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Compliance: Ethisch einkaufen

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Wohin blindes Kostendenken führen kann, zeigen die Brandkatastrophen von Bangladesch und Pakistan: 2012 waren in der pakistanischen Textilfabrik „Ali Enterprises“ 259 Menschen ums Leben gekommen.

In Bangladesch tötete ein Brand kurz darauf 110 Frauen und Männer.

Am Pranger stehen nicht nur die Fabrikeigentümer, die ihre Arbeiter für eine Handvoll Dollar in ihren lausigen Werkhallen schuften lassen, sondern auch europäische und nordamerikanische Discounter vom Schlage Walmart, Carrefour und Tesco.

Billig, billiger, am billigsten

Am Pranger steht aber auch die in den Industrieländern weit verbreitete Geiz-ist-Geil-Mentalität.

Ob in Deutschland, Japan oder den USA, seit Jahren setzt sie Manager und Einkäufer von Aldi & Co. unter Druck, Billigkleidung und andere Waren noch einen Cent günstiger zu beschaffen.

Das heißt, in Ländern, in denen nicht nur die Löhne extrem niedrig sind, sondern auch alle sozialen, arbeitsrechtlichen und sicherheitstechnischen Standards.

Compliance als PR-Aktion

Jeans und T-Shirts können unter diesen Umständen aber unmöglich fair produziert werden. Trotzdem war der Discounter Lidl Anfang 2010 so dreist zu behaupten, seine Kleidung stamme aus genau so einer Produktion.

Diese Lüge war der Kampagne für saubere Kleidung eine Klage wert, auf die hin Lidl auch Besserung versprach.

Wie der Konkurrent KiK veröffentlichten die Neckarsulmer bald darauf ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht, der streng nach den Empfehlungen der Business Social Compliance Initiative (BSCI) ausgerichtet war.

Der Haken bei der Geschichte: Der 2003 vom deutschen Einzelhandel formulierte Verhaltenskodex (Arbeitszeit, Vergütung, Kinderarbeit, Umweltschutz u. Ä.) enthält im Wesentlichen nur Selbstverpflichtungen, taugt also im besten Fall für PR-Aktionen.

Business und Moral, das neue Traumpaar

Unternehmen, die ökologisch und sozial verträglich wirtschaften, verschafften sich einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil, schrieb die „Wirtschaftswoche“ schon 2008.

Denn schon damals verlangten Verbraucher nicht nur bei T-Shirts und Tee ethisch einwandfreie Produkte.

Wer Kinderarbeit duldet, wird an der Kasse abgestraft. Wer Pestizide versprühen lässt, spürt Umsatzeinbußen.

Lohas, eine neue Käufergeneration

Die Abkürzung steht für Lifestyle of Health and Sustainability (Loha) und bezeichnet einen Trend, der in der Mitte der westlichen Welt angekommen ist.

In den USA und in Deutschland ist das immerhin ein Drittel der Bevölkerung: alles Leute, die schick aussehen, sich gesund ernähren und mit gutem Gewissen Hybrid- oder Elektroautos fahren wollen.

230 Mrd. $ geben die „Lohas“ in den USA jährlich für ihren ökologischen Lebensstil aus. „Wir müssen lernen, anders zu konsumieren.

Nicht mehr passiv, sondern mit dem Wissen, dass wir mit unserer Kreditkarte heute mehr Macht ausüben als mit unserem Wahlzettel“, meint dazu der französische Bestseller- Autor Frédéric Beigbeder.

Die Verantwortung des Einkaufs

Es sind also die Männer und Frauen der Beschaffung, die in Asien oder Lateinamerika Materialien und nicht zuletzt Jeans und T-Shirts besorgen.

Ob sie das mit ruhigem Gewissen tun oder nach der Geiz-ist-geil-Methode, hängt von ihrer Entscheidung ab. Denn Lieferanten gibt es auch in den Low Cost Countries (LCC) genug, die gesetzliche Mindestlöhne zahlen und vernünftige Arbeitsbedingungen bieten.

Compliance-Verstöße sind keine Kavaliersdelikte. Das ist den meisten Mittelständlern auch bewusst. Doch viele wissen gar nicht, was sie tun müssen, um sich bspw. vor Imageschäden oder Schadenersatzforderungen zu schützen.

Rat und Hilfe bieten in diesen Fällen Vereine und Verbände. Sie haben branchentypische Verhaltenskodizes zusammengestellt und bieten sie kostenlos auf ihren Internetseiten an. Für die Chemieindustrie bspw. unter: www.gkv.de.

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