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Antrag auf reduzierte Stromsteuer nicht vergessen! Rund 30 % der Unternehmen lassen Stromsteuerermäßigung verfallen

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Von coupling-media,

Seit der Änderung der Stromsteuerreduzierung für produzierende Unter- nehmen muss jetzt jeder Betrieb selbst daran denken, die Reduzierung der Stromsteuer zu beantragen. Wenn Sie das vergessen, verlieren Sie pro GWh rund 5.000 Euro!

Dass die monatlichen Stromrechnungen in diesem Jahr schon wieder höher ausfallen, daran hat sich die Buchhaltung bereits gewöhnt. EEG und alle anderen Steuern sind halt teurer geworden. Da freut man sich ja schon, dass die Stromsteuer mit 2,05 ct/kWh nicht auch noch gestiegen ist.
Doch wer sich diese Position etwas genauer ansieht, fragt sich vielleicht: „War der Satz nicht früher niedriger, gab es da nicht einen reduzierten Stromsteuersatz für unseren Betrieb? Wir sind doch produzierend.“ Das ist richtig!

Produzierende Unternehmen zahlen weniger!

Produzierende Unternehmen sowie Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft, die den Kriterien des Hauptzollamtes entsprechen, können auch weiterhin von einer reduzierten Stromsteuer profitieren. Dieser günstigere Stromsteuersatz wird allerdings nicht mehr automatisch angewandt, sondern muss seit 2011 ebenfalls beantragt werden.

Früher gab es den Erlaubnisschein

Können Sie sich noch an den gelben DIN-A5-Schein des Hauptzollamtes erinnern? Erlaubnisschein zur Entnahme steuerbegünstigter Energie, kurz E-Schein, hieß er.
Diesen mussten Sie dem Energieversorger im Original vorlegen, und der hatte damit die Berechtigung, den reduzierten Stromsteuersatz auf Ihrer Rechnung in Ansatz zu bringen. So haben Sie jeden Monat gleich von der Reduzierung profitiert.

Einmal im Jahr mussten Sie dem Hauptzollamt nachweisen, dass Sie den Strom weiterhin für steuerbegünstigte Prozesse verwenden, und einen sogenannten Sockelbetrag von 205 Euro überweisen. Das war alles.

Seit 2011 zahlen alle Unternehmen den vollen Stromsteuersatz

Im Rahmen des Sparpakets der Bundesregierung gab es zum 1.1.2011 Änderungen bei den Stromsteuersätzen, zum Beantragungsverfahren bei der Stromsteuer und zu den Entlastungssätzen bei der Energiesteuer.
Damit verbunden wurde eingeführt, dass der Stromsteuersatz von 2,05 ct/kWh bei allen Kunden einheitlich berechnet werden sollte. Der Erlaubnisschein wurde abgeschafft.

Wegfall des ermäßigten Stromsteuersatzes

Die Unternehmen des produzierenden Gewerbes, also alle, die bisher den reduzier- ten Stromsteuersatz erhielten, können auf Antrag um 0,513 ct/kWh entlastet werden. Der bis 2011 geltende Entlastungsbetrag betrug 0,82 ct/kWh.
Durch die Änderung in der Abrechnung des reduzierten Stromsteuersatzes ist es den meisten Unternehmen zunächst nicht aufgefallen, dass der ermäßigte Stromsteu- ersatz von 1,23 ct/kWh auf 1,537 ct/kWh angehoben worden ist (die Reduzierung also nur noch 25 % beträgt). So wurde quasi klammheimlich die Steuer für produzierende Unternehmen weiter erhöht.

Anträge auf reduzierte Stromsteuer werden vergessen

Der Antrag zur Entlastung wird immer im Folgejahr gestellt. Somit wurde die Veränderung erst 2012 für die meisten Unternehmen überhaupt relevant. Denn jeweils bis zum 31.12. eines Jahres kann der Antrag für das Vorjahr beim Hauptzollamt gestellt werden. Und weil nun die Jahresmeldung für den Erlaubnisschein nicht mehr abgegeben werden musste, wurden Sie auch vom Hauptzollamt nicht angeschrieben. So kam das, was kommen musste: Viele Unternehmen haben schlicht vergessen, den Antrag zu stellen, und dadurch die Stromsteuerreduzierung verschenkt.

Pro 1.000.000 kWh Strom beträgt die Reduzierung nach wie vor 5.130 Euro.

Jedes produzierende Unternehmen sollte Anträge stellen

Unabhängig davon, ob Sie weitere Energiesteuerrückerstattungen erhalten können, wie zum Beispiel beim Spitzenausgleich, sollten Sie den Antrag auf reduzierte Stromsteuer stellen, sobald die gezahlte Stromsteuer den Sockelbetrag von 250 Euro pro Kalenderjahr überschritten hat. Diesen Betrag müssen auch produzierende Unternehmen zahlen.

Ab einem Jahresverbrauch von ca. 50.000 kWh ist es sinnvoll, die Anträge beim Hauptzollamt zu stellen. Realistisch sollten es ein paar Kilowattstunden mehr sein, damit sich der Aufwand mit dem Antrag und den ganzen Rechnungskopien auch lohnt.

Anträge stellen über zoll.de

Die Antragsformulare finden Sie unter zoll.de > Formulare & Merkblätter > Suchbegriff „Stromsteuer“; dann den Antrag 1453 auswählen und am PC ausfüllen.

Diese Unterlagen benötigen Sie

Vergessen Sie nicht die Anlage „Beschreibung der wirtschaftlichen Tätigkeit“. Einen Vordruck (1402) finden Sie ebenfalls unter den Formularen bei zoll.de. Dieses Formular kennen Sie in ähnlicher Form noch von den ehemaligen Jahresmeldungen. Die meisten Daten werden Sie also noch von Ihren alten Anträgen übernehmen können.

Alle Stromrechnungen in Kopie

Wer etwas zurückerhalten möchte, muss nachweisen, dass er es auch bezahlt hat. So natürlich auch bei der Stromsteuer. Legen Sie also die Kopien Ihrer Stromrechnungen bei.

Beachten Sie bitte, dass Sie die Seite Ihrer Rechnung kopieren, auf der die Stromsteuer ausgewiesen ist. Sie brauchen nicht die gesamte Stromrechnung beizulegen. Denken Sie dabei auch an Ihre Zweigstellen, selbst wenn dort vielleicht nur wenig Energie verbraucht wurde.

Der Selbstbehalt von 250 Euro gilt pro Unternehmen und nicht pro Standort.

Problem bei Jahresrechnungen

Haben Sie Standorte, deren Energieverbrauch unter 100.000 kWh pro Jahr liegt, werden Sie wahrscheinlich nur eine Jahresrechnung erhalten. Der Abrechnungszeitraum kann dabei über das Antragsjahr hinausgehen, sodass Ihnen nicht die gesamte Stromrechnung des Kalenderjahres vorliegt. In solchen Fällen können Sie den Verbrauch schätzen.
Denken Sie aber daran, dass die Schätzung plausibel dargestellt sein muss. Notieren Sie auf der Stromrechnung Ihren Rechenweg, das macht es dem Hauptzollamt einfacher, diese Schätzung zu akzeptieren. Im Folgejahr müssen Sie dann ebenso verfahren und die bereits in Ansatz gebrachte Energie von der Rechnung abziehen.

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