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Global Sourcing: So zahlen Sie im Ausland

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Von dgx,

Die wichtigsten internationalen Zahlungsmodalitäten (Payment terms) mit und ohne Warendokumente

Für Einkäufer, die auch jenseits der Landesgrenze auf Beschaffungstour unterwegs sind, hat die Einführung des Euro viele Erleichterungen beim Bezahlen ihrer Lieferungen gebracht.
Zumindest was die Europäische Wirtschaftsund Währungsunion (EWWU) betrifft, aus der Deutschland rund die Hälfte seiner Importe bezieht. Hier haben sich der nationale und der internationale Zahlungsverkehr in den vergangenen Jahren immer mehr angeglichen.
Ganz anders sieht es dagegen bei Lieferungen aus dem Rest der Welt aus, vor allem aus Übersee und Fernost. Dort ist der Abwicklung der Zahlungen ein ganzes Risikomanagement politischer Art (Unruhen, Regierungsstürze), wirtschaftlicher Art (Fabrikations-, Transport- oder Erfüllungsrisiken) und juristischer Art vorgeschaltet.
Obendrein müssen Einkäufer auch noch das Währungs- und Kursrisiko bei ihrer Beschaffung im Ausland berücksichtigen.
Cash against Documents (C/D oder CAD)
ahlung gegen Dokumente. Weit verbreitet ist auch die Bezeichnung Documents against Payment (D/P). Die häufigste Zahlungsmethode bei Auslandsgeschäften ist eine Art Dokumenteninkasso.
Die Ware wird vom Lieferanten nicht direkt auf Ihren Betriebshof, sondern in ein Zolllager bzw. ins Lager der importierenden Spedition geliefert. Die Dokumente gehen von der einreichenden Bank des Lieferanten (Remitting Bank) an die Inkasso-Bank des Einkaufs (Collecting Bank).
Die Warenauslieferung in den Lagern erfolgt nur dann, wenn Sie die Sendung bezahlt haben und die von der Inkassobank freigegebenen Original-Dokumente vorlegen können.
Beachten Sie: Sie müssen die Lieferung also bezahlen, bevor Sie sie auf Mängel, Vollständigkeit usw. prüfen können - eine Regelung, die bei späteren Reklamationen Schwierigkeiten machen könnte.
Documents against Acceptance (D/A)
Dokumente gegen Wechsel (Akzept), eine ebenso häufige Zahlungsmethode wie die Zahlung gegen Dokumente (C/D). Anders als beim Cash against Documents ist diese Zahlungsart für den Lieferanten aber mit einem größeren Risiko verbunden.
Denn im Unterschied zum C/D oder CAD

  • erhalten Sie als Einkäufer/Importeur die Dokumente von der Inkassobank bereits vor der Zahlung ausgehändigt,
  • bekommen Sie ein Zahlungsziel genannt.

Der Zulieferer/Exporteur hat bei D/A also keinerlei Sicherheit und muss sich auf Ihr Zahlungsversprechen verlassen, das Sie bei der Übergabe der Dokumente durch die Bank abgegeben haben.
Wie liquide Sie tatsächlich sind, bleibt ihm bis zum Tag der Fälligkeit der Zahlung verborgen (dann erst stellt sich heraus, ob Ihr Importkonto eine ausreichende Deckung aufweist). Zur Sicherheit des Lieferanten kann die Inkassobank deshalb von Ihnen einen Wechsel (Akzept) verlangen.
Im Normalfall wird das Akzept dem Exporteur von der Inkassobank über die Einreicherbank als Sicherheitsnachweis weitergeleitet und verbleibt bei der Inkassobank, bis die Zahlung erfolgt ist.
Letter of Credit (L/C)
Dokumenten-Akkreditiv. Er ist die sichere Lösung für beide Parteien. Mit dem L/C gehen Sie mit einer von Ihnen bestimmten Bank eine Verpflichtung ein, nach Übergabe der Dokumente die vom Lieferanten gestellte Rechnung zu bezahlen.
Der Zulieferer ist abgesichert, weil er die eingekaufte Ware erst nach Zahlungseingang auf die Reise schicken muss, und Sie als Einkäufer, dass die Zahlung durch die Bank erst dann erfolgt, wenn der Exporteur alle Verpflichtungen gemäß den Akkreditiv-Bedingungen nachgekommen ist.

Beachten Sie:
Das Risiko trägt die Bank, falls der Einkäufer/Importeur die Dokumente nicht auslöst. Cash on Delivery (COD) Zahlung bei Lieferung, eine Zahlungsart, die häufig von Partnern gewählt wird, die sich noch nicht gut kennen.
Wie bei einem Nachnahme-Paket an der Haustür erfolgt die Bezahlung direkt nach Erhalt der Lieferung, ohne dass Sie den Inhalt auf Qualität und Richtigkeit prüfen konnten.
Cash before Delivery (CBD)
Vorauszahlung, auch Advance Payment bzw. Cash in Advance (CIA) genannt. Für Sie als Einkäufer die ungünstigste und risikoreichste Variante. Sie zahlen den kompletten Warenwert vor Lieferung!
Praxistipp: Sichern Sie sich deshalb durch ein „Pre-Shipment-Sample“ ab. Sie zahlen erst, wenn das Muster von Ihnen oder einem betriebseigenen oder externen Prüflabor grünes Licht erhalten hat. Auch der Versand erfolgt erst nach der Musterfreigabe.
Clean Payment
Zahlung gegen einfache Rechnung. Mit dieser Zahlungsart fahren Sie als Einkäufer besonders gut. Hier liegen die Risiken eindeutig beim Zulieferer/Exporteur, denn er trägt die Kreditkosten sowie das Kreditrisiko und verzichtet auf jegliche Zahlungsabsicherung.
Sie bezahlen also erst, wenn

  • die Lieferung erfolgt ist,
  • die Rechnung auf Ihrem Tisch liegt,
  • Qualität, Anzahl und Richtigkeit der Ware mit dem Liefervertrag übereinstimmen.

Payment on Account
Anzahlung oder Akonto-Zahlung. Hier ist es in der Regel üblich, dass der Lieferant eine Bankgarantie als Sicherheit zur Verfügung stellt. Er führt sozusagen ein Schuldenkonto für den Einkäufer/Importeur. Der Kontenausgleich kann in Mehrfach- oder Einmalzahlungen erfolgen.

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