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Auswirkungen der Ukraine-Krise auf den Stahlmarkt - ein kurzer Überblick

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Wie das ganze Land, so steht auch die Metallbranche vor einem dramatischen Wendepunkt. Besonders hart hat es die Stahlkocher erwischt. Im weltweiten Ranking der größten Stahlproduzenten belegen sie immerhin Platz 10. Geradezu tragisch, dass sich fast alle ihre Werke im relativ hoch industrialisierten Osten befinden.

Die Schäden sind enorm

Der Osten ist aber die Kampfzone der von Moskau gepäppelten Separatisten schlechthin.

Ihre lautstark propagierte „Volksrepublik Donezk“ wäre nicht nur der Untergang der ukrainischen Stahlindustrie, sondern des ganzen Landes, befürchtet Rinat Achmetow, Besitzer der Iljitsch-Stahlwerke im ostukrainischen Mariupol.

„Wer macht mit uns in Europa noch Geschäfte, wenn wir nicht mehr zur Ukraine gehören?“, fragt sich nicht nur Achmetow.„Mit einem Land, das von Terroristen regiert wird, will doch niemand etwas zu tun haben.“

Der Anschluss an Russland ist für den Oligarchen ebenfalls keine Option.

Der Grund: Selbst die nicht gerade als innovativ verschriene russische Industrie hat gegenüber der Ukraine immer noch einen Modernitätsvorsprung.

Beachten Sie: Die Iljitsch-Stahlwerke mit ihren 30.000 Arbeitern stellen zum Beispiel pro Jahr nur 4 Mio. Tonnen Rohstahlher. ThyssenKrupp schafft mit der gleichen Mitarbeiterzahl rund 15 Mio. Tonnen Rohstahl.

Die Spirale der Gewalt

In der Vergangenheit wurde in den Iljitsch-Werken zwar fleißig modernisiert, der Halbkrieg der Separatisten hat diesen Investitionsschub aber wieder zum Erliegen gebracht – nicht nur in den Iljitsch- Werken, sondern in der ganzen Region.

Doch das sind nur Nebenprobleme. Die Materialvorräte sind für die Unternehmen (nicht nur der Stahlbranche) der alles entscheidende Knackpunkt. Die meisten Lager sind leer, und mit Nachschub ist nicht zu rechnen.

Aus Furcht vor Plünderungen durch die Separatisten wagt sich kaum noch ein Logistikunternehmen auf die Straße. Mit dieser Zurückhaltung steigen aber auch die Risiken, dass den Betrieben die Rohstoffe ausgehen und sie ihre Produktion einstellen müssen.

Die anschließenden Entlassungen könnten die Separatisten für ihre Machtspiele ausnutzen: eine Spirale der Gewalt, die sich immer weiter dreht.

Wirtschaftswachstum 2007 bis 2014

Da ist es geradezu folgerichtig, dass es unter diesen Umständen mit den ukrainischen BIP-Zahlen tief in den Keller geht.

Beachten Sie: Während das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland bei 2.700 Mrd. € liegt, sind es in der Ukraine nur rund 130 Mrd. €. Der größte Teil geht dabei auf das Konto der Landwirtschaft (30 %) und der Rohstoffindustrie.

Das Land besitzt u. a. große Vorkommen an Eisenerz, Kohle, Erdgas, Nickel und Quecksilber. Die Stahlkocher suchen ihr Heil im Westen Die Ukraine produziert pro Jahr rund 33 Mio. Tonnen (t) Stahl, wovon nur 6 Mio. t im eigenen Land verbraucht werden.

Die restlichen 27 Mio. gingen bis zum Ausbruch der Krise zum größten Teil nach Russland.

Angesichts der politischen Spannungen zwischen Kiew und Moskau sind diese Exporte nicht nur höchst gefährdet, ihre Richtung könnte sich auch komplett umdrehen: nämlich von Ost nach West. Und in der Tat suchen immer mehr Stahlkocher ihr Heil in Westeuropa.

Dort sind sie aber alles andere als willkommen, wie Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann auf der letzten Hauptversammlung des Konzerns unumwunden zugab.

Die Krise in der Ukraine würde die Not der europäischen Stahlhersteller nur noch verschärfen, argwöhnt Fuhrmann, wenn auf den ohnehin umkämpften Markt auch noch Wettbewerber aus der Ukraine drängten. v

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