Gratis-Download

Durch die systematische Optimierung der Beschaffungskosten können die den Gewinn Ihres Unternehmens deutlich zu erhöhen – und das ohne schmerzliche...

Jetzt downloaden

Globaler Einkauf: Stahlpreise bröckeln weiter

0 Beurteilungen

Erstellt:

Für Einkäufer kann die Lage kaum besser sein. Trotz rigoroser Produktionskürzungen (in den USA z. B. minus 65 %) sind die weltweiten Lagerbestände so groß, dass sie den westeuropäischen Stahlbedarf auf Monate abdecken könnten.

Mit dem Marktwandel geht auch ein Mentalitätswandel einher. Bei den Händlern sind Einkäufer keine Bittsteller mehr, denen ein paar Brosamen zugeworfen werden, sondern gern gesehene Partner. Bei Preisverhandlungen sollten Einkäufer ihre neue Stärke auch weidlich nutzen. Denn um von ihren hohen Lagerkosten herunterzukommen und das Material so schnell wie möglich an den Mann zu bringen, können die Händler gar nicht anders, als bei ihren Preisen nachzugeben.
Aufgrund eines erstarkten Dollars sagen einige Analysten für das 1. Quartal zwar wieder steigende Preise voraus, die Nachrichten aus Fernost sprechen aber eine andere Sprache. So viel Material wie gegenwärtig stapelte sich in den japanischen und südkoreanischen Lägern
noch nie. Geradezu dramatisch aber ist die Entwicklung in China. Nach zweistelligen Wachstumsraten werden die chinesischen Stahlkocher in diesem Jahr kaum 9 % schaffen.
Kaltband: So günstig wie vor 16 Monaten
Auf dem Kaltbandmarkt geht es zu wie auf einem orientalischen Basar. Kommt den einen die Tonne 100 € zu stehen, sind es beim anderen 140 €. Je nachdem, zu welcher Branche der Einkäufer gehört. Kenner vermuten, dass sich die Stahlkocher bei all denen rächen wollen, die im Sommer ihre so genannten Rohstoffteuerungszuschläge nicht zahlen wollten. Von diesen Attacken aber abgesehen werden sich die Kaltbandpreise bis zur Jahresmitte bei der 120-€-Marke halten. Wie vor 16 Monaten.
Schrott: Still ruht der See - noch Während am Markt die Schrottpreise noch immer (leicht) nachgeben, bereiten sich die Global Player bereits auf die nächste Hausse vor. Um dann bei den Top Ten mitzuspielen, hat z. B. Yamato Kogyo (Japan) kürzlich das Schrottunternehmen Advanced
Steel Recovery Inc. aufgekauft und Severstal (Russland) die amerikanische Esmark Ltd. Insgesamt wird 2009 aber ein schwaches Jahr werden mit Preisen um die 80 €/t fob. Langfristig ist jedoch mit wieder anziehenden Preisen zu rechnen, da der Anteil von Schrott bei der Stahlproduktion beständig steigt.
Eisenerz: Bis 20 % weniger
Binnen eines Jahres ist auch der Eisenerzmarkt wieder zu einem Einkäufermarkt geworden. Verlangten die Branchenriesen eben noch Höchstpreise, bescheiden sie sich Anfang 2009 bei
den Eisenerz-Kontraktpreisen (australisches Feinerz) z. B. mit einem Tonnenpreis von rund 115 $. Immerhin 20 % weniger als noch vor ein paar Monaten. Bei brasilianischem Erz sparen Einkäufer heutzutage 15 %. Auch die Spotpreise für Eisenerz fallen und fallen. Von einst 200 $/t cfr auf aktuell rund 55 $/t cfr.
Kohle: 150 € pro Tonne
Eine rückläufige Stahlproduktion in China (2009 mindestens 10 % weniger) hinterlässt ihre Spuren auch am Kohlemarkt. Statt mit einem Tonnenpreis von 350 $ rechnen Analysten bei Kokskohle jetzt nur noch mit rund 150 $ (minus 60 % zum 4. Quartal 2008).
Kesselkohle wird sich wegen der schwächeren Nachfrage auf 105 $/t verbilligen (minus 38 %). Verharrt Chinas Stahlwachstum bei unter 10 %, sinkt bis 2012 der Kohleverbrauch um 1
Mrd. Tonnen. Die Preise dürften also im Keller bleiben. Dafür sorgen schon die japanischen Autohersteller. Ihre Umsatzzahlen sind massiv weggebrochen. Sie produzieren auf Halde, fragen
weniger Stahl nach und folglich auch weniger Kohle.

Einkauf & Beschaffung heute

Erweitern Sie Ihr Einkaufs-Wissen mit dem besten Praxis-Know-how, erfolgserprobten Arbeitshilfen und Best-Practice-Beispielen für Einkaufsprofis.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Deutschlands Fachinformationsdienst Nr. 1 für Einkäufer

Preisentwicklungen und Praxis-Know-how für Einkaufsleiter weltweit

Deutschlands Fachinformationsdienst Nr. 1 für Einkäufer

Marktanalysen & Preis-Prognosen für Rohstoffprofis