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Fair einkaufen: Jede Medaille hat 2 Seiten

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Eine soziale, ethische und ökologische Warenbeschaffung stößt an viele Grenzen, nicht nur in Deutschland. Der Fachinformationsdienst „Einkaufsmanager” zeigt die Facetten des fairen Einkaufs auf.

Eine soziale, ethische und ökologische Warenbeschaffung stößt an viele Grenzen, nicht nur in Deutschland. Der Fachinformationsdienst „Einkaufsmanager” zeigt die Facetten des fairen Einkaufs auf. Der Wirtschaftswoche war das Thema vor Kurzem sogar einen Aufmacher wert, und auch sonst vergeht kaum ein Monat, in dem nicht eine Konferenz oder ein Workshop über nachhaltiges Wirtscha?en und Einkaufen angesetzt wird.

Dabei ist das Thema gar nicht so neu. Bisher hatte noch jede Kultur und Epoche die Erfahrung machen müssen, dass Raubbau unweigerlich in den Ruin führt. Im 13. Jahrhundert hat in Mitteleuropa z. B. das Abholzen der Wälder Wirtschaft und Handwerk immer wieder handfeste Krisen beschert.

Business und Moral sind das neue Traumpaar

Unternehmen, die ökologisch und sozial verträglich wirtschaften, verschaffen sich einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil, schreibt die Wirtschaftswoche ganz zu Recht. Denn immer mehr Kunden verlangen nicht nur bei Bananen und Tee ethisch einwandfreie Produkte. Sie wollen mit gutem Gewissen genießen und fordern faire Geschäfte.

Wer Kinderarbeit duldet, wird an der Kasse abgestraft. Wer Pestizide versprühen lässt, spürt Umsatzeinbußen. Wenn einem Energiekonzern wie Vattenfall Pannen in einem Atomkraftwerk passieren, muss der Ökostromanbieter Lichtblick Überstunden schieben. Unternehmensberater Roland Berger nannte das einmal „eine Abstimmung mit den Füßen“.

Lohas, eine neue Käufergeneration

Die Abkürzung steht für Lifestyle of Health and Sustainability und bezeichnet einen Trend, der die Mitte der westlichen Gesellschaften erfasst hat. In den USA und in Deutschland ist das immerhin 1/3 der Bevölkerung. Alles Leute, die schick aussehen, sich gesund ernähren und mit gutem Gewissen Hybrid- oder Elektroautos fahren wollen. 230 Mrd. US$ geben die Lohas in den USA jährlich für ihren ökologischen Lebensstil aus.

Wir müssen lernen, anders zu konsumieren. Nicht mehr passiv, sondern mit dem Wissen, dass wir mit unserer Kreditkarte heute mehr Macht ausüben als mit unserem Wahlzettel“, meint der französische Bestseller-Autor Frédéric Beigbeder.

Fair einkaufen zahlt sich aus

Dass faires Wirtschaften und Einkaufen nicht nur ein Feld ist, das Öko-Aktivisten gern und ausdauernd beackern, beweist die WHU Otto Beisheim School of Management ( www.whu.edu ). Deren Wissenschaftler haben bereits vor 4 Jahren untersucht, was sonst nur Thema von Sonntagsrednern oder besagter Öko-Aktivisten ist: Zahlt sich eine faire Beschaffung aus, oder ist sie nur dazu da, das schlechte Umweltgewissen zu beruhigen?

Das gar nicht so erstaunliche Ergebnis der WHU-Untersuchung: Fair zu wirtschaften und fair einzukaufen ist viel mehr als ein Modethema.

  1. Leistungsgewinn: Unternehmen, die sich in Sachen Ökologie und soziale Verträglichkeit starkmachen, weisen eine überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit auf (nahezu lückenlose Kontrolle aller Produktionsprozesse, geringe Fehlerquote, kaum Produktionsausfälle).
  2. Kompetenzgewinn: Firmen, die nachhaltig wirtschaften, arbeiten in der Regel mit den neuesten Technologien, sind flexibler und reagieren auf Marktveränderungen schneller.
  3. Imagegewinn: In der Öffentlichkeit als fair beurteilte Unternehmen verbessernnicht nur ihr (schwer quantifizierbares) Image, sondern auch ganz direkt die Bilanzgröße Umsatz.
  4. Kommunikationsgewinn: Eine saubere Beschaffung verlangt einen viel engeren Austausch zwischen Zulieferern und Einkäufern. Dadurch sind Fehler, personelle und technische Veränderungen oder Lieferpannen leichter zu managen.

Das Gute, das so schwer zu machen ist

Vor einiger Zeit erklärte Gerd Hofmann, Leiter des strategischen Einkaufs bei der Hugo Boss AG, dass der Beschaffung heute eine Pionierrolle zukomme. Sie müsse die sozialen und ökologischen Anforderungen definieren und in sämtlichen Lieferketten des Unternehmens durchsetzen. Er fügte auch hinzu, dass diese Aufgabe in den Schwellenländern, in denen Umweltschutz und soziale Verantwortung kaum bis keine Rolle spielten, meist schwer zu erfüllen sei.

Wir sind nicht allein auf der Welt

Wie aber soll ein Mittelständler fair einkaufen, wo schon Großkonzerne mit ihren CSR-Abteilungen (CSR = soziale Verantwortung eines Unternehmens) vor dem Problem in die Knie gehen?

Dabei sind es traditionell genau diese Mittelständler, die vor Ort soziales und gesellschaftliches Engagement zeigen: von der Hilfe im Sportverein über die Förderung eines Kindergartens bis hin zur Schaffung von Ausbildungsplätzen. Überzeugungsarbeit muss hier also nicht mehr geleistet werden. Die Wirtscha? Europas hält sich an ethische Regeln, schützt Mitarbeiter und Umwelt und bemüht sich, nachhaltig zu arbeiten, muss auf dem Weltmarkt aber mit Unternehmen aus Asien und Südamerika konkurrieren, denen all diese Kriterien viel zu oft schnurzpiepegal sind.

Wie als Einzelkämpfer bei der Beschaffung gegen Kinderarbeit, Umweltverschmutzung und Korruption angehen, wenn sie in vielen Schwellenländern staatlicherseits oft unterstützt, zumindest aber geduldet wird? Afrika etwa ist heute kein Kontinent mehr, sondern eine gigantische Krisenregion, in der so viele Blauhelmsoldaten und Friedenstruppen stationiert sind wie sonst nirgendwo auf der Welt. Das Argument, alle afrikanischen Probleme seien Folgen der Kolonialherrschaft, überzeugt nicht mehr und lenkt von den hausgemachten Ursachen des Übels ab.

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