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Neue Offshore-Umlage verteuert den Strombezug ab 2013

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Von coupling-media,

Ein mittelständischer Betrieb mit 5 GWh Stromverbrauch zahlt rund 4.500 € pro Jahr mehr. Für stromintensive Unternehmen soll es Vergünstigungen geben.

Die Windenergie soll einen relevanten Beitrag zur Deckung der zukünftigen Energiever- sorgung in Deutschland liefern. Hier gibt es Bestrebungen, die Nutzung der Windenergie auf dem Meer zu intensivieren. In der Nord- und Ostsee entstehen die ersten deutschen Windparks. Doch der Bau dieser Offshore-Anlagen und deren Anbindung ans Stromnetz des Festlandes gestalten sich schwieriger als geplant.

Offshore-Strom „drückt ins Netz“

Es sind große Kraftwerke, die dort vor unseren Küsten geplant und gebaut werden. Aktuell ist eine Leistung von rund 2.000 MW im Meerinstalliert. Das entspricht etwa der Leistung von 1,5 Atomkraftwerken. Die Energiemengen, die langfristig dort Tag für Tag produziert werden, sind deutlich größer als der Energieverbrauch der meist deutlich dünner besiedelten Küstenregionen. Starke Leitungen sind also nötig, um den Strom in die industriellen Ballungszentren zu bringen. Doch diese Stromautobahnen gleichen heute eher schlecht ausgebauten Landstraßen. Dieses Grundproblem verschärft die Problematik des Offshore- Ausbaus, denn der produzierte Strom kann nicht abtransportiert werden.

Anschlussrecht versus Anbindungsmöglichkeit

Bislang hatte ein Betreiber einer EEG- Anlage (Photovoltaik, Windenergie etc.) ein Anschlussrecht seiner Anlage an das entsprechende Stromnetz. Dieser unbegrenzte individuelle Anbindungsanspruch hat zur Folge, dass ein Investor unabhängig von den jeweiligen technischen Vor-Ort-Bedingungen seine Erzeugungsanlage errichten und deren Netzanbindung verlangen konnte. Kam es beim Netzanschluss dann zu zeitlichen Verzögerungen, entstand eine Schadenersatzpflicht.

Offshore-Umlage regelt Entschädigung

Mit der neuen Umlage wird nicht etwa der Ausbau der Offshore-Windparks gefördert, sondern es werden die Entschädigungszahlungen an die Windparkbetreiber für betriebsbereite, aber nicht angeschlossene Windparks auf alle Stromkunden umgelegt. Es sind gewaltige Kosten, die in der letzten Zeit angefallen sind – man geht von mehr als 1 Milliarde Euro aus, die als Schadenersatz im Raum stehen. Und vieles davon hätte sich vermeiden lassen, wenn der Ausbau strukturierter vonstatten gegangen wäre.

Ab jetzt: Erst planen, dann realisieren

Mit der Einführung der Offshore-Umlage verändert sich auch das strukturierte Vorgehen beim Ausbau von Erzeugungskapazitäten auf dem Meer. Das Anschlussrecht verändert sich in einen Anbindungsanspruch im Rahmen zugeteilter Kapazitäten ab dem Fertigstellungszeitpunkt der Anbindungsleitung. Das bedeutet: Investor und Netzbetreiber müssen nun lange vor der Realisierung von Windparks miteinander kommunizieren. Erst dann, wenn die Anbindung des Windparks tatsächlich realisiert werden kann, hat der Investor einen Anspruch auf den Anschluss zum vereinbarten Termin. Wird der Park bis dahin nicht fertig, kann diese Anbindungskapazität auf andere Bauvorhaben übertragen werden.

Mehr als nur eine neue Umlage

In der Öffentlichkeit wird nur wahrgenommen, dass es „schon wieder“ eine neue Umlage gibt. Doch die damit verbundenen wichtigen Änderungen bleiben im Hintergrund. Gebaut werden darf nur noch nach dem neuen Netzentwicklungsplan. Und wer sich nicht an verbindliche Regelungen hält, muss die Konsequenzen dafür dann auch selbst tragen.

Umlagenhöhe: 0,25 ct/kWh

Die 4 deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben die Höhe der Offshore- Haftungsumlage bekannt gegeben. Sie liegt 2013 mit 0,25 ct/kWh genau bei dem gesetzlich gedeckelten Höchstsatz. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Internetseite www.eeg-kwk.net

Möglichkeiten der Reduzierung für stromintensive Unternehmen

Dieser Höchstsatz der Offshore-Umlage gilt für alle Letztverbraucher mit einem Stromverbrauch von bis zu 1.000.000 kWh. Stromintensive Unternehmen zahlen für den darüber hinausgehenden Verbrauch noch 0,05 ct/kWh. Zusätzliche Entlastung bekommen Unternehmen des produzierenden Gewerbes, wenn ihre Strombezüge im vergangenen Kalenderjahr 4 % des Umsatzes überstiegen haben. Für sie reduziert sich die Umlage für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge auf 0,025 ct/kWh. Anträge sind beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zu stellen (http://redir.ec/Offshore).

Weitere Unsicherheiten

Die Vergünstigung für stromintensive Unternehmen steht jedoch auf der Kippe. Aktuell wird auf unterschiedlichen Ebenen geklagt. Das sind schlechte Voraussetzungen für die mittelfristige Planung. Viele fragen sich: „Wo soll das Ganze noch hinführen?“ Eine berechtigte Frage! Im Jahr 2013 liegt die Umlage bei 0,25 ct/kWh. Doch auch andere Umlagen begannen klein. So stieg die EEG-Umlage von 2003 bis heute um mehr als 3 ct/kWh. Das lässt wenig Gutes erahnen.

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