Zeit benötigen, um zu Ihnen zu gelangen,
  • befestigte Zufahrten und Standplätze für Rettungskräfte vorhanden sind,
  • die Fluchtwege durch unterschiedliche Arbeitsbereiche wie Büros, Lager oder Werkstätten führen,
  • die Fluchtwege durch brand- oder explosionsgefährdete Bereiche führen,
  • Ihr Betrieb so übersichtlich angelegt ist, dass auch Ortsunkundige sich leicht zurechtfinden,
  • die Fluchtwege besonders lang sind, also zum Beispiel über mehrere Etagen gehen,
  • bei Ihnen leicht brennbares Material gelagert wird,
  • sich bei Ihnen viele betriebsfremde Personen wie Kunden oder externe Arbeitskräfte aufhalten.

Grundsätzlich dürfen Flucht- und Rettungswege maximal 35 Meter lang sein. In brandgefährdeten Räumen ohne selbsttätige Feuerlöscheinrichtungen reduziert sich die zulässige Länge auf 25 Meter. Aus giftstoff- und explosionsgefährdeten Räumen müssen Sie sich auf maximal 20 Meter langen Wegen in Sicherheit bringen können, und für explosivstoffgefährdete Räume sind nur 10 Meter zulässig.
Gehen Sie die Sache praktisch an: Spielen Sie den Ernstfall vor Ort durch – zunächst allein, und dann gemeinsam mit Ihren Kollegen. Ihr Ziel muss sein, dass die Menschen, die sich in Ihrem Betrieb aufhalten, diesen möglichst schnell und sicher verlassen. Gehen Sie dabei in 5 Schritten vor: Planen, Gestalten, Kennzeichnen, Überprüfen, Korrigieren. Ob alles wie vorgesehen funktioniert, finden Sie am sichersten heraus, indem Sie mit Ihren Kollegen eine Räumungsübung durchführen.

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