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Der Auslandseinkauf wird immer gefährlicher

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Jahrelang waren es die Schwellenländer, in denen die Sicherheitsrisiken zunahmen. Mit der Ukraine-Krise und den Terroranschlägen islamistischer Milizen muss dieser Risikokatalog um bislang als sicher geltende Rohstoffländer erweitert werden. Die Kohle- und Eisenerzgruben des Donezbeckens in der Ostukraine liegen zum Beispiel nur gut 2.000 km von Berlin entfernt. Diese geografische Nähe gibt jedem Risikomanagement eine ganz neue Dimension. Nicht nur für den Einkauf, der angesichts der kriegerischen Bedrohungen schnell ans Ende seiner strategischen Möglichkeiten kommt, sondern vor allem für die große Politik.

Nichts als warme Luft

Die aber weiß kaum mehr, als Sonntagsreden zu halten oder Sanktionen zu beschließen, von denen keiner weiß, ob und welchen Sinn sie machen.

Aber nicht allein den westlichen Regierungen ist der Schwarze Peter zuzuschieben, dass Putin oder die IS-Milizen einen Sieg nach dem anderen feiern können, der eigentliche Versager in diesem blutigen Drama sind die Vereinten Nationen.

Denn viel mehr als warme Luft ist über dem Riesenbau am New Yorker Hudson- River bislang nicht aufgestiegen.

Der Sicherheitsmarkt boomt

Verwunderlich ist die Konjunktur der Branche nicht. Denn es sind ja nicht nur die Halbkriege in der Ukraine oder im Irak, die auf der Sorgenliste der Einkäufer und Geschäftsreisenden stehen.

Hinzu kommen außer Kontrolle geratene soziale Konflikte und Clans und Kartelle, die Regionen und Städten ihre eigene Gesetzlichkeit aufdrücken.

Berater in Sicherheitsfragen

Eines der wichtigsten Beratungsunternehmen in Sachen Schutz und Sicherheit ist Control Risks ( www.controlrisks.com ).

Wie ein Puzzle setzen die weltweit 1.500 Mitarbeiter (davon 30 in Berlin) Jahr für Jahr Daten und Informationen zum politischen Umfeld von Ländern, Regionen oder Städten zu Terrorismusgefahren, zur Rechtssicherheit und zu vielen anderen Sicherheitsfeldern zu einer Risiko-Weltkarte zusammen.

Ihre Bewertungsskala reicht dabei von „unbedeutendes Risiko“ (bspw. Schweiz oder Norwegen) bis hin zu „extrem hohes Risiko“ (Bolivien, Demokratische Republik Kongo).

Ganz ähnlich arbeiten auch andere wichtige Informations-Dienstleister wie:

  • PriceWaterhouseCoopers
  • Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft .
  • D&B Contryrisk
  • RiskNet

PRAXISTIPP

Da Rohstoffeinkäufer sich naturgegeben viel in Risikoländern aufhalten, gehört in ihre Reiseplanung unbedingt auch eine Risikoberatung, wie sie bspw. die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW) anbietet.

Die ASW ist ein Verein, den 17 deutsche Wirtschaftsorganisationen vor gut 20 Jahren gegründet haben.

Beim ASW klopfen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen an die Tür, die sich keine eigenen Sicherheitsabteilungen leisten können.

Der ASW-Geschäftsführer Jan Wolter betitelt die Hilfen bescheiden als Sicherheitstipps.

Im Fall des Falles kann das aber schon mal die Anmietung von gepanzerten Fahrzeugen oder Bodyguards bedeuten:Kosten, die das Budget einer Einkaufsreise erheblich belasten können.

Der Einkauf muss mit an Bord

Den Entscheidern in den Exekutiv-Etagen müssen diese Sonderausgaben nicht nur erklärt werden, sie müssen sie auch abwinken.

Dazu sind sie aber nicht immer bereit. Mehr als 40 % haben z. B. kein entsprechendes Risikomanagement in ihre Betriebsprozesse integriert bzw. halten es für überflüssig(!), wie eine Befragung der Deutschen Bank bei 500 Einkaufsleitern in Groß- und mittelständischen Unternehmen ergeben hat.

Für diese 40 % reicht ein einfaches Controlling, dessen Aufgaben und Schwerpunkte bekannterweise aber ganz woanders liegen.

Denn das Controlling ist nur ein Puzzlestein in dem Gesamtwerk Risikomanagement und das funktioniert nur, wenn alle Räder, sprich: alle Abteilungen ineinandergreifen. Einschließlich Einkauf!

Der Mittelstand ist besonders gefährdet

Was verwundert, denn nirgendwo sonst sind die Verhältnisse überschaubarer und die Entscheidungswege kürzer als bei den so genannten KMUs.

Doch gerade die haben in Sachen Risikomanagement den größten Handlungsbedarf. Sowohl was das Problembewusstsein und die Bereitschaft, ein entsprechendes System im Unternehmen zu installieren, betrifft, als auch die Einbindung des Einkaufs in entsprechende Managementprozesse.

Denn in der Regel ist in KMUs ein Risikomanagement dem Controlling zugeordnet.

Ehe aber der monatliche Controller-Report auf allen Entscheidertischen liegt, ist nicht nur viel Wasser Rhein und Donau hinuntergeflossen, ein aktives Management sieht auch komplett anders aus.

Das läuft der Zeit nicht hinterher, sondern genau umgekehrt, es identifiziert relevante Risiken frühzeitig, bewertet sie und leitet Gegenmaßnahmen ein, um Erfolg und Bestand des Unternehmens nicht zu gefährden.

Mit anderen Worten: Ein Risikomanagement, das nicht viele Wochen vorausschaut, ist ein nutzloses Risikomanagement und taugt höchstens für die Statistik.

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