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Global Sourcing: BRIC-Chemie bröckelt

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Wie die übrige Wirtschaft, so war in den BRIC-Staaten auch der Chemiebereich überproportional gewachsen, sodass heute rund 35 % der globalen Kunststoff- und Pharmaproduktion auf das Konto der 4 BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China gehen. In letzter Zeit hat die Konjunkturlokomotive aber deutlich an Fahrt verloren.

Brasilien: ein Land in Nöten Die Regierung versucht zwar seit gut 2 Jahren, wieder Dampf zu machen, doch die Wirtschaft des rohstoff- und bevölkerungsreichsten Schwellenlands tritt auf der Stelle.

Finanzminister Guido Mantega hatte z. B. für 2012 ein Wachstum zwischen 4,5 und 5 % vorausgesagt. Herausgekommen ist aber gerade mal 1 %.

Wie in vielen Schwellenländern, leidet auch Brasiliens Wirtschaft unter erheblichen Strukturproblemen und hat Reformen regelrecht verschlafen.

Trotzdem meint der Finanzminister, dass die gegenwärtige Konjunkturdelle nur eine vorübergehende Schwächephase sei.

Mantega wörtlich: „Die aktuelle Situation kann nicht mit dem Krisenjahr 2008 verglichen werden. Unser Land ist heute viel besser vorbereitet.“

Der Finanzminister setzt dabei in erster Linie auf einen anhaltend starken Binnenmarkt. Doch gerade der hat schon 2011 erheblich an Dynamik verloren.


Global Sourcing BRIC-Chemie bröckelt

Die Strukturprobleme machen auch um die Chemiebranche keinen Bogen, sodass für das Gesamtjahr 2013 nur ein bescheidenes Wachstumsplus von 1 bis 1,5 % herauskommen wird.

Russland: von Hightech keine Spur Lediglich als Rohstofflieferant kann der russische Tiger punkten. Neben Brasilien ist Putins Reich die zweite Rohstoffmacht innerhalb der BRIC-Staaten.

Dieser Reichtum an Erdgas (25,2 % der Weltreserven), Kohle (19 %) und Erdöl (6,3 %) ist für das Land Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite lassen die Rohstoffverkäufe die Staatskasse klingeln (aktuelle Währungsreserven: 507 Mrd. US$).

Auf der anderen Seite hat die Fokussierung auf Rohstoffe die ohnehin rückständige Industrie weiter ins Hintertreffen gebracht.

Das Land leidet quer durch alle Branchen unter einem Innovations- und Investitionsstau.

Die Chemieindustrie ist davon nicht ausgenommen. Außer Massenware haben die Hersteller kaum etwas anzubieten. Nach einem Nullwachstum im Jahr 2012 konnten sie ihre Produktion immerhin leicht steigern.

Für das 1. Halbjahr 2013 meldete der russische Chemieverband Rossiski Sojus Chimikow sogar ein Produktionsplus von 3,3 %.

Wie verlässlich diese Angaben sind, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Denn wegen des Investitionsstaus gehen Russlandkenner davon aus, dass die gesamte industrielle Produktion für 2013 um mindestens 0,5 % zurückgehen wird.


Indien: der Lack ist ab

Es ist noch gar nicht so lange her, da waren selbst ernst zu nehmende Ökonomen davon überzeugt, dass der Subkontinent China als Motor der Weltwirtschaft in Bälde ablösen würde.

Ihr wichtigstes Argument damals: Jedes Jahr wuchs das indische BIP um mindestens 10 %. Heute ist gerade einmal die Hälfte davon übrig geblieben.

Ins Taumeln gebracht haben den indischen Tiger

  • eine überbordende Bürokratie,
  • Korruptionsskandale am laufenden Band und
  • eine Infrastruktur aus dem vorigen Jahrhundert.

Diese Mängel und eine stark abgewertete Rupie haben die Leistungsbilanz derart verschlechtert, dass das Land 2014 wahrscheinlich in eine Rezession schliddern wird.

War das indische BIP z. B. im 2. Quartal 2013 noch um 0,5 % gewachsen, herrscht gegenwärtig in Sachen Industrieproduktion so gut wie Windstille.

In diesem Szenario sind die Aussichten für die Chemieindustrie kaum besser.

Nach einem schwachen 2012 wuchs die Produktion im 1. Halbjahr 2013 zwar um rund 7 %, dieses Plus ist aber einzig dem Pharmageschäft zuzuschreiben, das weniger konjunkturabhängig ist.

Doch selbst diese Branche hat einen Gang zurückgeschaltet.

China: zurück in die Zukunft

Trotz Schwächesymptomen in letzter Zeit ist und bleibt die Volksrepublik die Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft.

Wie weit sie sich bereits vom Westen emanzipiert hat, zeigte die letzte Weltwirtschaftskrise.

Während die G7-Staaten in Schockstarre verfielen, legten sich Chinas Einkäufer erst recht ins Zeug. Keine Rezession, keine Finanzkrise und keine Preiskapriolen konnten sie aufhalten.

Was sich spontan und unkoordiniert anhört, wurde (und wird) von langer Hand inszeniert und in immer neue strategische Großoffensiven wie den 2011 in Kraft getretenen 5-Jahres-Plan gegossen.

In diesem Plan hat natürlich auch Chinas Chemie- und Pharmasektor seinen Platz.

Anders als die übrigen Industriezweige ist die Branche nach Schätzungen 2013 um rund 10 % gewachsen. 2014 ist mit ähnlichen Zahlen zu rechnen. Abzuwarten bleibt allerdings, wie das Reich der Mitte mit der Umstrukturierung seiner Wirtschaft vorankommt.

Bekanntlich haben steigende Lohnkosten und ein starker Yuan/Renminbi dem Land arg zugesetzt. Pekings Antwort auf das Dilemma ist eine neue Großoffensive, die die Ausfuhren beschränken und dafür den Binnenkonsum stärken soll.

Der Haken bei der Sache: So richtig in Schwung gekommen ist diese Inlandsnachfrage bis dato aber noch nicht.

Beachten Sie: Ein dicke Fragezeichen steht auch hinter der Go-West Strategie der Zentralregierung, ganze Industrien ins Landesinnere zu verfrachten. Für den chinesischen Binnenmarkt bedeuten sie u. a. steigende Preise.

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