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7 gefährliche Annahmen: Wie Massenmedien und Politik die Menschen einlullen und beruhigen

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Die Zeichen sind besorgniserregend - und die Krise könnte uns wieder schneller im Griff haben, als erwartet. Jens Holtmann, Chefredakteur des Fachinformationsdienstes EinkaufsManager, stellt Ihnen 7 gefährliche Fehlannahmen vor, die vielen den Blick für die Dinge, die da kommen könnten, vernebeln.

1. Das ist doch nur Panikmache

Falsch: Wir möchten Sie warnen und Ihren Blick auf die entscheidenden Aspekte lenken. Die Massenmedien mit ihrer einlullenden, oberflächlichen Berichterstattung werden auch diesmal das Wort „Krise“ erst in den Mund nehmen, wenn es schon zu spät ist. Die meisten sogenannten Wirtschaftssexperten haben die Krise 2008 übrigens nicht vorhergesagt.

Ganz anders der Einkaufsmanager: In der Mai-Ausgabe 2008 stand auf Seite 1 der Beitrag „Die Weltwirtschaft steht an der Klippe“. Was dann passierte, ist Geschichte.

2. Die Deutschen sind im Konsumfieber

Falsch: 2013 gab es ein schwaches Weihnachtsgeschäft in Deutschland. Der Umsatz im Einzelhandel fiel 2013 gegenüber dem Vorjahr 2012 preisbereinigt (real) um 2,4 %. Die „Experten“ hatten Ende 2013 noch mit einem Anstieg um 1,9 % gerechnet. Das Minus ist auch nicht alleine mit dem wachsenden Onlinehandel zu erklären.

3. Deutschland geht es doch gut

Falsch: Den Unternehmen in Deutschland geht es gut. Bei den abhängig Beschäftigten sieht das anders aus. Die Löhne sind zwar in den letzten Jahren etwas gestiegen, aber nicht genug. Inflationsbereinigt verdienen die Deutschen heute weniger als vor der Jahrtausendwende (Quelle: destatis).

Die Inflation (Geldentwertung) frisst die mageren Lohnerhöhungen auf. Im WSI-Tarifbericht 2013 der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung heißt es: „Die Tariflöhne sind im Jahr 2013 um 2,7 % gestiegen.

Nach Abzug der Preissteigerung bleibt ein reales Plus von 1,2 %. Hohe Tarifsteigerungen gab es in einigen Niedriglohnbranchen (Friseurhandwerk, Bewachungsgewerbe, Leiharbeit).“

Eine Lohnsteigerung von real 1,2 % – das ist doch ein Witz! Zum Vergleich: Die Gewinne der 30 Dax-Unternehmen sind 2013 im Schnitt um 30 % gestiegen.

4. Die niedrigen Zinsen sind ein Schnäppchen zum Schuldenmachen

Falsch: Wenn Sie heute beispielsweise ein Haus bauen und dafür eine Finanzierung benötigen, dann können Sie die aktuell niedrigen Zinsen maximal für 10 Jahre festschreiben. Danach müssen Sie mit Ihrer Bank neu verhandeln. Wo stehen die Zinsen aber in 10 Jahren?

Das kann derzeit niemand mit Gewissheit sagen. Wenn die Zinsen höher liegen als heute, dann erhöht sich auch die monatliche Zinsbelastung. Genau da steckt die Gefahr. Wenn Sie Ihre Schulden innerhalb der 10 Jahre komplett tilgen können, dann ist das ein gutes Geschäft. Die wenigsten sind allerdings dazu in der Lage, einen Baukredit so schnell auf null zu stellen.

5. Es ist gut, dass die Deutschen so viel konsumieren

Falsch: Laut Gesellschaft für Konsumforschung nutzt mittlerweile jeder dritte Haushalt einen Ratenkredit für größere Anschaffungen wie Autos, Küchen oder Fernsehgeräte. Geld auszugeben, das man (noch) nicht hat, ist immer gefährlich. Vor allen Dingen, wenn etwas passiert, beispielsweise wenn der Arbeitsplatz verloren geht.

Die Sparquote in Deutschland war 2013 mit rund 8,5 % so niedrig wie seit 12 Jahren nicht mehr. Im Jahr 2008 lag die Sparquote der Bundesbürger noch bei 11,5 %. „Spare, dann hast du etwas in der Not“, sagt der Volksmund. Das passiert derzeit nicht.

6. Die niedrigen Sparzinsen sind kein Problem

Falsch: Die Deutschen werden schleichend enteignet. Durch die historisch niedrigen Zinsen für Geldanlagen unter der 1-%- Marke werden die Zinserträge von der Inflation (Preissteigerung) förmlich aufgefressen.

Ein Zahlenbeispiel zeigt den katastrophalen Effekt: Ein 30-Jähriger legt heute 10.000 €, verzinst mit 0,85 % auf dem Tagesgeldkonto, für seinen Lebensabend mit 60 Jahren zurück. Am Ende der 30 Jahre sind es mit Zinseszinsen nur magere 12.890,72 €. Bei einer angenommenen gleichbleibenden Inflationsrate von 2 % (= EU-Zielmarke) werden aus 10.000 € in 30 Jahren nur noch 5.520,71 €. Das ist ein Kaufkraftverlust von 4.479,29 € (–44,79 %). Zieht man davon die rund 2.890 € Zinserträge ab, bleibt ein Fehlbetrag von 1.589 €.

Genau das ist der Grund, wieso viele Menschen aktuell lieber Erspartes ausgeben und nicht zur Bank tragen.

7. Die Rente ist sicher

Falsch: Viele Lebensversicherungen und Rentensparpläne werden im Alter nicht das erwartete Kapital bringen. Die Garantieverzinsung der Lebensversicherung ist von 4 % im Jahr 2000 auf 1,75 % im Jahr 2013 gesunken. Es gibt aber noch ein weiteres Problem für die Versicherungsnehmer: die Überschussbeteiligung. Fast alle Versicherungen drehen kräftig an dieser Schraube.

Die Allianz, der Branchenführer, reduzierte den Wert von 4,00 % auf 3,60 %. Andere, wie die Zurich,liegen nur noch bei 3 %. Tendenz: weiter fallend. Zu Recht haben viele Versicherte schon heute Angst um ihr Geld und den Ruhestand. Das ist übrigens auch ein Grund, warum in den USA alles (wirklich alles) getan wird, um die Aktienkurse oben zu halten und immer höher zu treiben.

Fast alle Altersversorgungen sind an die Aktienentwicklung gekoppelt. Ein Minus an den Börsen über mehrere Jahre bedeutet ein Minus für Millionen von Ruheständlern. Und die Zahl der Rentner steigt stark an, da die Babyboomer-Jahrgänge nun in den Ruhestand gehen.

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