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Neue ASR A2.2 – Das beinhaltet die Neufassung der ‚Maßnahmen gegen Brände‘

 
Urheber: maho | Fotolia.de

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Seit dem 18.05.2018 ist die überarbeitete ASR A2.2, also die Neufassung der technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“ in Kraft getreten. Sie ersetzt die bisherige Fassung von 2012. Änderungen gibt es besonders im Bereich der „erhöhten Brandgefährdung“. Alles, was Sie darüber wissen müssen, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Ziel der neu verfassten ASR A2.2

Das Ziel der technischen Regel ASR A2.2 hat sich nicht verändert. Die Absicht ist immer noch, dass jede Arbeitsstätte so mit geeigneten Löschvorrichtungen ausgestattet ist, dass Brände schnell zu löschen sind. Deshalb hat die Regel besonders diesen Bereich mit den neuen Anforderungen an die Feuerlöscher konkretisiert.

Hintergrund der Neufassung

Kernpunkt der Diskussion war seit der Fassung von 2012 die Definition der „erhöhten Brandgefährdung“. Oft war unklar, wie diese Gefährdung bei kleinen und mittelgroßen Betrieben zu definieren ist. Deshalb hat der Gesetzgeber diesen Bereich in der Neufassung verständlicher beschrieben und ausgearbeitet.

Wichtig ist jetzt für Sie als Arbeitgeber, dass Sie prüfen, inwiefern Ihre bisherigen Maßnahmen bereits den Anforderungen der ASR A2.2 entsprechen. Dies hat der Arbeitgeber laut Gesetz mit der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln.

Die wichtigsten Änderungen der ASR A2.2

  • Wie bereits erwähnt, sind die Anforderungen bei erhöhter Brandgefährdung jetzt deutlicher ausgearbeitet.
  • Dazu kommen Erläuterungen zur notwendigen Grundausstattung mit Feuerlöschern bei normaler Brandgefährdung.
  • Des Weiteren sind auch die Löschmitteleinheiten näher ausgeführt.
  • Ebenso gibt es jetzt erweiterte Regeln zu organisatorischen Maßnahmen, speziell im Hinblick auf Brandschutzbeauftragte und die Brandschutzordnung.
  • Die Neufassung enthält außerdem praxisgerechte Beispiele.

Kernstück: die neue Definition der „erhöhten Brandgefährdung“

Eine »erhöhte Brandgefährdung« liegt vor, wenn

  • entzündbare beziehungsweise oxidierende Stoffe oder Gemische vorhanden sind,
  • örtliche und betriebliche Verhältnisse für eine Brandentstehung günstig sind,
  • in der Anfangsphase eines Brandes mit einer schnellen Brandausbreitung oder großen Rauchfreisetzung zu rechnen ist,
  • Arbeiten mit einer Brandgefährdung durchgeführt oder Verfahren angewendet werden, bei denen eine Brandgefährdung besteht oder
  • erhöhte Gefährdungen vorliegen, zum Beispiel durch selbsterhitzungsfähige Stoffe oder Gemische, Stoffe der Brandklassen D und F, brennbare Stäube, extrem oder leicht entzündbare Flüssigkeiten oder entzündbare Gase.

Beispiele für Arbeitsstätten mit hoher Brandgefährdung sind:

  • Lagerräume,
  • Küchen,
  • Druckereien,
  • Diskotheken,
  • Produktionsbetriebe der Industrie,
  • Handwerksbetriebe,
  • aber auch Pflegeheime. 

Diese Beispiele sind natürlich nicht abschließend.

Feuerlöscher mit weniger als 6 Löschmitteleinheiten zulässig

Die neue ASR A2.2 erlaubt Ihnen bei einer „normalen Brandgefährdung“ (also beispielsweise in den Büroräumen), auch Feuerlöscher mit weniger als 6 LE. Dies ist an einige Bedingungen gekoppelt:

Die Gefährdungsbeurteilung muss zu dem Schluss kommen, dass dies eine sinnvolle Maßnahme ist. Außerdem muss die Bedienung der Feuerlöscher dadurch einfacher werden und ein schnellerer Zugriff möglich sein. Achten Sie darauf, dass in diesem Fall die Anzahl der Feuerlöscher erhöht wird. Zudem ist die Anzahl der Brandschutzhelfer zu verdoppeln!

Bei mehrgeschossigen Gebäuden sind 6 Löschmitteleinheiten allerdings vorgeschrieben. Die bisher erlaubten Wandhydranten gelten dafür jetzt nicht mehr als zulässig, weil sie ungeeignet sind.

Zusätzliche Anforderungen bei „erhöhter Brandgefährdung“

Wenn bei Ihnen eine „erhöhte Brandgefährdung vorliegt“, sind noch weitere Punkte zu beachten, die ab jetzt in der Neufassung der ASR A2.2 enthalten sind.

  • Dazu gehört das Anbringen von Brandmeldern.
  • Maßnahmen nach der TRGS 800.
  • Die Bereitstellung mehrerer gleichartiger, baugleicher Feuerlöscher (an einer gut zugänglichen Stelle!).
  • Die Löschmittel sind der Brandklasse anzupassen.
  • Die maximale Wegstrecke zum nächsten Löschmittel darf max. 10 Meter betragen, empfohlen werden 5 Meter.
  • Zusätzliche Maßnahmen sind durch die Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln.

Ihre Aufgabe als Arbeitgeber dabei:

Wenn Ihr Betrieb eine Arbeitsstätte mit erhöhter Brandgefährdung darstellt, dann sind auf jeden Fall über die Grundausstattung hinaus weitere Maßnahmen notwendig. Sie sind verpflichtet, diese nach der „Gefährdungsbeurteilung Brandschutz“ zu ermitteln und festzulegen.

Dabei gibt es keine Anforderungen an bestimmte Löschmitteleinheiten. Stattdessen müssen Sie jedem bestehenden Risiko eine passende Gegenmaßnahme zuordnen. Sie können auch nicht die erhöhte Brandgefährdung direkt einstufen. Stattdessen müssen Sie die Grundausstattung und die zusätzlichen Maßnahmen nacheinander bestimmen.

Konkrete Anforderungen an die Position der Feuerlöscher nach ASR A2.2

Die ASR A2.2 sieht nicht nur vor, dass die Löschmittel oder Feuerlöscher im Abstand von 5-10 m zueinander anzubringen sind. Darüber hinaus ist auch zu beachten, an welchen Stellen sie vorrangig zu positionieren sind.

Bringen Sie die Feuerlöscher also hauptsächlich an Stellen mit erhöhter Zündgefahr an, wie sie beispielsweise Bearbeitungsmaschinen darstellen. Also besonders in Produktionshallen. Aber auch in Bereichen mit erhöhten Brandlasten. Brandlasten sind eine Ansammlung von brennbarem Material, entweder im Gebäude selbst (Holzbau) oder in Lagerhallen.

Außerdem in Räumen mit erhöhter Brandgefahr, die brandschutztechnisch abgetrennt sind. Das sind beispielsweise Bereiche, in denen leicht entzündliche Quellen lagern wie Benzin, Öl oder Chemikalien. Prinzipiell aber jeder Raum, in dem die drei notwendigen Komponenten für einen Brand zusammenkommen: Sauerstoff, eine wirksame Zündquelle und ein brennbarer Stoff.

Achten Sie darauf, dass das Löschmittel der Brandklasse und der konkreten Gefährdung angepasst ist. Auch die Löschmittelmenge muss ausreichend berechnet sein.

Neu: Unterteilung der Arbeitsstätte in Teilbereiche

In der Neufassung der ASR A2.2 ist jetzt auch vorgesehen, dass Sie die Arbeitsstätte in Teilbereiche unterteilen können. Aber nur, wenn dies wegen der baulichen Gegebenheiten oder Nutzungsbedingungen sinnvoll oder erforderlich ist. Diese Teilbereiche können Sie in unterschiedliche Brandgefährdungen einstufen. Daher können Sie in jedem Bereich separate, passende Brandschutzmaßnahmen treffen. Bei gleicher Gefährdung können Sie stattdessen auch die Flächen von Etagen, Hallen oder Ebenen zusammenrechnen.

Achten Sie darauf, dass in mehrgeschossigen Gebäuden trotzdem pro Geschoss 6 Löschmitteleinheiten bereitzustellen sind.

Neu in der ASR A2.2: Organisatorische Brandschutzmaßnahmen

Die organisatorischen Maßnahmen waren zuvor bereits enthalten, sind aber jetzt in einem eigenen Punkt geregelt. Zentrale Vorschrift ist dabei, dass Sie als Arbeitgeber die notwendigen Brandschutzmaßnahmen und Verhaltensregeln im Brandfall dokumentieren müssen. Dazu eignet sich eine Brandschutzordnung am besten.

In die Dokumentation gehören neben den Aushängen der Brandschutzordnung, auch das Erstellen der Brandschutzordnung und das Erstellen und Aushängen eines Flucht- und Rettungsplans.

Diese Dokumentation ist im Fall einer erhöhten Brandgefährdung zwingend notwendig. Es ist wichtig, dass diese Brandschutzordnung an einer leicht zugänglichen Stelle aufgehängt wird. Dort kann sie von Mitarbeitern und Besuchern gleichermaßen leicht und schnell gesehen werden. Außerdem sollten Sie die Brandschutzordnung auch elektronisch verfügbar halten.

Achten Sie darauf, dass Sie in dieser Brandschutzordnung alle wichtigen Maßnahmen zur Gebäudeevakuierung aufnehmen. Vergessen Sie nicht die Standorte der Feuerlöscheinrichtungen in den Flucht- und Rettungsplan (nach ASR A2.3 „Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“) mit aufzunehmen!

Die Stellung des Brandschutzbeauftragten in der neuen ASR A2.2

Die Neufassung sieht explizit vor, dass Sie als Arbeitgeber prüfen müssen, ob Sie einen Brandschutzbeauftragten bestellen müssen. Dieser ist dazu da, Sie als Arbeitgeber beim betrieblichen Brandschutz zu beraten und zu unterstützen.

Die neue ASR A2.2 erwähnt auch Brandschutzhelfer bzw. deren Schulung. Konkret wird gefordert, dass die Brandschutzhelfer die Unterweisung mit Löschübungen alle 3-5 Jahre wiederholen.

Einen Link zur neuen ASR A2.2 finden Sie hier!

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