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Brandschutzmaßnahmen können nur dann wirksam und effektiv sein, wenn vorher auch das mögliche Risiko dazu ermittelt worden ist.

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So verhindern Sie sicher Elektrobrände an Maschinen

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Brandschutz
Urheber: wsf-f | Fotolia

Von Günter Stein,

Sie beginnen oft klein, ihre Wirkung ist aber oft verheerend: Elektrobrände von Maschinen gefährden nicht nur die einzelne Maschine, sondern komplette Produktionsanlagen oder Hallen. Deshalb sollten Sie so gut es geht solchen Bränden vorbeugen. Wie Sie hierbei konkret vorgehen sollten, lesen Sie in diesem Beitrag.

Oft kleine Ursache

Die meisten Elektrobrände entstehen durch Kleinigkeiten wie beschädigte Isolierungen oder Überlastungen an elektrischen Leitungen und Anschlüssen. Diese Brandursachen können Sie verhindern. Befolgen Sie dazu diese 5 Tipps, und besprechen Sie mit dem Sicherheitsverantwortlichen auch, dass diese Regeln in jede Unterweisung gehören.

1. Schadhafte Isolierungen sofort reparieren

Elektrokabel können schnell beschädigt werden. Oft reicht es schon aus, wenn sie gequetscht oder geknickt werden. Die Gefahr: Gequetschte elektrische Leiter haben einen höheren Widerstand. Die Folge: Die Leitung kann sich an dieser Stelle gefährlich erhitzen. Defekte Isolierungen können Kriechströme und Kurzschlüsse bewirken.

Beachten Sie: Weitere Auslöser für Schäden können Gase oder Dämpfe sein, denen die Kabel ausgesetzt sind.

Sorgen Sie daher dafür, dass jeder Mitarbeiter, der eine Leitung versehentlich beschädigt oder defekte Leitungen entdeckt, dies umgehend der Sicherheitsfachkraft meldet. Die defekte Leitung muss sofort stromlos gemacht werden. Falls das nicht möglich ist, müssen Warnschilder aufgestellt werden. Die defekte Leitung muss anschließend unverzüglich instand gesetzt werden.

2. Verhindern Sie Überlastungen

Neben offensichtlichen Schäden an einer Leitung kann auch deren Überhitzung zu einem Brand führen. Dies geschieht häufig, wenn zu viele Geräte mit zu hoher Nennleistung an derselben Steckdose angeschlossen werden. Wichtig: Verwenden Sie keine lose verlegten Mehrfachsteckdosen, an denen zu viele Verbraucher hängen.

Sorgen Sie mit dafür, dass Mehrfachsteckdosen und privaten Geräte wie Radios oder Elektroheizer grundsätzlich vor Inbetriebnahme beim Vorgesetzten angemeldet werden. Er muss dann in Zusammenarbeit mit der Sicherheitsfachkraft entscheiden, ob die Geräte am Arbeitsplatz erlaubt sind.

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3. Defekte Kontakte sofort reparieren

Schadhafte oder lose Kontakte verursachen erhöhte Widerstände und damit eine erhebliche Wärmeentwicklung. Ursachen können u. a. sein:

  • schadhafte Steckdosen,
  • defekte Stecker,
  • fehlerhafte Schalter, z. B. durch einen Wackelkontakt,
  • Verschmutzungen.
  • Bei einem Wackelkontakt in der Steckdose entstehen Lichtbogen mit sehr hoher Temperatur. Eine Holzwand kann dadurch leicht entzündet werden. Genau wie bei einer defekten Leitung gilt auch hier: Jeder Mitarbeiter, dem ein fehlerhafter Kontakt auffällt, sollte sofort die Sicherheitsfachkraft informieren. Schadhafte Stecker oder Schalter sollten sofort außer Betrieb genommen werden.

4. Sicherungen nicht überbrücken

Sicherungen unterbrechen bei einem Defekt den Stromkreis und vermeiden so eine übermäßige Erhitzung des Leiters. Deshalb muss allen Mitarbeitern klar sein, dass sie niemals überbrückt werden dürfen.

Beachten Sie: Wenn beim Einschalten eines Geräts die Sicherung auslöst, muss die Sicherheitsfachkraft informiert werden. Die Maschine darf bis zur Instandsetzung nicht mehr benutzt werden. Am besten lassen Sie einen Warnhinweis anbringen wie „Nicht benutzen!“ oder „Außer Betrieb!“ Weisen Sie alle Beteiligten darauf hin, dass Sicherungen niemals ohne vorherige Überprüfung der Fehlerursache wieder hineingedrückt werden dürfen.

Versicherung haftet nicht!

Wenn sich nach einem Brand herausstellt, dass eine manipulierte Sicherung die Ursache war, lehnen die Versicherungen die Regulierung des Schadens grundsätzlich ab. Der Verantwortliche muss mit einer Anzeige wegen fahrlässiger Brandstiftung rechnen.

5. Vorgeschriebene Prüfungen rechtzeitig durchführen

Als Richtschnur für die Dauer der Prüfintervalle können Sie entsprechend der Durchführungsanweisung zur DGUV-Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“ folgende Mindestintervalle nutzen:

Prüffristen:

  • für ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel: alle 4 Jahre
  • für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel, einschließlich Verlängerungs- und Anschlussleitungen mit Stecker/Steckdose: in Fertigungsstätten, Werkstätten usw. jährlich / in Büros alle 2 Jahre

 

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