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Bankenkrise: Wo Sie jetzt noch für den Einkauf notwendige (Zwischen-)Finanzierungen bekommen

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Die KfW-Bank, die ehemalige „Kreditanstalt für Wiederaufbau“, hat es in der Bankenkrise zwar geschafft, 300 Millionen Euro zu versenken.

Nichtsdestotrotz bleibt dieses staatliche Institut die erste Anlaufstelle für Sie und die Geschäftsleitung Ihres Unternehmens, wenn es um die Finanzierung geht. Denn günstige Zinssätze und lange Laufzeiten sorgen dafür, dass KfW-Förderkredite bei der Finanzierung von Investitionen eine immer größere Rolle spielen. Nun hat die KfW-Bank neue Konditionen festgezurrt.
Die Kredite dieser Bank weisen die Besonderheit auf, dass anstelle pauschaler Zinssätze so genannte risikogerechte Zinssätze gelten. Mit anderen Worten: Jedes Unternehmen zahlt einen individuellen Zinssatz. Und der wird ausschließlich nach diesen beiden Kriterien festgelegt:

  • Bonität des Unternehmens (Ausfallrisiko)
  • Art und Umfang der Sicherheiten, die Ihre Firma bietet


Die Zinssätze werden in 3 Schritten ermittelt. Dabei gilt der Grundsatz: Je besser die wirtschaftlichen Verhältnisse Ihrer Firma und je werthaltiger die gestellten Sicherheiten sind, desto niedriger ist der Zinssatz.

1. Schritt: Prüfung der Bonität

Erster Ansprechpartner ist die Hausbank Ihres Unternehmens - denn nahezu alle Geschäfte, die Sie mit der KfW-Bank machen, laufen nicht direkt mit dieser Bank ab, sondern eben über die Hausbank.
Ihre Hausbank prüft zunächst die wirtschaftlichen Verhältnisse Ihrer Firma (Bonität). Dazu benötigt sie Unterlagen zur Vermögens- und Ertragslage. Das sind in der Regel die aktuellen Jahresabschlüsse und betriebswirtschaftlichen Auswertungen.
Auf dieser Basis schätzt die Hausbank ein, welches Risiko mit der Kreditvergabe an Ihr Unternehmen verbunden ist. Dabei berücksichtigt sie zusätzlich solche Faktoren, die die „Zukunftsaussichten Ihres Unternehmens beeinflussen“. Das bedeutet konkret: Ihre Hausbank wendet auch hier das Rating-Verfahren an. Ergebnis: Ihre Firma wird in eine der 6 Bonitätsklassen eingeordnet.

2. Schritt: Bewertung der Sicherheiten

Ihre Hausbank spielt sozusagen den „worst case“ durch, dass Ihr Unternehmen den Kredit nicht zurückzahlen kann und die Sicherheiten verwertet werden müssen. Dabei schätzt sie ein, welcher Anteil des Kredits durch erwartete Erlöse aus den Sicherheiten abgedeckt werden kann (Werthaltigkeit der Sicherheiten).
Achtung: Die Banken akzeptieren als Sicherung nie den vollen Wert Ihrer Gegenstände, sondern immer nur einen Teil davon. Rechnen Sie also stets mit einem Abschlag vom Tages- oder Verkehrswert. Die Banken sprechen hier vom Beleihungswert. Das ist der Wert, den die Bank bei einem Verkauf oder einer Zwangsversteigerung der Sicherheit jederzeit mühelos erzielen könnte.
Für die Banken sind die Sicherheiten besonders wertvoll, da sie sich schnell und unproblematisch verwerten lassen. „Gute“ Sicherheiten, wie etwa eine Grundschuld oder ein Bankguthaben, sollten Sie daher nicht als Erstes und schon gar nicht leichtfertig aus der Hand gehen. Versuchen Sie stets, Ihre Bank mit einer weniger qualifizierten Sicherheit zufrieden zu stellen (z. B. Abtretung von Forderungen).

Wichtig:
Als Einkäufer sitzen Sie hier natürlich zwischen allen Stühlen - letztendlich kommt es Ihnen darauf an, für den Einkauf oder eine geplante Investition ausreichend Finanzmittel zur Verfügung zu habenn. Allerdings müssen Sie bei einer kreditfinanzierten Investition alle Beteiligten (Abteilung Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfer, Geschäftsleitung & Co.) mit ins Boot holen beziehungsweise unter den berühmten Hut bekommen. Das ist nicht immer ganz einfach.
Doch auf der anderen Seite gilt: Wenn Sie vonseiten des Einkaufs auch noch gute Vorschläge zur Finanzierung einbringen (hier KfW-Finanzierung), ist das für Ihre Reputation und - was mindestens genau so wichtig ist - für den Erfolg des Unternehmens mitentscheidend. Je günstiger die Einkaufskonditionen UND je besser die Finanzierungskonditionen, desto besser die Rentabilität.
Arbeiten Sie deshalb auch aktiv bei der Frage mit, welche Sicherheiten gegebenenfalls für eine fällige Investition oder einen kreditfinanzierten Einkauf gegeben werden können. Das kann durchaus auch Lagerware sein, die Sie derzeit sowieso nicht anders verwenden können. Aber das nur als kleiner Tipp am Rande.

Grundsätzlich gilt:
Gegen die Hingabe einer wertvollen Sicherheit brauchen Sie beziehungsweise die Geschäftsleitung sich nicht allzu sehr zu sträuben. Eine gute Sicherheit gibt erst einmal Ruhe - und ist in der derzeitigen, von hoher Nervosität geprägten Bankenwelt wichtiger denn je. Der weitere Vorteil: Der Kredit ist mit „guten“ Sicherheiten auch dann sicher, wenn es Ihnen - oder der Bank - wirtschaftlich einmal nicht so gut geht. Sie können dann auf Ihren Kredit zählen, wenn Sie ihn gerade besonders dringend brauchen.

3. Schritt: Ermittlung des Höchstzinses

Indem Ihre Hausbank die Bonitätsklasse und die Besicherungsklasse kombiniert, ermittelt sie die Preisklasse des Förderkredits. Jede Preisklasse deckt eine Bandbreite ab, innerhalb derer Ihr individueller Zinssatz liegt. Aus dieser Zuordnung ergibt sich zugleich der Höchstzins, den die Bank für einen Förderkredit verlangen darf.
Beispiel: Bei einem Unternehmerkredit mit 10 Jahren Laufzeit und 2 tilgungsfreien Jahren beträgt der Effektivzins für die Preisklasse A 5,76 %, für die Preisklasse D 6,78 % und für die Preisklasse G 8,35 % (Stand: 20.8.2008).

Fazit:
Sie können auch vonseiten des Einkaufs zusätzlichen Einfluss auf die Kauf- und Finanzierungsentscheidungen Ihres Hauses nehmen - und zwar indem Sie von Anfang an die dazu notwendige Finanzierung mitberücksichtigen. Bringen Sie sich auch hier mit sinnvollen Vorschlägen ein - und unterstreichen Sie damit eindrucksvoll die herausragende Bedeutung, die die Abteilung „Einkauf“ in Ihrem Unternehmen hat.

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