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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Energieeinkauf 2013: Jetzt wird es Zeit zu handeln

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Von coupling-media,

Der Strom an der Energiebörse EEX ist so günstig wie seit Jahren nicht mehr, der Zeitpunkt für den Lieferantenwechsel ist günstig. Wir zeigen Ihnen, wie Sie alle nun nötigen Schritte schnell in die Wege leiten und einen besseren Strompreis ab 2013 erhalten.

Eigentlich müssten Sie sich noch keine Gedanken über Ihren neuen Liefervertrag machen, denn der bisherige läuft noch eine ganze Weile. Allerdings sind die Strompreise an der EEX für die Lieferjahre 2013 bis 2016 aktuell so günstig wie noch nie. Da ist es sinnvoll, sich bereits heute ein Angebot für den Folgevertrag geben zu lassen. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag Schritt für Schritt, wie Sie Ihre nächste Ausschreibung erfolgreich durchführen.

In 5 Schritten zum Erfolg

1. Datengrundlage: der Jahreslastgang

Für einen leistungsgemessenen Stromkunden (> 100.000 kWh) ist der sogenannte Lastgang das A und O für eine erfolgversprechende Ausschreibung. Ihr Stromverbrauch wird pro 15 Minuten gemessen und protokolliert. Diese Messwerte geben einen genauen Aufschluss über das Verbrauchsverhalten Ihres Betriebs. Es ist eine Art „Jahres- EKG“ und dient dem Stromlieferanten als Rechnungsgrundlage sowie zur Kalkulation Ihres Angebots. Ihren Jahreslastgang erhalten Sie bei Ihrem Stromlieferanten. Setzen Sie sich dazu mit Ihrem Kundenbetreuer in Kontakt. Der Lastgang ist eine Text- oder Excel-Datei, die Sie dann per EMail erhalten. Sie benötigen den gesamten Zeitraum eines Jahres, idealerweise vom 1.1. bis 31.12. Prüfen Sie Ihren Lastgang auf Vollständigkeit. Das geht mit etwas Excel-Kenntnissen oder einem Lastgang-Analysetool. Schauen Sie, ob der Lastgang zu Ihrem Jahresverbrauch passt und ob es im Jahresverlauf zu außergewöhnlichen Schwankungen kam. Wenn sich diese in der Zukunft vermeiden lassen, sollten Sie bei Ihrer Preisanfrage auf eventuelle Veränderungen in der Zukunft hinweisen.

2. Planen Sie den zeitlichen Ablauf!

Bevor Sie Ihre Anfrage versenden, legen Sie bitte Termine für die weiteren Schritte fest. Der Energieversorger sollte mindestens 3 Tage Zeit haben, Ihnen ein Angebot zu unterbreiten. Legen Sie daher einen einheitlichen Abgabetag inklusive einer Bindefrist fest. Diese sollte nicht länger als 2 Tage betragen. Planen Sie eine Ausschreibung in 2 Runden, teilen Sie das den Lieferanten bei Angebotsanfrage mit und verzichten Sie in der 1. Runde auf eine Bindefrist. Optimalerweise geben Sie gleich den Zeitpunkt für die 2. Verhandlungsrunde bekannt. Das spart Ihnen lästige Nachfragen der Lieferanten, ob Sie sich schon entschieden hätten. Die Anzahl der Lieferanten, die durch ein gutes Erstangebot überzeugen können, wird deutlich geringer sein als bei der 1. Anfragerunde. Dadurch können Sie im 2. Step eine kurze Bindefrist von nur 2 Stunden vereinbaren. Wenn alle Lieferanten ihre Angebote pünktlich liefern, sollte es kein Problem sein, einen schnellen Vergleich durchzuführen und sich dann auf Grundlage der Ergebnisse zu entscheiden. Fordern Sie die Aktualisierung für frühestens 11 Uhr an. Die meisten Kundenberater erhalten die Preise zur Kalkulation nicht früher und könnten unter Umständen kein Angebot abgeben.

Tipp: Bindefrist ist eine Art Versicherung und kostet Geld. Ihr Geld! Planen Sie gut, dann können Sie sich diesen Aufschlag sparen.

Mit Ihrer Angebotsanfrage sollten Sie ein paar Informationen über Ihr Unternehmen bekannt geben. Nur Ihr lokaler oder aktueller Lieferant kennt Sie und Ihre Besonderheiten. Anderen Lieferanten am Markt sind Sie unbekannt. Beschreiben Sie Ihr Unternehmen mit wenigen Worten. So kann sich der Lieferant ein Bild von Ihrem Unternehmen machen und wird in der Regel einen besseren Preis abgeben.

3. Versorgerauswahl

Die größten und bekanntesten Versorger machen selten die besten Preise. Die Auswahl der anzufragenden Lieferanten ist schwierig, denn viele Lieferanten arbeiten zusammen oder gehören zum gleichen Konzern. Machen Sie sich eine Liste mit potenziellen Lieferanten: An 1. Stelle sollte Ihr lokaler oder Ihr aktueller Lieferant stehen. Danach kommen die Ihnen bekannten Versorger aus der Umgebung. Zu guter Letzt können Sie überregionale oder Ihnen ansonsten bekannte/ empfohlene Versorger auswählen. Meist reichen 5 bis 10 Lieferanten für einen guten Preisvergleich.

Tipp: Verlangen Sie von jedem Anbieter eine Vollkostenrechnung. Das macht Ihnen die Arbeit leichter!

4. Preisvergleich der Angebote

Für die Auswertung der Angebote müssen Sie zunächst eine Vergleichbarkeit herstellen. Insbesondere die Preisbestandteile sollten in allen Angeboten komplett aufgeführt sein. Einige Lieferanten werden tageszeitabhängige Tarife anbieten. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass beim Preisvergleich mit den korrekten Energiemengen der jeweiligen Schaltzeit gerechnet wird. Eine Analyse Ihres Lastprofils können Sie am einfachsten mit dem Lastgang- Analysetool realisieren. Unter Schaltzeiten versteht man die Definition, wann welcher Preis gilt. Durchgesetzt hat sich die Börsenschaltzeit. Dabei gilt als Hochtarif die Zeit von Montag bis Freitag (jeweils 8 bis 20 Uhr). Die restliche Zeit ist Niedertarif. Jedes Angebot kann allerdings individuelle Schaltzeiten besitzen. Wenn Sie Ihren Lastgang nach den jeweiligen Schaltzeiten richtig auswerten, steht einem korrekten Preisvergleich nichts im Wege. Achten Sie darauf, dass alle sonstigen Kostenbestandteile im Angebot mit aufgeführt sind. Gerade bei Ausschreibungen um den Jahreswechsel herum kann hier eine Fehlerquelle liegen. Unter Umständen sind für das Folgejahr bereits neue Netzentgelte oder Steuern/Abgaben bekannt gegeben worden. Das könnte dazu führen, dass ein Lieferant bereits mit den neuen und ein anderer noch mit den alten Entgelten rechnet. Die Kontrolle dieser – nicht verhandelbaren – Kostenbestandteile ist ein Punkt der korrekten Preisbewertung. Ebenso sollte Klarheit darüber bestehen, welche Kostenbestandteile inklusive oder zuzüglich sind. Hier ist besonders auf die Konzessionsabgabe zu achten. Einige Versorger addieren sie zum Energiepreis, andere führen sie separat mit den Netzentgelten auf.
Ihr Angebot sollte im Idealfall dreigegliedert sein:

a) Reiner Energiepreis

 

b) Netzentgelte

 

c) Steuern und Abgaben


Nur der reine Energiepreis, also der Preis für die Erzeugung Ihrer Energie inkl. der allgemeinen Kosten des Lieferanten lassen sich verhandeln. Das 3-gliedrige Preissystem vereinfacht die Bewertung und die Kontrolle der künftigen Rechnungen. Weisen Sie bereits bei der Angebotsanfrage darauf hin, welches Preissystem Sie wünschen.

Tipp: Lastgang-Analysetool
Kostenlose Auswertungssoftware finden Sie im Internet.

Sonderfall Monatsleistungspreis

Einzelne Lieferanten bieten Ihnen Lieferangebote mit einem Monatsleistungspreis an. Standard ist mittlerweile der Jahresleistungspreis. Hierbei wird für die höchste Leistungsspitze des Jahres die Gebühr in Euro pro kW fällig. Da die Netzkosten ebenfalls auf Grundlage der Jahreshöchstleistung berechnet werden, haben sich die meisten Lieferanten daran angepasst. Bei einem Monatsleistungspreis zahlen Sie jeden Monat nur die jeweils tatsächlich aufgetretene Monatsleistungsspitze. Im Preisvergleich müssen Sie Ihre 12 Monatsspitzen addieren und mit dem Leistungspreis multiplizieren. Der Monatsleistungspreis sieht auf den ersten Blick fairer aus. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass der Lieferant trotzdem die Jahreshöchstleistung an das Netz bezahlen muss. Er geht also ein Risiko ein, das er Ihnen in Form eines Aufschlags weiterberechnet. Bleibt festzuhalten: Ein Monatsleistungspreis ist eine Art Versicherung, die Gebühren kostet. Haben Sie eine einmalige Spitze, sparen Sie Geld. Ist Ihr Lastverlauf eher stabil, bezahlen Sie für eine Sicherheit, die Sie nicht benötigen.

Tipp: Angebote mit Monatsleistungspreis sind nur dann sinnvoll, wenn der Gesamtpreis nur unwesentlich höher ist.

5. Kundenfreundliche Verträge

Der Teufel steckt wie immer im Detail. Bei der Prüfung der Energielieferverträge sollten Sie Ihr Augenmerk auf einige Punkte besonders richten:

Adresse und Firmierung

Gerade wenn Sie vielleicht den ersten Wechsel Ihres Lieferanten planen, sollten Sie bei der Adresse und der Firmierung ganz genau aufpassen. Der Wechselprozess ist komplett automatisiert. Eine falsche Hausnummer oder eine nicht korrekte Firmierung führt zunächst zur Ablehnung der Belieferung. Gerade unter diesem Aspekt sollten Lieferverträge nicht in den letzten Tagen vor Ende der Wechselfrist geschlossen werden. Eine eventuelle nachträgliche Korrektur Ihrer Kundendaten könnten zu einer Verzögerung der Belieferung führen.

Laufzeit des Vertrags

Ist im Vertrag der richtige Start- und Endtermin notiert? Wie ist eine Verlängerungsoption geregelt? Wird Ihnen bei Preisanpassungen des Energiepreises nur eine kurze Reaktionszeit von z. B. 14 Tagen eingeräumt, um auf das Preisangebot zu reagieren, ist dieser Zeitraum zu kurz. Zu groß ist die Gefahr, dass eine Reaktion im Büroalltag untergeht und Sie so in einem neuen – nicht verhandelten – Preissystem gefangen sind. Sie sollten mindestens 6 Wochen Zeit haben zu reagieren, und die neuen Preise sollte man Ihnen mindestens 3 Monate vor dem Realisierungstermin mitteilen. Am besten endet der Vertrag automatisch. Dann brauchen Sie nur an den Neuabschluss zu denken und können in keine Preisfalle tappen. Ihr Versorger wird Sie sicherlich rechtzeitig bezüglich eines Neuabschlusses kontaktieren.

Mehr- oder Mindermengen

Seit der letzten Wirtschaftskrise im Jahr 2008 sind immer mehr Lieferanten dazu übergegangen, feste Liefermengen zu vereinbaren. Das kann zu relevanten Preisveränderungen führen, wenn die Planmenge nicht erreicht oder deutlich überschritten wird. Man unterscheidet Take-or-Pay-Regeln (die Mindestmenge muss bezahlt werden, egal, ob sie verbraucht wird oder nicht) von Toleranzband-Vereinbarungen. Hierbei wird etwa vereinbart, dass Sie mindestens 80 % der Planmenge abnehmen und die Menge um maximal 20 % überschreiten dürfen. In der Regel ist ein solches Toleranzband ausreichend.
Bei Verträgen mit Beschränkungen besteht der wesentliche Punkt in der Vergütung der Energiemenge außerhalb des Toleranzbandes. Hier ist unsere Empfehlung, die Mehr- oder Mindermengen zu den durchschnittlichen Handelspreisen des Spotmarktes abzurechnen. Es ist legitim, wenn der Versorger hierfür eine kleine Extragebühr berechnet. Mit dieser Preisregelung kann es zu folgenden Szenarien kommen:
1. Die Börse steigt: Die Mehrmenge wird etwas teurer. Brauchen Sie deutlich weniger, bekommen Sie eine Differenz erstattet.
2. Die Börse fällt: Die Mehrmenge wird günstiger. Brauchen Sie deutlich weniger, entsteht ein Differenzbetrag, der trotzdem zu zahlen ist. Diese Regelung ist aus unserer Sicht die fairste.

Preisanpassungen

Im Standardvertrag wird ein Festpreis vereinbart. Dieser Preis sollte selbstverständlich über die Dauer des Liefervertrages konstant sein. Allerdings gilt das nicht für alle Preisbestandteile. Beim reinen Energiepreis sollte der Energieversorger kein Recht haben, den Preis anzupassen. Die Netzentgelte sollten immer in der jeweils gültigen Höhe zum Ansatz gebracht werden. Die Netznutzungsentgelte schwanken jedoch – alle rund 900 Netzbetreiber haben unterschiedliche Netzentgelte. Sie sind auf der Internetseite Ihres Netzbetreibers veröffentlicht. Die Höhe der jeweils gültigen Steuern und Abgaben ist verbindlich geregelt. Hierauf muss im Vertrag nicht besonders geachtet werden.

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