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Einkaufsländer: Polen und Tschechien

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Polen und Tschechien sind noch immer Einkaufsländer allererster Güte. Nicht einmal der verflossene China- und Asien-Hype konnte diesem Status etwas anhaben – was angesichts der kurzen Lieferwege und der kulturellen Nähe auch kaum verwundern kann, senken sie doch Prozess- und Managementkosten ganz erheblich. Und das in beide Richtungen.

In den vergangenen 24 Jahren ist deshalb Deutschland für Polen wie auch für Tschechien zum wichtigsten Außenhandelspartner mit über 23 % bzw. 28,5 % des jeweiligen Gesamtumsatzes aufgestiegen.

Stark im Auto- und Maschinenbau

Anders als die ebenso schmuddeligen wie viel geschmähten Polenmärkte entlang der Oder-Neiße-Grenze vermuten lassen, ist im deutsch-polnischen und deutsch-tschechischen Warenaustausch nicht Ramsch gefragt, sondern Qualität.

Von den dortigen Geschäftspartnern wird diese Qualität auch durchweg geliefert, wie die polnischen Solaris-Busse oder die tschechischen Skoda-Pkws beweisen.

Autos, Maschinen, Kfz-Teile sowie DV- und Chemieprodukte machen auch den Großteil des Ausfuhrvolumens aus. Deren Anteile betrugen 2012 jeweils zum Außenhandelsgesamtumsatz:

Autos und Kfz-Zubehör: Polen 11,2 %, Tschechien 17,2 %
Maschinen: Polen 9,4 %, Tschechien 12,9 %
Chemieprodukte: Polen 8,3 %, Tschechien 6,2 %
Elektronik und DV-Produkte: Polen 7,0 %, Tschechien 8,3 %

Auch bei unseren Nachbarn steigen die Löhne

Ein Schnäppchenparadies sind die Liefermärkte in Polen und der Tschechischen Republik selbstredend schon lange nicht mehr. Wenn auch moderat, so steigen auch dort die Löhne und damit in der Regel die Verkaufspreise. Doch selbst in Prag und dem Prager Speckgürtel haben die Lohnkosten erst ein Drittel des deutschen Niveaus erreicht! Ganz ähnlich sind die Verhältnisse in und um die polnische Hauptstadt Warschau.

Die 2 Varianten der Krise

Während die Tschechische Republik und mit ihr die übrigen Volkswirtschaften der EU unter der Finanz- und Eurokrise litten und heftige Wachstumseinbußen hinnehmen mussten, brachte Polen das Kunststück fertig, sein Brutto-Inlandsprodukt (BIP) auch in den Krisenjahren zu steigern. Erst 2012 schwappte die Abschwungwelle gleichfalls über unser Nachbarland

Polen und Tschechien sind nicht Osteuropa!

Die geografische Nähe verführt leicht zu der Annahme, dass es auch auf geschäftlicher oder zwischenmenschlicher Ebene kaum Distanzen gibt. Doch das ist keineswegs so, wie die vielen Business- Knigges für die MOE-Staaten beweisen.

Polen und Tschechien betreffend haben diese Fibeln jedoch alle einen ganz erheblichen Webfehler. MOE heißt nämlich nichts anderes als „Mittel-Ost-Europa“. Mit der Betonung auf „Ost“. Polen und Tschechen begreifen sich aber nur in den seltensten Fällen als Osteuropäer, dafür umso mehr als Westeuropäer!

Entsprechend empfindlich reagieren sie auf bewusste oder unbewusste geografische und damit auf politisch-ideologische Zuordnungen.

Beachten Sie: Bei entsprechenden Lieferantengesprächen sollten Sie außerdem bedenken, dass zwischen Polen und Tschechen in der Regel ausgeprägte Animositäten bestehen. Das Warschauer Institut für Öffentliche Angelegenheiten (Instytut Spraw Publicznych, ISP) hat zum Beispiel herausgefunden, dass Tschechen ihre Nachbarn für oberflächlich halten und häufig ihre Ehrlichkeit infrage stellen und im Gegenzug Polen den Tschechen Modernität, Flexibilität und Geschäftstüchtigkeit absprechen.

Die kleinen Unterschiede

Diese Besonderheiten sollten Sie bei Ihren Beschaffungen also unbedingt beachten und beide Länder nicht in einen Topf werfen. Beachten sollten Sie auch, dass bürokratische Prozesse besonders in Tschechien oft lange dauern und Genehmigungen und Behördengänge in der Regel viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als im heimatlichen Deutschland.

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