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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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ENERGIEBESCHAFFUNG Energieeinkauf – einfach und schnell über Auktionsportale

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Die Energiebeschaffung ist für viele Unternehmen eine schwierige und ungeliebte Tätigkeit. Meist muss die Verhandlung über die Energielieferverträge vom Geschäftsführer oder vom Einkaufsleiter persönlich geführt werden. Und Zeit hat man dafür in der Regel auch nicht. Doch der aktuelle Liefervertrag endet bald – also müssen Sie sich der Aufgabe stellen und beginnen Ihre Arbeit.

Auktionsportale bieten eine Alternative. Der Einkauf über Auktionsportale ist einfach und bietet die Möglichkeit, seinen Energiebedarf schnell einer großen Anzahl von Lieferanten anzubieten. Nicht selten sind auf den Portalen mehr als 100 Lieferanten aktiv.

Wie funktioniert eine Auktion?

Vielen von Ihnen kennen eBay. Dort wird ein Produkt eingestellt, und beliebig viele Teilnehmer können ein Gebot abgeben. Mit jedem Gebot steigt der Preis. Bei Energieauktionen ist es genau andersherum. Sie als Kunde stellen Ihren Energiebedarf als Auktionsinhalt ein. In der Auktionsbeschreibung wird festgelegt, welche Vertragsbedingungen Sie akzeptieren wollen und wie das Angebot strukturiert sein soll. Fester Bestandteil Ihrer Energieauktion ist in der Regel der Jahreslastgang Ihres Strom- oder Gasverbrauchs.

Wie verläuft eine Auktion?

Haben Sie alle Details festgelegt, kann die Auktion gestartet bzw. freigegeben werden. Häufig werden Auktionen zunächst veröffentlicht, aber noch nicht gestartet. So können sich die auf der Handelsplattform gelisteten Versorger Ihre Auktion bereits ansehen und sich auf die Teilnahme vorbereiten. Die Lieferanten analysieren dazu Ihren Lastgang bzw. Ihre Verbrauchsstruk- tur und erarbeiten ein Angebot. Ebenso selbstverständlich wird das Zahlungsausfallrisiko des Kunden bewertet.

Erst mit dem Start der Auktion beginnt der Beschaffungsprozess

An dem von Ihnen festgelegten Auktionstag können die Lieferanten ein Angebot zur Belieferung abgeben. In der Regel kommen die ersten Angebote zwischen 10 und 11 Uhr. Denn die Mitarbeiter der Energieversorger erhalten erst dann von ihren Beschaffungsabteilungen die neuen Handelspreise. Bis zum Ende der Auktion können die Energieversorger nun noch beliebig weitere Angebote abgeben. Je nach Auktionsmodus sehen die Lieferanten, wie attraktiv das eigene Angebot ist. Denn Sie können festlegen, wie detailliert die Anbieter den Auktionsverlauf verfolgen können.

Position oder volle Transparenz

In der Regel gibt es 2 unterschiedliche Modi, die den Lieferanten unterschiedliche Betrachtungsebenen ermöglichen.

1. Positionierung

Nachdem ein Anbieter ein Angebot abgegeben hat, kann er sehen, an welcher Position im Preis-Ranking sich das Angebot befindet. In diesem Modus geben die Anbieter in der Regel sehr viele Angebote ab und tasten sich langsam an die Spitze.

2. Transparenz

Die Lieferanten können die Angebotspreise der Mitbewerber sehen. Welcher Lieferant hinter welchem Preis steht, ist nicht bekannt. Bei diesem Modus erstellen die Lieferanten weniger Angebote, da sie wissen, wie weit sie gegebenenfalls vom Top-1-Angebot entfernt liegen. Letztendlich ist es Ihnen überlassen, welchen Modus Sie bevorzugen. Aus meiner Sicht bietet keine der beiden Möglichkeiten gravierende Vorteile. Entscheidend für den Erfolg der Auktion ist die Verbindlichkeit!

Auktion mit oder ohne Hintertürchen?

Für viele Kunden ist die Beschaffung über ein Auktionsportal interessant, und viele denken über die Nutzung solcher Möglichkeiten nach. Der größte Knackpunkt ist jedoch die Verbindlichkeit einer Auktion. Vielen Kunden widerstrebt nämlich der Gedanke, dass mit dem Ende der Auktion der Gewinner feststeht und somit der Kunde nicht selbst entscheiden kann, welcher Anbieter ihn künftig beliefern wird. Gewünscht ist daher oft die Möglichkeit, das Auktionsergebnis eigenhändig zu bestätigen oder abzulehnen. Doch gerade darin liegt ein großes Problem. Eine Auktion ist nur dann sinnvoll, wenn der Gewinner auch gewinnt. Stellen Sie sich vor, Sie haben bei eBay einen Drucker ersteigert. Nach erfolgreichem Auktionsende schaltet der Verkäufer eine Anzeige und schaut, ob er das Gerät zu einem besseren Preis verkaufen kann.

Klappt das, tritt er von der Auktion zurück. Undenkbar, oder? Genau das widerspricht dem Prinzip der Auktion. Denn die lebt davon, dass der Auktionsgewinner einen verbindlichen Kauf bzw. Verkauf durchgeführt hat. Erst die Verbindlichkeit ermöglicht es dem Energieversorger, sein letztes Gebot abzugeben. Er hat sich ja schon Zeit genommen, Angebote gerechnet und Ihre Auktion verfolgt. Jetzt will er natürlich auch gewinnen und ist aus diesem Grund ganz kurz vor Ende bereit, seinen letzten und entsprechend knapp kalkulierten Preis anzubieten. Hat er nicht die Gewissheit, dass die Auktion dann beendet und der Vertrag perfekt ist, wird seine Motivation, ein ent- sprechend knapp kalkuliertes Angebot abzugeben, eher gering sein. Überlegen Sie bitte, wie wichtig für Sie die Entscheidung über den Versorger ist. Alle Lieferanten auf einer Auktionsplattform haben durch den Anbieter geprüfte Lieferverträge hinterlegt. Sie als Kunde können also davon ausgehen, dass die Verträge der Energieversorger inhaltlich ge- prüft wurden und nur seriöse Lieferanten auf der Plattform arbeiten dürfen. Einige Auktionsbetreiber geben einen Mustervertrag vor. Diesen können Sie vorab prüfen.

Auktionen realisieren Standardverträge

Komplexe Vertragsstrukturen lassen sich über die Auktionsplattformen schlecht umsetzen. Diese Systeme leben von der Vereinfachung und der Reduzierung auf leicht zu vergleichende Preiskomponenten. Diese Einfachheit ermöglicht die schnelle Verarbeitung und bietet Ihnen jederzeit ein Preis-Ranking in Echtzeit. Sie können bei vielen Anbietern den Verlauf der Auktion live am Bildschirm verfolgen. Wenn Sie an der Auktion teilhaben wollen, reicht es meist, wenn Sie die letzten 15 Minuten ansehen. Dann passiert das meiste – ähnlich wie bei eBay.

Referenzpreise bieten Ihnen Sicherheiten

Es besteht die Möglichkeit, dass Sie ein Referenzangebot vorgeben. Liegt Ihnen z. B. ein vermeintlich gutes Angebot eines Lieferanten vor, können Sie diesen Preis als Grundlage Ihrer Auktion einstellen. Kann kein Teilnehmer den Preis unterbieten, entscheiden Sie sich für das beste Angebot, in diesem Fall also für Ihr bereits vorliegendes Angebot. Über diesen Weg nutzen Sie die Kraft der Auktionsplattform, um entweder einen besseren Preis zu erzielen oder um Ihre Entscheidung für ein vorliegendes Angebot bestätigt zu wissen.

Diese Dinge legen Sie vor Auktionsbeginn fest:

  • Laufzeit des neuen Liefervertrags
  • Festlegung der Mehr- oder Mindermengenregelung (z. B. Toleranzband 80 bis 120 %)
  • Qualität der Energielieferung (Ökostrom oder Biogasanteil)
  • Start und Ende der Auktion (Datum und Uhrzeit)
  • Verbindlichkeit der Auktion

Vorteile dieser Dienste

  • schnelle Durchführung einer Energieausschreibung
  • günstige Angebote, da die Energieversorger sich gegenseitig unterbieten
  • Auktionsverlauf kann zum Teil online verfolgt werden
  • Sie müssen den Preisvergleich nicht mehr selbst durchführen. Das System erstellt diesen für Sie.
  • Sie nutzen ein professionelles Werkzeug.

Nachteile dieser Dienste:

  • Die Auktion ist verbindlich – gegebenenfalls Annahmepflicht des Auktionsgewinners.
  • Komplexe Vertragswerke lassen sich kaum realisieren.
  • Auf den Auktionsplattformen besteht eine gewisse Anonymität.
  • Für die Nutzung der Plattform ent- stehen Gebühren.
  • Ausschreibungen in 2 Runden sind nur bedingt möglich.
  • Laufzeit des Vertrags muss vor dem Start der Auktion festgelegt werden.

Der Einkauf Ihrer Energiemengen über eine Auktionsplattform spart Ihnen vor allem Zeit. Für die meisten Kunden sind die Standardlieferverträge ausreichend. Die durch die Auktion zu erzielenden Ergebnisse sind überzeugend – Nachverhandeln überflüssig! Ob diese Form der Beschaffung für Ihr Unternehmen die richtige ist, hängt insbesondere von der Frage ab, wie viel Entscheidungsspielraum Sie bei der Wahl des Lieferanten benötigen.

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