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Global Sourcing: Das Unmögliche denken

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„Dieses Jahr sind die Probleme … schwerwiegend, und sie können noch schwieriger werden.“ Kein Geringerer als Chinas neue Nummer 1, Li Keqiang, sprach diese Warnung Mitte März aus. Nicht irgendwo und nicht hinter vorgehaltener Hand, sondern auf der Sitzung des Volkskongresses vor 2.987 Abgeordneten in Peking!

Lis Kriegserklärung

Tatsächlich stand auch keiner von Lis Parteivorgängern jemals vor einem solchen Berg von Problemen.

Das sind die Fakten:

  • Die Umweltverschmutzung hat in China ein solches Maß erreicht (von den 74 Großstädten hielten 2013 nur 3 die nationalen Luftstandards ein), dass Li „unserer überzogenen Produktion und unserem Lebensstil den Krieg …“ erklärte.
  • Allein die Lokalregierungen sitzen auf einem Schuldenberg von 2.000 Mrd. €. Insgesamt steht das Land mit 50 bis 60 % des BIP in der Kreide!
  • Platzt Chinas Baublase, dürfte der Crash die Weltkonjunktur ebenso erschüttern wie 2008 der Zusammenbruch der Lehman-Bank.
  • Wie die meisten Schwellenländer hat auch die Volksrepublik mit einer Dauerabwertung ihrer Währung zu kämpfen (–2 % seit Jahresanfang gegenüber dem US-Dollar). Beachten Sie: Pekings Finanzexperten kommt diese Schwächephase aber gerade recht, kann sie doch die hohen spekulativen Zuflüsse in den Renminbi stoppen.
  • Das Wirtschaftswachstum setzt auch in diesem Jahr seine Talfahrt fort.

Wenn die Arbeit knapp wird

Schrumpfendes Wachstum schlägt sich nicht nur in schrumpfenden Exportzahlen nieder, es bringt auch Chinas Arbeitsmarkt in schweres Fahrwasser. Im Land müssen Jahr für Jahr mindestens 10 Mio. Jobs geschaffen werden (plus 7 Mio. Stellen für Wanderarbeiter). Diese Menge ermöglicht aber nur ein jährliches Wirtschaftswachstum von deutlich über 7,5 %. Analysten erwarten jedoch ein Abrutschen auf 5,5 % bis 2018.

Schulden über Schulden

Über die Jahre haben die kreditfinanzierten Kapitalinvestitionen eine solche Höhe erreicht, dass die neue Führung um Li Keqiang jetzt die Notbremse zieht. Ob rechtzeitig genug, wird sich zeigen. Denn inzwischen generieren diese Kapitalinvestitionen beinahe 50 % des chinesischen Wirtschaftswachstums.

Legen die Projekte, die mit dem Kreditgeld angeschoben wurden, eine Bauchlandung hin, könnte Chinas Volkswirtschaft in die Knie gehen. Das wären die möglichen Folgen:

  • Die Preise für Erdöl sinken um 25 %.
  • Industriemetalle wie Kupfer werden um 30 % billiger.
  • Der Goldpreis fällt um 5 %.

Beachten Sie: Der große Gewinner dieser Crash-Version wäre der US-Dollar, da Anleger ihr Heil und ihre Sicherheit zweifellos im Greenback suchen würden.

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?

Peking ist sich dieser Risiken natürlich bewusst und versucht zum Beispiel, mit einem groß angelegten Entschuldungsprogramm gegenzusteuern. Dazu hatte die Regierung bereits im November 2013 Reformpläne verabschiedet, die die Kreditblase schrittweise verkleinern sollen.

Die Reformpläne selbst sind allerdings alles andere als risikofrei. Zum einen stoßen sie bei den Lokalregierungen und einflussreichen Staatsbetrieben auf heftigen Widerstand, und zum anderen dürften die chinesischen Kreditmärkte mangels Anleger in Zukunft arg unter Druck geraten.

So wenig wie seit 5 Jahren nicht mehr

Im Februar 2014 meldete das National Bureau of Statistics, dass Chinas Industrieproduktion nur noch um 8,6 % gewachsen ist. Das ist der schwächste Anstieg seit 2009. Gerechnet hatten Pekings Volkswirte mit einem Plus von 9,5 %. Da überrascht es eigentlich nicht, dass auch Chinas Exporte im gleichen Zeitraum um rund 18 % gesunken sind.

Chinas Binnenmarkt soll die Wende bringen

Wenn die Ankündigung auch nicht ganz neu ist, favorisiert Ministerpräsident Li Keqiang den Binnenmarkt als wichtigste Säule des Entschuldungsprogramms. Investiert werden soll in Infrastruktur, Wohnungsbau und inländischen Konsum. Den Spielraum für diesen finanzpolitischen Schwenk verschafft dem Riesenland eine moderate Preisentwicklung.

Hatte Peking im Februar mit einer Inflationsrate von 3,5 % gerechnet, waren es am 1. März gerade mal 2,0 %.

Beachten Sie: Ohne Zweifel wird China noch auf Jahre eine wichtige Wirtschaftsgröße bleiben. Wie Sie dort trotz aller Turbulenzen erfolgreich einkaufen, erfahren Sie in einer der nächsten Ausgaben.

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