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Burnout: Stress allein genügt nicht

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Die Ursachen für Depressionen und Erschöpfungszustände sind ebenso vielfältig wie umstritten. Das fängt schon damit an, dass Burnout als Krankheit international nicht anerkannt ist und laut Weltgesundheits-Organisation (WHO) lediglich „als ein Problem der Lebensbewältigung“ klassifiziert wird. Viele Ärzte gehen sogar noch weiter und stufen das Burnout-Syndrom als Modediagnose ein, die via massenhafte Krankschreibungen inzwischen zu einem gesundheitsökonomischen Problem geworden ist.

Nicht nur in Deutschland. Der böse Bube Stress Im Allgemeinen wird Burnout (der Begriff wird Graham Greene und seinem Roman aus den 1960er Jahren „A Burn-Out Case“ zugeschrieben) als körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung charakterisiert. Verantwortlich gemacht werden dafür Stress, Leistungsdruck und berufliche Überlastung. Doch auch diese Tese ist umstritten. In der Wissenschaft anerkannt sind Stress und Überlastung lediglich als Burnout-Auslöser, nicht als Verursacher.

Der US-amerikanische Psychologe Scott T. Meier wies z. B. schon in den 1980er Jahren in einer Studie nach, dass Burnout viel weniger mit Arbeitsüberlastung zu tun hat als viel mehr mit depressiven Grundstrukturen einer Persönlichkeit. Und diese Grundstrukturen sind nach neuesten Untersuchungen in erster Linie genetisch bedingt.

Die 10 Stadien von Burnout

Nichtsdestotrotz ist Burnout weder Spinnerei noch eine Lappalie. In schweren Fällen kann das Syndrom immerhin zu einem Schlaganfall und zur Berufsunfähigkeit führen. Das Tückische daran: Das Burnout-Syndrom kommt meist auf leisen Sohlen daher. Der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker Herbert Freudenberger hat diesen schleichenden Übergang 1974 als Erster wissenschaftlich untersucht und dabei 10 Entwicklungsstufen festgestellt:
1. Stufe: Der Zwang, sich unbedingt zu beweisen.
2. Stufe: Übergroße berufliche Aktivität.
3. Stufe: Vernachlässigung eigener Bedürfnisse.
4. Stufe: Verdrängung von Konflikten (mit ersten Depressionen).
5. Stufe: Umdeutung von Werten.
6. Stufe: Leugnung von Problemen.
7. Stufe: Rückzug und Abkapselung.
8. Stufe: Depersonalisierung (Distanz zu Mensch und Arbeit).
9. Stufe: Innere Leere und schwere Depressionen.
10. Stufe: Völlige Erschöpfung.

Lernen, mit Stress zu leben

Viele, insbesondere technologienahe Bereiche wie der Einkauf sind von Entwicklungssprüngen geprägt, die bisherige Strukturen auflösen. Entsprechend groß ist der Veränderungsdruck – besonders für die mittlere Managementebene. Doch diese Frauen und Männer sind selten auf die Veränderungen vorbereitet. Selbstverständnis und Selbstwertgefühl geben ihnen in der Regel ihr fachliches Knowhow: Wie manage ich ein Projekt, oder wie optimiere ich einen Prozess?

Kaum gefragt wird dagegen: Wie manage ich mich selbst? Wie behalte ich in einem ebenso hochkomplexen wie hochdynamischen Umfeld die Übersicht, in dem ich Hunderte von Einflussfaktoren zu berücksichtigen habe sowie für Vorgänge und Prozesse verantwortlich bin, die ich wenig bis überhaupt nicht beeinflussen kann? Beinah folgerichtig, dass viele, vor allem weniger robuste, Naturen, auf diese diffuse Gemengelage mit Stress- und Burnoutsymptomen reagieren.

Ein stabiles Selbstbewusstsein entwickeln

Auf dem Buchmarkt tummeln sich Hunderte, wenn nicht Tausende Ratgebertitel mit ebenso vielen Techniken, um Stress abzubauen oder zu innerer Kraft und Ruhe zurückzufinden. So gut und wichtig diese Hilfen auch sind: Diese Techniken muss man erst 1. einmal beherrschen. 2. Technik allein macht noch keinen guten Selbstmanager aus. Was fehlt, ist ein stabiles Selbstbewusstsein. Und das lässt sich nicht so leicht antrainieren wie eine Atem- oder Antistressübung. Dafür braucht es viel Zeit und wortwörtlich ein Sich-seiner-selbst-bewusst- Sein! Mit diesem (stabilen) Hintergrund kann man sich dann daran machen, Fehlstellen in der eigenen Persönlichkeit aufzudecken oder sich auch einzugestehen, dass da womöglich etwas nicht rundläuft mit Job und Leben, kurz, dass die Work-Life-Balance in Schieflage geraten ist.

5 Sofortmaßnahmen bei Burnout-Verdacht

Es sei noch einmal gesagt: Mit Schnellschüssen ist es nicht getan. Weder ein Sonntagsspaziergang mit der Familie noch ein Saunagang am Abend sind wirkliche präventive Maßnahmen:

  1. Gehen Sie sofort zum Arzt, wenn Sie wiederholt Burnoutsymptome an sich entdecken.
  2. Lernen Sie eine Entspannungsmethode, die Sie beispielsweise auch am Abend im Bett vor dem Einschlafen machen können, etwa progressive Muskelentspannung, autogenes Training etc.
  3. Auch wenn es vielleicht schwerfällt: Versuchen Sie, sich in Überlastungsphasen gesund zu ernähren und vor allem ausreichend zu trinken.
  4. Listen Sie alle Ursachen auf, die verantwortlich für Ihren täglichen Stress sind. Überlegen Sie dann für jede einzelne Ursache eine Möglichkeit, um den Stress zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren.
  5. Geben Sie einem Freund oder guten Kollegen diese Ursachenliste. Holen Sie bei ihnen nicht nur Meinungen ein, sondern bitten Sie sie auch um Ratschläge. Denn der Blick von außen bringt oft Antworten und Problemlösungen, auf die Sie wegen des fehlenden Abstands allein nicht gekomme
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