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Warum die Sichtprüfung von freiliegenden Kabeln nicht überflüssig ist

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Urheber: Klaus Eppele | Fotolia

Erstellt:

Einen dramatischen Elektrounfall mit zwei Toten muss ein Mitgliedsbetrieb der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) verkraften. Banale Ursache: eine beschädigte Kabelummantelung!

Wie die BG berichtet, stand der erste betroffene Beschäftigte auf einer höhenverstellbaren Arbeitsbühne aus Aluminium, die sein Betrieb selbst umgerüstet hatte. Während er mit voller Konzentration eine Spritzgussmaschine steuerte, berührte er nichtsahnend die Arbeitsbühne.

Was er nicht wissen konnte: Beim Absenken der Bühne war die Zuleitung einer Mehrfachsteckdose, die an die Maschine angeschlossen war, so stark beschädigt worden, dass die Bühne unter Spannung stand. Mit seiner unbedeutenden Bewegung schloss der Mann den Stromkreis, erlitt einen Durchströmungsunfall und verstarb noch an der Unfallstelle. Das Drama war damit aber leider noch nicht zu Ende. Ein Vorarbeiter wollte dem Kollegen zu Hilfe kommen, berührte ihn und erlitt ebenfalls eine tödliche Körperdurchströmung.

Zugegeben, eine solche Verkettung unglücklicher Umstände ist extrem selten. Trotzdem sollten Sie Fachkollegen und vor allem nicht elektrotechnisch vorgebildete Kollegen immer wieder darauf hinweisen, dass winzige Fehler tödliche Auswirkungen haben können.

Wichtig! Stromunfälle sind nicht nur für das direkte Unfallopfer lebensgefährlich. Berührt ein Helfer den unter Spannung stehenden Körper, kann auch er eine Körperdurchströmung erleiden, die zum Tod führt! Weisen Sie die Kollegen immer wieder darauf hin, dass bei der Ersten Hilfe bei Elektrounfällen Eigenschutz vorgeht.

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5 Tipps für die Sichtprüfung von Kabeln, Leitungen und Steckern

  1. Bauen Sie die regelmäßige Sichtprüfung von Verlängerungskabeln, Kabeltrommeln etc. in Ihre tägliche Routine ein. Bewerten Sie dabei auch, ob Leitungen und Stecker für die vorgesehene Verwendung überhaupt geeignet sind. Anhaltspunkte dafür geben u. a. die
    • DGUV-Information 203-005 (frühere BGI 600) „Auswahl und Betrieb ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel nach Einsatzbereichen“
    • DGUV-Information 203-070 (frühere BGI 5090) „Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel – Fachwissen für den Prüfer“
  2. Tauschen Sie veraltetes Zubehör aus. In Steckdosenstromkreisen müssen seit 2007 Fehlerstrom-Schutzschalter ( FI-Schalter) mit sensibler Auslöseschwelle vorgeschaltet sein. Rüsten Sie mit FI-Schaltern nach, besonders, wenn Steckdosen für alle Beschäftigten frei zur Verfügung stehen.
  3. Legen Sie fest, dass freiliegende Verlängerungskabel etc. fachgerecht geschützt werden, etwa mit Kabelbrücken.
  4. Legen Sie fest, welche Details bei der Sichtprüfung kontrolliert werden sollen. Kleine Druckstellen in der Isolation sind erlaubt, Kabel mit Beschädigungen der Oberfl äche – Rissen, Löchern oder Knickstellen – müssen sofort (!) gemeldet und aus dem Verkehr gezogen werden.
  5. Unterweisen Sie die Kollegen, dass beschädigte Isolationen bei einer elektrischen Prüfung von Kabeln nicht zwingend auff allen. Hier ist die Sichtprüfung unabdingbar.
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