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Für energie- und rohstoffintensive Betriebe ist es heutzutage überlebenswichtig, die extrem schwankenden (volatilen) Marktpreise der Rohstoffe...

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Rechnungsprüfung: Achtung, jede 8. Stromrechnung ist falsch!

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Von coupling-media,

Erfahren Sie, wie Sie bei der Rechnungsprüfung korrekt vorgehen. Die Dezemberrechnung des letzten Jahres dürfte mittlerweile bei Ihnen angekommen sein. Viele Energieversorger nutzen die Dezemberrechnung für Korrekturen und bieten Ihnen gleichzeitig eine Art Jahresverbrauchsübersicht

Jetzt ist es an der Zeit, diese Rechnung sowie Ihre Verbräuche aus 2012 genauer zu prüfen und Vergleiche zu vorherigen Jahren anzustellen.
In der Mehrzahl der Unternehmen findet eine Rechnungsprüfung der Strom- oder Gasrechnungen nicht statt. Ich bin sicher, dass Sie keine andere Rechnung in dieser Grössenordnung ungeprüft buchen und bezahlen. Machen Sie Schluss mit der „Wird schon passen“-Methode und beginnen Sie damit, die Rechnungen zu prüfen.
Das ist deutlich einfacher, als viele glauben. Es lohnt sich, denn rund 12 % aller Rechnungen enthalten Fehler. Und das sehr häufig zulasten des Kunden.

Die häufigsten Fehler:
- falsche Verbrauchsmengen
- falsche Vertragskonditionen
- unkorrekte Anpassungen von Netzentgeltveränderungen
- doppelte Abrechnung von Steuer- und Abgabenbeträgen

Verbrauchsmengenprüfung

(siehe auch Beitrag zu " Verbrauchsstrukturanalyse")

Prüfung der Vertragskonditionen

Bei den Preisen ist darauf zu achten, dass sie auch gemäß Energieliefervertrag abge- rechnet werden. Dabei ist zu berücksichtgen, dass die Preise im Vertrag und in der Rechnung häufig unterschiedlich dargestellt werden. Beispielsweise wird die Höhe einiger Preisbestandteile im Vertrag nicht genau definiert. Das gilt insbesondere für Netzkosten sowie für den Steuer- und Abgabenbereich.

Im Vertrag finden Sie dann Formulierungen wie:
Die Steuer XY wird in der jeweils gesetzlich festgelegten Höhe abgerechnet.

Die für 2012 gültigen Entgelte haben wir unten aufgelistet.

Steuern und Abgaben Strom
Stand: Februar 2013
Stromsteuer: 2,05 ct/kWh (gilt auch 2013)
EEG-Umlage: 3,593 ct/kWh (2013: 5,277 ct/kWh)
KWKG-Abgabe: 0,0020 ct/kWh (2013: 0,126 ct/kWh) ab 100.000 kWh:
0,05 ct/kWh (2013: 0,06 ct/kWh)
§ 19 StromNEV: 0,151 ct/kWh (2013: 0,329 ct/kWh) ab 100.000 kWh:
0,05 ct/kWh (2013: 0,05 ct/kWh)
Konzessionsabgabe: Sondervertragskunden: 0,11 ct/kWh (>100.000 kWh – 2x min. 30 kW) Tarifkunden je nach Größe der Gemeinde: bis zu 1,32 – 2,39 ct/kWh

Steuern und Abgaben Gas
Stand: Februar 2013
Energiesteuer: 0,55 ct/kWh
Konzessionsabgabe:
0,03 ct/kWh für Sondervertragskunden (fast alle gewerblichen Kunden / Tarifkunden bis zu 0,77 ct/kWh ab 5 Mio. kWh keine Abgabe

Regelenergieumlage:
je nach Marktgebiet: Gaspool: 0,12 ct/kWh (seit 1.4.2012)
NCG: 0,06 ct/kWh (seit 1.10.2012)


Eine weitere Schwierigkeit kann sich ergeben, wenn Preisbestandteile im Vertrag separat ausgewiesen wurden, aber auf der Rechnung zusammengefasst dargestellt werden.
Das passiert relativ häufig bei der Konzessionsabgabe. Für Sondervertragskunden gilt die einheitliche Höhe von 0,11 ct/kWh. Dieser Betrag wird oft direkt auf den Arbeitspreis aufgeschlagen und ist nicht separat aufgeführt.


Netzentgeltanpassungen

Es ist üblich, dass im Verlauf der Belieferung jeden Monat die jeweils aktuellen Netzentgelte zur Abrechnung herangezogen werden. Die Regelung in Ihrem Vertrag lautet dann etwa so:
Zur Abrechnung gebracht werden die im Zeitpunkt der Lieferung jeweils gültigen Netzentgelte des zuständigen Netzbetreibers.
Die Prüfung ist dann mit den Entgelten Ihres Netzbetreibers relativ einfach und wird im Beitrag „So finden und berechnen Sie Ihre Netzentgelte“ beschrieben.

Unkorrekte Steuern und Abgaben


Ähnlich wie im oberen Beispiel anhand der Konzessionsabgabe beschrieben, könnte es dazu kommen, dass diese auf den Energiepreis aufgeschlagen wurde und zusätzlich separat abgerechnet wird. In der Regel handelt es sich dabei um einen klassischen Tipp- bzw. Erfassungsfehler des Versorgers. Aber genau diese Fehler fallen am wenigsten auf.

Machen Sie sich die Mühe der Rechnungsprüfung


Wenn Sie Ihre Rechnung erstmals umfangreich geprüft haben und sich auf der In- ternetseite Ihres Netzbetreibers bereits ein wenig auskennen, werden Sie schnell eine Routine für diese Tätigkeit finden. Bei der ersten umfangreichen Rechnungsanalyse dauert es noch etwas länger.

Meine Empfehlung: Prüfen Sie die monatlichen Rechnungen stichprobenartig. Die Prüfung der Jahresendrechnung sollte dann aber gründlich zusammen mit der Verbrauchsanalyse des Kalenderjahres erfolgen. So können Sie den Aufwand für diese Tätigkeiten in Grenzen halten und haben dennoch Ihre Energiekosten bzw. -verbräuche regelmäßig im Blick.

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