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Einkaufsmanagement: Ihre Marktprognose 2009 für die Geschäftsleitung

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Produktionskürzungen in der weltweiten Stahlindustrie, bei einigen Stahlkochern jenseits der 30-%-Marke, die Stahlpreise sinken massiv. Die globale Nachfrage ist eingebrochen. Der Stahlhandel sitzt auf großen Lagerbeständen, die zu hohen Preisen gekauft wurden, und versucht gerade, der Abwertungsspirale zu entgehen. Alles muss raus, besonders die einfachen Stahlgüten. Jens Holtmann, Chefredakteur des Informationsdienstes Einkaufsmanager , zeigt auf, wie Sie geschickt auf die fallenden Vormaterialmärkte reagieren.

Produktionskürzungen in der weltweiten Stahlindustrie, bei einigen Stahlkochern jenseits der 30-%-Marke, die Stahlpreise sinken massiv. Die globale Nachfrage ist eingebrochen. Der Stahlhandel sitzt auf großen Lagerbeständen, die zu hohen Preisen gekauft wurden, und versucht gerade, der Abwertungsspirale zu entgehen. Alles muss raus, besonders die einfachen Stahlgüten.

Jens Holtmann, Chefredakteur des Informationsdienstes Einkaufsmanager , zeigt auf, wie Sie geschickt auf die fallenden Vormaterialmärkte reagieren.

Rezessionsmodus

Das Wirtschaftswachstum macht erst einmal Pause. Manche Experten (und es gibt ja so viele davon) rechnen mit Besserung im 2. Halbjahr 2009. Das ist allerdings wenig wahrscheinlich. Haben Sie schon mal einen Wirtschaftsabschwung erlebt, der so ‘eingeläutet’ wurde und dann nach 6 Monaten plötzlich wieder vorbei ist? Ich jedenfalls nicht.

Die stark rückläufigen Auftragseingänge in vielen Branchen (auch in der Vorzeigebranche Maschinenbau) sprechen deutlich eine andere Sprache. Besonders stark ist der Einbruch der Auslandsaufträge. Vorsicht und Ernüchterung sind in die Chefetagen eingekehrt. Investitionen und Neueinstellungen werden verschoben, überdacht oder sogar gestrichen. Sämtliche Ölförderländer haben noch vor Kurzem von einem endlos steigenden Ölpreis geträumt, und nun ist er in kurzer Zeit um über 60 % gesunken (siehe Chart). Kanada hat zahlreiche Ölsandprojekte gestoppt, da unrentabel. Etliche Ethanolproduzenten sind pleite, weil der Sprit wieder billiger ist. Russlands Geldbörse wird angesichts der fallenden Rohstoffpreise von Tag zu Tag leerer.

All diese Länder waren für einen großen Teil der Nachfrage verantwortlich. Wenn die Kursverläufe der Aktien- und Rohstoffbörsen tatsächlich die wirtschaftliche Entwicklung vorwegnehmen (etwa ein halbes Jahr vorauslaufend), dann ist die Talsohle noch weit entfernt. Warum sollten die Stahl- und Rohstoffpreise, die jahrelang gestiegen sind, jetzt nur wenige Monate lang fallen und dann wieder nach oben drehen? Der Abwärtstrend ist vollkommen intakt, und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Beachten Sie: Wenn es ganz übel läuft, stehen wir am Anfang einer historischen Rezession.

Nur Monatskontrakte abschließen
Die Versorgungsprobleme sind Geschichte, und es gibt keinen Grund, voreilig Lieferverträge abzuschließen. Im Gegenteil: Zurzeit spart jeder Monat des Wartens richtig Geld. Das Benchmark-Produkt warmgewalzter Stahl (Warmband) fiel Ende letzten Jahres in nur 4 Wochen von 800 USD/t auf 700 USD/t. Selbst eine Halbierung des Preises ist in den kommenden Monaten möglich. Auch im Kaltbandmarkt geht es steil bergab. Der neu eingeführte Rohstoffteuerungszuschlag ist Geschichte.

Praxis-Tipp: Schließen Sie Monatsverträge ab. Längerfristige Vertragsbindungen sind jetzt ein Risiko und dürfen keinesfalls ohne Preisgleitklauseln abgeschlossen werden.

Ihr Lagebericht für die Geschäftsleitung
Einen umfangreichen Bericht für den Chef zu schreiben ist angesichts der Hektik und Ängste im Markt kaum zu empfehlen. Die monatlichen Rohstoff-Charts, die Einkaufsmanager-Indices und die Abwärtsentwicklung der Vormaterialien der Stahlhersteller (Eisenerz, Stahlschrott, Kokskohle, Legierungselemente) reichen völlig aus.
Praxis-Tipp: Diskutieren Sie den Aufbau neuer Lieferanten. Viele sind jetzt schon wieder gesprächsbereit. Aber Vorsicht! Die durch die Finanzkrise ausgelöste Kreditklemme bringt immer mehr Unternehmen in finanzielle Gefahr.

5-Minuten-Gegenkalkulation Beispiel:


Die Hersteller von Stahlrohren haben folgende durchschnittliche Kostenstruktur laut Statistischem Bundesamt:

  • 51 % Materialkosten
  • 16 % Personalkosten
  • 33 % sonstige Kosten

Die Hauptbestandteile der 51 % Materialkosten sind laut Statistik:

  • 60 % Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen
  • 17 % Rohre
  • 4 % Betriebsstoffe
  • 4,5 % Energie, Brenn- und Treibstoffe
  • 14,5 % sonstige Einkaufsmaterialien

In sämtlichen Einkaufsfeldern der Stahlrohrhersteller fallen die Preise - besonders im Stahlbereich. Mit insgesamt 77 % (60 + 17) machen das Roheisen und die zugekauften Rohre den Löwenanteil aus, sodass die Preisreduzierungen dort besonders stark auf die Gesamtkosten und damit auf die Verkaufspreise durchschlagen. Auf der Basis der Oktober-Werte haben wir eine Einkaufspreisreduzierung von minus 3,8 % errechnet, was bei 51 % Materialkostenanteil eine Preisreduzierung von rund 2 % ergibt.

Beachten Sie: Da die Werte der Bundesstatistik immer einen Nachlauf haben, zeigt sich der große Abwärtsschub in der Statistik erst mit Verzögerung. Haben Sie Zugriff auf aktuellere Daten, können Sie schneller agieren.

Autor: Jens Holtmann, Kontakt:
redaktion@einkaufsmanager.net

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