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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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So lernen Ihre Mitarbeiter ein rückenfreundliches Arbeiten

 
Urheber: leszekglasner | Fotolia

Von Friedhelm Kring,

Machen Sie Ihren Mitarbeitern klar, dass es bei den Gesundheitsrisiken durch schwere Lasten nicht allein um kg-Werte geht.

Für eine Gesundheitsbelastung entscheidend sind mehrere Faktoren (s. S. 1) wie

  • das Gewicht der Last
  • die Häufigkeit der notwendigen Hebe- oder Tragevorgänge
  • zusätzliche Risikofaktoren wie räumliche Enge, oder Arbeiten über Kopf
  • die richtige Körperhaltung

Die ersten beiden Punkte können Ihre Mitarbeiter oft kaum beeinflussen. Doch hat sich hier in den letzten Jahren bereits viel verbessert. Vielleicht haben Sie ältere Mitarbeiter im Betrieb, die noch berichten können aus den Zeiten, als Zementsäcke üblicherweise 50 kg wogen. Entscheidend für ein erfolgreiches Unterweisen ist der letzte Punkt, denn hier können Sie präventiv ansetzen. Zum einen müssen Ihre Mitarbeiter wissen, welche Arbeitsfaktoren sich ungünstig auf den Bewegungsapparat auswirken. Dazu gehören z. B. einseitige Belastungen einer Körperhälfte, Drehbewegungen der Wirbelsäule unter Belastung, tiefes Bücken, länger andauernde Steharbeit, Arbeiten über Kopf, monoton zu wiederholende Bewegungsfolgen oder ein langes Verharren in einer bestimmten Körper(zwangs)haltung. Zum anderen sollte jeder wissen, worauf er beim rückengerechten manuellen Lastentransport achten muss.

Die 10 wichtigsten Grundsätze für ein rückenfreundliches Heben und Tragen:

  • Lasten möglichst mit beiden Händen greifen.
  • Lasten nicht ruckartig anheben, sondern langsam mit leicht gespreizten Beinen bei geradem Rücken aus der Hocke.
  • Lasten nah am Körper heben und den Last-Schwerpunkt möglichst nah an der Wirbelsäule ansetzen. Die Belastung der Bandscheiben wird umso größer, je weiter der Schwerpunkt der Last vom Körper entfernt ist.
  • Beim Anheben nicht die Wirbelsäule verdrehen. Erst Gewicht anheben, dann den Körper drehen.
  • Lasten mit geradem Rücken tragen, dabei die Arme nach unten ausgesteckt halten.
  • Lasten auf beide Arme verteilen, statt allein auf einer Seite schwer zu tragen.
  • Beim Transportieren von Lasten stets auf freie Sicht achten (Hindernisse, Stufen, Nässe usw.).
  • Lasten möglichst ohne große Höhenunterschiede absetzen und ohne eine Drehbewegung.

Schwere oder sperrige Lasten stets zu zweit tragen.

  • Arbeitsmittel wie Sackkarren, Hubwagen, Tragegurte und alle anderen Hebe- und Tragehilfen konsequent nutzen. Wenn Sie es schaffen, dass Ihre Mitarbeiter diese Verhaltensregeln verinnerlichen und rückengerechtes Arbeiten in Ihrem Betrieb zur Selbstverständlichkeit wird, beugen Sie Bandscheibenschäden und anderen Muskel-Skelett-Erkrankungen effektiv vor. Achtung: Ergonomiegerechtes Arbeiten betrifft nicht nur den Rücken! Rückengerechter Lastentransport und korrekt eingestellte Bildschirmarbeitsplätze sind in vielen Betrieben wichtige Ansatzpunkte, um Muskel-Skelett-Erkrankungen vorzubeugen. Doch bedenken Sie, dass Ergonomie weit darüber hinausgeht. Ergonomie bedeutet das bewusste Gestalten von Arbeitsplätzen, Maschinen, Werkzeugen usw. Das beginnt damit, dass Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz möglichst individuell auf ihre Körpermaße einstellen können, und umfasst alle Faktoren der Arbeitsumgebung, von der Beleuchtung bis hin zur verwendeten Software. Nutzen Sie diese Unterweisung auch dazu, offen mit Ihren Mitarbeitern zu diskutieren,
  • wo in Ihrem Unternehmen sich der Mensch noch zu sehr seiner Arbeitsumgebung anpassen muss und
  • wo Sie ansetzen können, um umgekehrt die Arbeitsbedingungen besser auf den Menschen, Ihre Mitarbeiter, abzustimmen.

Fakt ist: Ein hohes Maß an Ergonomie führt nicht nur zu mehr Sicherheit und Gesundheit, sondern wirkt sich auch positiv auf die Motivation und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz aus. Ergonomisch gestaltete Arbeitsabläufe belasten und ermüden weniger, laufen effizienter und steigern die Arbeitsqualität und Produktivität. 

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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