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Alternative Lagerhaltung: Ein bisschen Chaos gefällig?

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Die Jünger der chaotischen Lagerhaltung propagieren das Gegenmodell zu Festplatz-Lagersystemen. Dabei darf man sie allerdings nicht ganz wörtlich nehmen. Die Online-Enzyklopädie Wikipedia nennt das neue System „Dynamische Lagerhaltung“ (andere Quellen „Intelligente Lagerhaltung“) und kommen mit dieser Definition dem Kern der Sache wesentlich näher.

Und dieser Kern ist: die Nutzung von Lagerflächen samt aller Füll- und Entnahmevorgänge zu optimieren.

Mehr Flexibilität ist gefragt

In herkömmlichen Lagern, sogenannten Festplatzsystemen, haben alle Artikel ihre vorher bestimmten Eckchen.

Dort werden sie bei der Anlieferung eingelagert und bei Bedarf entnommen. So weit, so gut und so traditionell.

Werden diese Artikel durch Neuzugänge nicht sofort aufgefüllt, stehen die (teuren) Lagerplätze allerdings ungenutzt herum.

Gleichzeitig türmen sich im Wareneingang aber Hunderte anderer Artikel, für die es häufig keine freien Abstellmöglichkeiten gibt.

Diesen Widerspruch will die chaotische Lagerhaltung durch mehr Flexibilität lösen, um so Kapazitäten, Zeit und natürlich auch Geld zu sparen.

Beachten Sie: Der Nutzungsgrad von Festplatzlagern liegt im Durchschnitt bei 60 % und ist folglich nicht besonders hoch.

Die Mindestanforderungen sind nicht ohne

Chaotische Lagerhaltung bedeutet also nicht, dass niemand mehr weiß, wo welcher Artikel liegt, sondern dass jeder freie Lagerplatz für Neuzugänge genutzt wird.

Mit anderen Worten: Eine chaotische Lagerhaltung ist viel komplexer als eine Festplatzlagerung. Entsprechend hoch sind auch die Mindestanforderungen, um letzten Endes nicht doch im Chaos zu versinken:

  • Die Lagerwaren sollten in etwa gleiche Außenabmessungen und gleiche Stückgewichte haben.

 

  • Sie müssen gut und möglichst halbautomatisch lesbar zu kennzeichnen sein.

 

  • Dafür ist ein exaktes Kennzeichnungs- und Koordinatensystem der Lagerplätze zu definieren.

 

  • Die Ablageplätze der einzelnen Artikel müssen genau dokumentiert werden.

Ganz normal und doch anders

Äußerlich sichtbar ist eine chaotische Lagerhaltung allerdings nicht.

Wie allgemein üblich stehen auch in den „Chaos“-Hallen Hochregale, Normalregale und/oder Palettenplätze, die auch ganz traditionell angeordnet sind. Erst auf den 2. Blick ist der Unterschied erkennbar.

Alle Plätze in den Regalen und auch die Lagerartikel selbst sind mit Barcodes markiert. Diese Codes werden zwar auch in traditionellen Lagern verwendet, für die chaotische Lagerhaltung sind sie aber geradezu von existenzieller Wichtigkeit.

Via Computer, Software und Scanner sind sie die Pfadfinder in dem organisierten Durcheinander, um gezielt und ohne viel Suchen die abgelegte Ware wiederzufinden.

Chargen- und Seriennummern erlauben es darüber hinaus, jeden Lagerartikel vom Wareneingang bis zum Warenausgang und sogar darüber hinaus zurückzuverfolgen.

Die Software lässt sich entsprechend der Lagerplätze und Barcode-Zuordnung individuell programmieren und berücksichtigt auch so klassische Informationen wie Artikelname, Artikelnummer, Größe, Gewicht, Maße oder auch Haltbarkeit.

Selbst ganze Lagerstrategienlassen sich mit diesen IT-gestützten Verwaltungssystemen erstellen.

Mein Handy, mein Arbeitsgerät

In der Praxis sieht eine chaotische Lagerhaltung so aus, dass besagtes Verwaltungssystem den Arbeitern per Handy oder Tablet bei Anlieferung den optimalen Lagerplatz zuweist, bzw. bei der Entnahme, in welchem Regal sich der angeforderte Artikel befindet.

Auf diese Weise wird das Lager maximal ausgelastet und die Effizienz erhöht.

Die Lagerplatz-Software ermöglicht meist auch eine Optimierung der sogenannten. Doppelspiele, das heißt, bei Einlagerung wird sofort der bestmögliche Platz für die Auslagerung angezeigt.

Für hochautomatisierte Lager eine ideale Variante der Binnenlogistik, ermöglicht sie doch einen schnellen Warenumschlag.

Natürlich erlaubt es das System auch, dass besonders oft benötigte Artikel an leicht erreichbaren Plätzen abgelegt werden. Beispielsweise in der Nähe der Aus- und Eingänge.

Die Pluspunkte überwiegen

Aber nicht nur beim Einlagern spart die Lagersoftware Zeit (da das mühselige Suchen nach einem freien Platz entfällt), das IT-System leistet auch beim Kommissionieren gute Dienste.

Es errechnet zum Beispiel die kürzesten Wege, die die Lagerarbeiter zurücklegen müssen, um die entsprechenden Waren aus den Regalen zu entnehmen und zusammenzustellen.

Ein weiterer Pluspunkt sind kürzere Anlernzeiten als bei herkömmlichen Festplatzsystemen, da neue Mitarbeiter nicht die Platzierungen in den Regalen auswendig lernen müssen.

Diesen Job nimmt ihnen die Verwaltungssoftware ab und die Frauen und Männer haben den Kopf für andere Aufgaben frei.

Beachten Sie: Ein großer Nachteil der chaotischen Lagerhaltung soll allerdings nicht verschwiegen werden.

Sie eignet sich im Grunde nur für stark standardisierte Waren und Artikel mit annähernd gleichen Formaten.

Für die Organisation von Museums- oder Bibliotheksmagazinen ist sie beispielsweise ungeeignet. Dazu ist dort die Vielfalt der eingelagerten Artikel zu groß.

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