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Wie Sie jetzt mit individuellen Netznutzungsentgelten 20 % oder mehr sparen

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Von coupling-media,

Profitieren auch Sie von den neuen Möglichkeiten individueller Netzentgelte. Seit 2012 müssen alle Stromkunden die §19-Umlage bezahlen. Damit werden die Abnehmer entlastet, die das Stromnetz zu Spitzenzeiten weniger belasten.

Prüfen Sie Ihren Lastgang, ob auch Sie davon profitieren können.
Die Verordnung formuliert Folgendes: „Wenn offensichtlich ist, dass der Höchstlastbeitrag eines Letztverbrauchers vorhersehbar erheblich von der zeitgleichen Jahreshöchstlast aller Entnahmen aus dieser Netz- oder Umspannebene abweicht, muss der Netzbetreiber diesem Letztverbraucher ein individuelles Netzentgelt anbieten.“
Aber was heißt das konkret? Um feststellen zu können, ob Sie tatsächlich „erheblich von der zeitgleichen Jahreshöchstlast aller Entnahmen“ abweichen, gibt es sogenannte Hochlastzeitfenster.
Sie beschreiben den Zeitraum der stärksten Netzauslastung für die jeweilige Spannungsebene (z. B. Nieder- oder Mittelspannung) in einem Netzgebiet. Diese Zeitfenster gelten ausschließlich an Werktagen und ergeben sich aus den Lastgangdaten für das gesamte Stromnetz eines Netzbetreibers. Die Hochlastzeitfenster werden vom jeweiligen Netzbetreiber errechnet und müssen jährlich bis spätestens zum 31. Oktober veröffentlicht werden. Jeder Netzbetreiber hat pro Spannungsebene individuelle Hochlastzeiten, die sich jährlich verändern.

Tabelle: Hochlastzeitverteilung


TIPPDie Hochlastzeitfenster ändern sich jedes Jahr. Prüfen Sie daher Ihre Vergünstigungen jährlich.

Entscheidend ist die Erheblichkeitsschwelle

Um ein individuelles Netzentgelt beantragen zu können, muss das betreffende Unternehmen innerhalb der jeweils gültigen Zeitfenster eine um mindestens 20 % reduzierte Leistung besitzen. Nur wenn diese „abgesenkte“ Leistung im Verhältnis zur individuellen Jahreshöchstlast mindestens 20 % (bei Mittelspannung) oder 30 % (bei Niederspannung) beträgt, kann der Antrag auf individuelle Netzentgelte gestellt werden.

Wie und wo werden die individuellen Netzentgelte beantragt?

Die Anträge stellen Sie formlos schriftlich an die Bundesnetzagentur
(http://redir.ec/BNetzA). Dem Antrag auf individuelle Netzentgelte wird unter dem Vorbehalt entsprochen, dass die jeweiligen Voraussetzungen auch tatsächlich eintreten. Das individuelle Netzentgelt muss immer mindestens 20 % der allgemeinen Entgelte betragen!

Wichtig, wenn Sie weniger als 2.500 Benutzungsstunden haben

Unter diesen Umständen wird Ihnen eine Wahloption eingeräumt. Auf Wunsch kann der allgemein gültige Leistungs- und Arbeitspreis oberhalb der 2.500 Benutzungsstunden für die Bestimmung Ihres individuellen Netzentgelts herangezogen werden. Beachten Sie dabei allerdings, dass es keine nachträgliche Bestabrechnung gibt und Sie sich mit der Entscheidung für die Geltungsdauer der Vereinbarung binden.

Bis wann kann der Antrag gestellt werden?

Es gibt keinen festgelegten spätesten Abgabetermin. Er ist im Laufe des Kalenderjahres zu stellen, für das die Genehmigung erstmalig beantragt werden soll. Eine Beantragung für zurückliegende Kalenderjahre ist nicht möglich.

Die Antragstellung zur Reduzierung der Netzentgelte sollte daher erfolgen, sobald die für die Prognose erforderlichen Daten vorliegen, die entsprechenden Hochlastzeitfenster bekannt sind und eine Vereinbarung mit dem Netzbetreiber geschlossen wurde.
Die Bundesnetzagentur (BnetzA) weist darauf hin, dass es im Besonderen auf die Prognostizierbarkeit der Abweichungen ankommt. Deshalb sollte ein maximaler Verzug von 2 Jahren zwischen dem Zeitraum für die Prognose des Eintritts der Mindestvoraus- setzungen und dem Genehmigungszeitraum liegen.

Falls Sie die erforderlichen Daten und Unterlagen aufgrund der mangelnden Mitwirkungsbereitschaft des Netzbetreibers nicht rechtzeitig zusammenstellen können, empfiehlt es sich, den Antrag vorsorglich fristwahrend zu stellen und die fehlenden Unterlagen unverzüglich nachzureichen.

Laufzeit der Genehmigung individueller Netznutzungsentgelte

Derzeit werden die Genehmigungen für ein Kalenderjahr erteilt. Die Genehmigungspraxis soll aber zeitnah auf eine unbefristete Genehmigung umgestellt werden. Diese Praxis wird mit einem Widerrufsrecht verknüpft werden für den Fall, dass sich die Voraussetzungen wesentlich ändern sollten. Die Einhaltung der Voraussetzungen müssen Sie der Regulierungsbehörde jährlich nachweisen.

Was passiert, wenn die prognostizierten Werte verfehlt werden?

Die BNetzA weist auf ihrer Internetseite darauf hin, „dass eine einmalige Nichterfüllung nicht automatisch den Widerruf des Bescheides zur Folge hat. Vielmehr beabsichtigt die Beschlusskammer, vor einem möglichen Widerruf zunächst zumindest die Entwicklung des sich anschließenden Jahres abzuwarten“.
In dem Kalenderjahr, in dem die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, werden die allgemeinen Netzentgelte abgerechnet

Mit welchen Gebühren müssen Sie rechnen?

Grundsätzlich ist ein Gebührenrahmen von 500 bis 15.000 Euro vorgesehen.
Die BNetzA legt – je nach Verwaltungsaufwand – einen Sockelbetrag fest. Dieser beträgt je nach Verwaltungsaufwand 100 bis 400 Euro. Zusätzlich wird 0,1 % der Netzentgeltreduzierung als Gebührensatz addiert. Über- oder unterschreitet der so errechnete Betrag den Gebührenrahmen, wird der jeweilige Höchst- oder Mindestbetrag des Gebührenrahmens angesetzt.

Welche Voraussetzungen gelten für eine vollständige Befreiung von den Netzentgelten?

Um vollständig von den Netzentgelten befreit zu werden, müssen pro Abnahmestelle 2 Bedingungen erfüllt sein:
- Der Stromverbrauch muss 10 GWh übersteigen.
- Die Benutzungsstundenzahl muss mindestens 7.000 Stunden betragen.

Das Antragsverfahren auf Befreiung von den Netzentgelten

Die Antragstellung sollte dann erfolgen, sobald die Annahme gerechtfertigt ist, dass die erforderlichen Benutzungsstunden und die Mindestabnahme sowohl im Jahr der erstmaligen Beantragung als auch in den Folgejahren erfüllt sein werden. Hier bedarf es keiner Vereinbarung mit dem Netzbetreiber. Allerdings ist es sinnvoll, den Kontakt zum Netzbetreiber zu suchen.

Welche Angaben Ihr Antrag unbedingt enthalten muss, können Sie dem Leitfaden der Bundesnetzagentur entnehmen (http://redir.ec/BNetzA).

Welche Kostenbestandteile werden reduziert?

Im Gegensatz zur Beantragung individueller Netzentgelte werden hierbei die gesamten Netznutzungsentgelte erlassen.

Fazit: Es lohnt sich für Sie auf jeden Fall, den eigenen Lastgang zu prüfen. Eine Reduzierung der Leistungsentgelte kann sich finanziell deutlich auswirken. Selbst wenn die Prüfung kein positives Ergebnis bringt, vergessen Sie bitte nicht, sie jedes Jahr zu wiederholen, da Ihr Lastprofil und die Hochlastzeitfenster sich permanent verändern.

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