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Einkaufen in Asien: Andere Länder, andere Mentalitäten

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Der Einkauf in Asien verlangt Einkäufern viel ab, denn Asien ist eben nicht eine große, homogene Einheit, sondern wird von Vielfalt sowie enormen Struktur- und Mentalitätsunterschieden geprägt.

Asiens viele Gesichter

Es ist schon paradox, dass ausgerechnet Europäer Asien in der Mehrzahl als einheitliches Ganzes wahrnehmen. Dagegen sprechen jedoch nicht nur die Größe des Kontinents, 44,61 Mio. km² (Europa: 10,18 Mio. km²), sondern auch die Zahl der Einwohner: 4 Mrd. (60 % der Erdbevölkerung) gegen 740 Mio. Europäer.

Größenordnungen, die einfach nicht unter einen Hut zu bringen sind und geradezu naturgegeben die unterschiedlichsten Mentalitäten und Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen gedeihen lassen.

Darüber können auch die beeindruckenden Hochhauskulissen von Schanghai, Dubai oder Tokio nicht hinwegtäuschen. Die asiatischen Städte haben sich nur äußerlich der Skyline von New York und Frankfurt am Main angepasst.

Dem inneren Wesen, den verschiedenen Kulturen und den Traditionen konnte die Moderne des Westens bislang nichts oder nur wenig anhaben.

Asiens Manager ticken anders

Über die kulturellen Unterschiede sind inzwischen viele Ratgeber geschrieben worden. Meist aber bleiben diese „Bibeln“ bei den wohlbekannten Fettnäpfchen hängen, die überall zuhauf lauern, ohne tiefer auf die Wurzeln und Eigenarten der asiatischen Managementkultur einzugehen.

Typisch für einen chinesischen Managementstil ist zum Beispiel eine ganzheitliche Denkweise, die sich nicht (ähnlich der traditionellen chinesischen Medizin) mit der Behandlung bloßer Symptome zufriedengibt.

Stark beeinflusst wird die Denke chinesischer Manager darüber hinaus von den Lehren des Konfuzius (u. a. „Erst durch Ordnung kann sich Freiheit entwickeln.“), dem Buch des chinesischen Philosophen Sunzi (544 bis 494 v. Chr.) über die Kriegskunst und den 36 Lehrsätzen (Strageme) über das Erkennen und Anwenden von Täuschungs- und Kriegslisten.

Strukturunterschiede beim Einkauf beachten

Wer hier Defizite hat, ob Einkauf oder Verkauf, verbaut sich viele Chancen und Möglichkeiten des Global Sourcing. Es reicht aber nicht, seinen Wissensstand über die wirtschaftlichen, also äußerlichen Verhältnisse eines Lieferlandes (BIP, Preise, Währungen usw.) auf Vordermann zu bringen.

Mindestens ebenso wichtig ist es, das Land von innen kennenzulernen.

Welche sozialen und binnenwirtschaftlichen Auswirkungen auf die Beschaffung hat etwa Pekings Politik, ganze Industrien in unterentwickelte Westprovinzen zu verfrachten?

Kann das geringere Lohnniveau dort zum eigenen Einkaufsvorteil umgemünzt werden, oder sorgen fehlendes Knowhow in den neuen Betrieben sowie längere und unsichere Supply Chains für Qualitätsprobleme und Lieferausfälle?

Gleich ist nicht gleich: Unterschiede zwischen den indischen Städten Chandigarh und Chennai

Erhebliche regionale Unterschiede in Mentalität und Wirtschaftsstruktur gibt es natürlich nicht nur in China und dem übrigen Kontinent, sondern auch in Indien. Der Vergleich zweier Städten demonstriert dies:

Chandigarh/ Nordindien

1,1 Mio. Einwohner, 114 km²
Die Stadt hat so gar nichts von einem aggressiven Tigerstaat, haben sich in ihren Mauern doch nur ein paar 100 Klein- und Kleinstbetriebe angesiedelt. Wer in Chandigarh arbeitet, sitzt in einem der vielen Regierungsbüros.

Immerhin haben 3 Bundesregierungen (Punjab, Haryana und Chandigarh) in der Stadt ihre Zelte aufgeschlagen. Da sich dort aber auch alle nationalen und internationalen Banken niedergelassen haben, zählt Chandigarh zu den reichsten Städten des Subkontinents.

Dieser Reichtum hat viele gut betuchte und lebenslustige Senioren angelockt, die Chandigarh zu einem wahren Rentnerparadies machen. Nicht Arbeit und Maloche geben dort den Ton an, sondern Spaß und Freizeitvergnügen.

Chennai/ Südindien

4,7 Mio. Einwohner, 147 km²
Wie Wolfsburg ist Chennai eine Autostadt. 30 % aller indischen Autos (Nissan, Renault, Hyundai, BMW, Mitsubishi, Ford, Mercedes, Leyland u. v. m.) laufen in Chennai vom Band und 35 % aller Zulieferteile. Anders als Wolfsburg ist Chennai aber auch eine überaus traditionelle Stadt, in der westliche Lebensstile geradezu verpönt sind.

Denn der Alltag, selbst der IT-Arbeiter, wird nach wie vor von jahrhundertealten Riten und Gebräuchen bestimmt. Chennai ist nämlich nicht nur Zentrum der indischen Automobilindustrie, sondern auch der Software- und Telekombranche. Nokia, Siemens, Ericsson, Dell, Samsung und andere haben hier ihre Headquarters.

Dort arbeiten nicht nur Inder, sondern auch viele Europäer – die sich den traditionellen Alltagsgebräuchen angepasst haben.

Beachten Sie: Bis 1996 hieß Chennai „Madras“. Ein Name, den die Stadt nicht nur den
Briten zu verdanken hatte, sondern auch der antiken Siedlung „Madrasapattinam“.

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