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Expertise im Blitzschutz: Reicht Ihre Qualifikation aus?

 
Blitz
Urheber: trendobjects | Fotolia

Von Sabine Kurz,

Blitzschläge und Blitzüberspannungen hinterlassen oft teure Schäden an technischen Anlagen, obwohl man diese mit professionellen Blitzschutzsystemen verhindern könnte. Das liegt auch daran, dass es in Deutschland keine grundständige Ausbildung zum Blitzschutzspezialisten gibt. Inzwischen wird eine qualifizierte Weiterbildung angeboten, die das erforderliche Spezialwissen vermittelt.

Die einschlägige Norm, die DIN EN 62305-3- VDE 0185-305-3:2011-10 „Blitzschutz. Teil 3: Schutz von baulichen Anlagen und Personen“, verlangt zwar, dass eine Blitzschutzfachkraft die Planung, Errichtung, Prüfung und Wartung von Blitzschutzsystemen übernimmt, legt aber keine Qualifikationsanforderungen fest. Deshalb hat das für die nationale Norm zuständige Komitee K 251 eine Erläuterung für den Begriff der Blitzschutz-Fachkraft verabschiedet, der sich am Qualifikationsbild der Elektrofachkraft orientiert und erstmals Anforderungen an die erforderliche Qualifikation festlegt:

  • Mehrjährige Berufserfahrung (mindestens fünfjährige, schwerpunktmäßige Tätigkeit) und zeitnahe berufliche Tätigkeit im Bereich des Blitzschutzes. Einzelne Bundesländer haben dazu spezielle Prüfverordnungen (PV) erlassen.
  • Eine Blitzschutz-Fachkraft muss sich außerdem laufend über die örtlich geltenden bauaufsichtlichen Vorschriften informieren.
  • Kenntnisse im Bereich Planung (physikalische Zusammenhänge, Berechnungsverfahren, Installationsrichtlinien von Blitzschutzbauteilen und Überspannungs-Schutzgeräten, bautechnische Erfordernisse, Montagetechniken)
  • Kenntnisse im Bereich Errichtung/Montage (detaillierte Kenntnisse der Installationsrichtlinien von Blitzschutzbauteilen und Überspannungs-Schutzgeräten, bautechnische Erfordernisse, Montagetechniken)
  • Kenntnisse im Bereich Prüfung und Wartung von Blitzschutzsystemen (physikalische Zusammenhänge, Einsatz unterschiedlicher Planungsmethoden und Berechnungsverfahren, Installationsrichtlinien von Blitzschutzbauteilen und Überspannungs-Schutzgeräten, allgemeine bautechnische Erfordernisse, Montagetechniken)
  • Kenntnisse der Maßnahmen des äußeren und inneren Blitzschutzes
  • Kenntnisse der einschlägigen, allgemein anerkannten Regeln der Technik
  • Kenntnisse der einschlägigen Normen (u. a. Normenreihe VDE 0185-305 Blitzschutz)
  • Kenntnisse örtlich geltender bauaufsichtlicher Vorschriften

So finden Sie die richtige Weiterbildung

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Anbietern, die eine Weiterbildung zur Blitzschutzfachkraft ermöglichen. Wenn Ihr Betrieb häufig Werkleistungen für andere Unternehmen erbringt, sollten Sie bzw. die Kollegen ein anerkanntes Zertifikat vorlegen können, das Ihre fachlichen Kenntnisse anhand der erfolgreichen Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme belegt. Es gibt mehrere Anbieter, die Weiterbildungen nach den Vorgaben des VDE/ABB (Ausschuss für Blitzschutz und Blitzforschung) offerieren, so u. a. der VDE selbst, der TÜV oder der Verband Deutscher Blitzschutzfirmen.

Beim VDE werden fundierte Kenntnisse des äußeren und inneren Blitzschutzes auf Basis der Normenreihe VDE 0185-305 Blitzschutz in einwöchigen Grundseminaren vermittelt. In einer schriftlichen Prüfung wird das erworbene Wissen abgefragt. Wer diese Prüfung mit Erfolg ablegt, kann sich „VDE geprüfte Blitzschutzfachkraft“ nennen. Aufbauseminare zu speziellen Themen, wie z. B. Blitzschutz von Photovoltaik-Anlagen, halten das Wissen aktuell. Für „VDE geprüfte Blitzschutzfachkräfte“ ist die Teilnahme an einem Aufbauseminar innerhalb von fünf Jahren obligatorisch.

 

Spezialisierung: Blitzschutzfachkraft für Tätigkeiten in explosionsgefährdeten Bereichen

Zusätzlich zur grundständigen Weiterbildung werden weitere Spezialisierungen angeboten, etwa zur Blitzschutz-Fachkraft in explosionsgefährdeten Bereichen. Anlagen mit explosionsgefährdeten Bereichen sind oft überwachungsbedürftig, sodass an die Erstinbetriebnahme, an den Betrieb, an Änderungen, Instandsetzungen sowie regelmäßige Prüfungen besondere Anforderungen gestellt werden. Deshalb sind diese Zusatzkenntnisse erforderlich:

  • Prinzipien des Explosionsschutzes
  • Schutzarten und Gerätekennzeichnung
  • Aspekte der Gerätekonstruktion, die für den Blitzschutz relevant sind
  • Zertifikate und relevante Normen, Technische Regeln für betriebliche Sicherheit (TRBS)
  • Prüf-, Wartungs- und Instandsetzungsanforderungen sowie Kenntnisse von Techniken und Geräten
  • Kenntnisse der Arbeitserlaubnissysteme und der sicheren elektrischen Trennung im Explosionsschutz
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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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