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Fachkräftemangel im Einkauf: Herausforderungen und Lösungsansätze

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Der Fachkräftemangel ist heute in allen Branchen angekommen und kostet die deutsche Wirtschaft bereits über 3,3 Mrd. € pro Jahr. An diesem Grundproblem wird auch eine (womöglich) wieder aufflammende Wirtschaftskrise nicht viel ändern. Dagegen steht zumindest in Deutschland der viel diskutierte demografische Wandel. Denn in gut 10 Jahren werden der Wirtschaft zwischen Rhein und Oder rund 35 % weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen als heute. Ähnlich knapp wird dann auch das Angebot an Einkäufern sein – an gut aus- und weitergebildeten allemal.

Fachkräftemangel im Einkauf: Die Ängste der Manager

So ist es im Grunde auch nicht verwunderlich, wenn den deutschen Wirtschaftslenkern nicht Eurokrise und Ressourcenknappheit schlaflose Nächte bereiten, sondern besagter Fachkräftemangel.

Das jedenfalls hat die Personalberatung LAB & Company (www.labcompany.net) in ihrem 23. Managerpanel herausgefunden. Gefragt hatte das Düsseldorfer Unternehmen u. a.: „Welches sind die größten Gefahren in den kommenden 10 Jahren?“

Die 240 interviewten Executives antworteten (in der Reihenfolge der Wertung):

  1. instabile Finanzmärkte (59 %)
  2. unsichere Energieversorgung (48 %)
  3. Fachkräftemangel (46 %)

An der falschen Stelle gespart

Die Ängste der Manager kommen nicht von ungefähr. Und überraschend kommen sie schon gar nicht. In den vergangenen Jahren wurde im ganzen Land (und auch in den Firmen) an der falschen Stelle gespart: bei der Aus- und Weiterbildung. Das hat auch das Österreichische Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeits-Zentrum (ÖPWZ, www.opwz.com) herausgefunden.

Um die Personalstelle eines strategischen Einkäufers zu besetzen, brauchen die Firmen der Alpenrepublik beispielsweise länger als 8 Monate (56 % der Befragten). Bei Facheinkäufern (56 %) und Sachbearbeitern (57 %) sieht es kaum besser aus: 7 Monate.

Die erhobenen Zahlen verdeutlichten, so das ÖPWZ, dass in den vergangenen Jahren viel zu wenig in die Ausbildung von Einkäufern investiert worden und die angespannte Personalsituation größtenteils selbst verschuldet ist. Und das ganz sicher nicht nur in Österreich.

Von der grauen Beschaffermaus zur strategischen Unternehmensfunktion

Einkauf muss heute (und in Zukunft immer mehr) zu einer strategischen Unternehmensfunktion ausgebaut werden – so weit die Theorie. In der Praxis sieht die Sache ganz anders aus. Weiterbildung ist Chefsache Den berühmten Ausspruch des einstigen Kreml-Chefs Michal Gorbatschow könnte man in Hinsicht Einkäuferqualifizierung abwandeln in: „Wer zuletzt lernt, den bestraft das Leben.“

Schon im Jahr 2007 hatte das Beratungshaus BrainNet (www.brainnet.de) nämlich festgestellt, dass die Globalisierung die größte Herausforderung 1. für deutsche Unternehmen ist und 2. rund 50 % der Einkäufer dieser neuen Herausforderung wegen Qualifizierungsmängeln nicht gewachsen sind.

Beachten Sie: Zu einem ganz ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Studie der Einkaufsberatung Kloepfel Consulting (www.kloepfelconsulting.com) aus dem vergangenen Jahr. Danach besuchten 23 % der 167 befragten Einkäufer überhaupt keine Weiterbildungskurse, gute 65 % immerhin 1- bis 2-mal pro Jahr und lediglich 2 % öfter als 5-mal im Jahr.

Weiterbildungsausgaben: Vertrieb top, Einkauf flop

Persönlich haben die Frauen und Männer der Beschaffung diesen Missstand natürlich nicht zu verantworten. Dagegen sprechen schon die simplen Zahlen. Denn die Weiterbildungsbudgets deutscher Unternehmen für den Einkauf betragen rund 900 € pro Mitarbeiter und Jahr – 9-mal weniger als im Vertrieb! Jede Wissenserweiterung muss eine Kompetenzerweiterung sein In den Unternehmungsführungen sind diese Zahlen kaum bekannt (oder sie werden ignoriert).

Denn nach wie vor gilt als Heilsbringer einer jeden Firma der Verkauf. Doch die vergangene Krise mit ihren sinkenden Umsatzzahlen hat gezeigt, wo die wirklichen Potenziale liegen: in der Beschaffung! Doch auch das ist bloße Theorie, solange der Einkauf nicht aus seiner Statistenecke herausgeholt wird. Und herausgeholt werden kann er nur von der Unternehmensleitung! Gerade in Sachen Weiterbildung und Qualifizierung muss sie sich ins Zeug legen. Mit ein paar Ad-hoc-Aktionen ist es allerdings nicht getan. Weiterbildung ohne System bleibt nur (teuer bezahltes) Stückwerk.

Zu kurz gedacht sind auch bloße Anpassungsqualifizierungen. Das grundsätzliche Ziel einer jeden Maßnahme sollte nicht nur eine Wissens-, sondern auch eine Kompetenzerweiterung sein. Nur so lassen sich dauerhafte Produktivität, Arbeitsqualität und Zukunftsorientierung des Einkaufs sichern. An oberster Stelle geklärt werden müssen die folgenden Fragen:
Gibt es ein Weiterbildungsprogramm (Umfang, Güte)?
Sind realistische Budgets eingeplant (insgesamt, verteilt auf Maßnahmen/Mitarbeiter)?
Wer plant Weiterbildungsmaßnahmen (die eigene Abteilung, Externe)?
Wer entscheidet über Qualifizierungsaktivitäten (der Firmenchef, der Einkaufsleiter)?

Bilden Sie sich in Stufen weiter Und bilden Sie sich vor allem im passenden Tempo fort – also nicht zu schnell! Wie jede Frucht braucht auch Wissen Zeit zu reifen. Fangen Sie bei Ihrer Bedarfsanalyse deshalb am Anfang an – praktisch bei A.

Wichtige Fragen dabei sind:

  1. Wie ist der Stand der Basis-Qualifikation? Welche kaufmännischen oder technischen Ausbildungen nebst Sprach- und ITKenntnissen sind bei Ihren Mitarbeitern (und bei Ihnen selbst) vorhanden sowie in welcher Güte?
  2. Welche Aufbau-Qualifikationen sind nötig? Zum Beispiel Erweiterung der betriebswirtschaftlichen Kenntnisse oder eine Weiterbildung zum Fachkaufmann für Logistik.
  3. Wo gibt es Qualifizierungsbedarf in der täglichen Einkaufspraxis? Quasi der klassische Bereich der innerbetrieblichen Weiterbildung wie beispielsweise im Controlling oder Rechnungswesen.
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