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Supply-Chain-Management: Lieferketten sind zunehmend gefährdet

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Von dgx,

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Terroristen aller Spielarten diese so genannten Hubs als potenzielle Anschlagziele für sich entdecken. Das jedenfalls vermutet die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC (www.pwc.de) in einer noch immer aktuellen Studie aus dem vorigen Jahr.

Darin heißt es u. a., dass die Handelsbeziehungen zwischen Zulieferern, Produzenten und Konsumenten in den vergangenen Jahren immer komplexer und damit auch immer störanfälliger geworden seien. Es würde schon genügen, nur einen einzigen der 40 Hubs in die Luft zu jagen, um die globalen Lieferketten gravierend zu stören.

Der Wirtschaftsterrorismus hat viele Gesichter

Es sind aber nicht nur die sattsam bekannten Autobomber oder Selbstmordattentäter aus dem Hause Al-Qaida allein, die die weltweiten Warenströme nachhaltig unterbrechen können. Kaum weniger gefährlich ist das sich immer weiter ausbreitende Piratenunwesen besonders am Horn von Afrika und im Indischen Ozean.
In Erinnerung ist noch der spektakuläre Überfall auf den Supertanker Sirius Star vom November 2008, als den Piraten 2 Mio. Barrel Rohöl in die Hände fielen (damaliger Wert: 110 Mio. US$). An unliebsamer Bedeutung werden auch Cyber-Kriminelle gewinnen. Die Schäden, die durch ihre häufig politisch eingefärbten Hacker-Angriffe entstehen, dürften schon in naher Zukunft deutlich größer sein als physische Attacken mit Waffen und Bomben.

Kaum absehbare Folgen

Das Tückische an diesen Attacken ist, dass sie sich nicht nur auf einzelne Anschlagobjekte beschränken (Schiff, Hafen, Flugzeug, Container), sondern potenziell alle Wirtschaftsbranchen und alle Wertschöpfungsketten betreffen können.
Der Ausfall eines einzigen Glieds kann also sehr weit reichende Folgen haben und Prozessabläufe selbst in Unternehmen stören, die überhaupt keine Waren oder Rohstoffe im Ausland beschaffen.

Sicherheit, der neue Preisfaktor

Zu den beiden Kostenfaktoren Rohstoffund Erdölpreise könnt deshalb in nächster Zukunft als 3. Faktor die Sicherheit hinzukommen:

  1. Um sich gegen die wachsende Bedrohung zu wappnen, dürften nämlich die Sicherheitsausgaben der Logistikdienstleister deutlich steigen. Das führt zu Investitionen, die die Abnehmer, sprich Einkäufer und Händler, ganz sicher auf ihren Transportrechnungen wiederfinden werden (beispielsweise wenn gesetzliche Vorgaben ein 100%iges Container-Screening vorschreiben).
  2. Ein weiterer Dominoeffekt ist, dass sich die Transportzeiten (und Lieferzeiten) erheblich verlängern werden. Denn aufgrund der schärferen Sicherheitsvorkehrungen steigt der Kontrollaufwand an den Logistik-Drehscheiben. Schiffe und Flugzeuge können erst später auslaufen bzw. starten, Großhändler und Endkunden können erst später beliefert werden usw.
  3. Damit nicht genug: Gelingt es nicht, die (sicherheits)politische Situation in besonders gefährdeten Regionen zu befrieden, könnte es zur Verlagerung ganzer Handelsrouten kommen. Entwickelt sich das Horn von Afrika beispielsweise für Handelsschiffe zur Nogo- Area, bliebe den Asien-Europa-Linien nur noch der wesentlich weitere und wesentlich teuere Umweg über das Kap der Guten Hoffnung von Südafrika.

Stimmt die Richtung noch?

An einem aktiven Risikomanagement führt deshalb auch bei den Lieferketten kein Weg mehr vorbei. Nur so können Sie wirtschaftliche und politische Gefahren erkennen, ihre Eintrittswahrscheinlichkeit analysieren und die entsprechenden Gegenmaßnahmen einleiten.
Für Ihre Analyse empfehlen sich sowohl individuell aufgestellte Prüfkataloge, anhand derer Sie alle relevanten Eckdaten der Lieferketten, der Lieferwege, des Lieferantenlandes und besonders der potenziell gefährdeten Regionen abfragen, als auch kostenpflichtige Ratings von Fremdfirmen (z. B. Banken).
5 mögliche Fragen wären beispielsweise:

  1. Sind wir von einer einzigen Lieferquelle abhängig (können wir Single Sourcing vermeiden)?
  2. Wie genau kennen wir die Lieferquellen und Transportwege unseres Zulieferers (kauft er im Ausland ein)?
  3. Müssen wir selbst im Ausland einkaufen (welche Alternativen gibt es)?
  4. Über welche Ressourcen verfügen wir (personell, zeitlich)?
  5. Entspricht unser Sicherheits-/Länder- Knowhow der aktuellen Lage (Hilfen/ Schulungen nötig)?

Es muss nicht immer Asien sein

Jenseits von China & Co. liegen mindestens ebenso wichtige Beschaffungsmärkte, die angesichts der neuen Supply- Chain-Bedrohungen auch für Sie interessant (und bezahlbar) sein dürften. Denn neben den klassischen Kosten- und Qualitätsaspekten einer Beschaffung wird in Zukunft vermehrt auch die politische Stabilität eines Landes oder einer Region eine entscheidende Kalkulationsgröße werden.

Schweiz: So sicher wie in Abrahams Schoß

Nach Meinung des Wirtschaftsinformationsdienstleisters Dun & Bradstreet (D&B) ist die Schweiz das wirtschaftlich und politisch stabilste Land der Welt. Im vergangenen Jahr wuchs die dortige Wirtschaft um 2,7 %.

  • Plus: Nähe zum deutschen Markt. Breites Spektrum an Hightech-Produkten. Sichere Frachtwege und niedrige Frachtkosten. Entwickelte Infrastruktur sowie durchweg hohe Qualitäts- und Rechtsstandards.
  • Minus: Der dauerstarke Schweizer Franken macht das Einkaufen teuer. Außerdem lässt die Wachstumsdynamik der Eidgenossen nach (2011: 1,9 %, geschätzt).

Polen: Der Globalisierungsgewinner

In Osteuropa hat sich Polen zu Deutschlands wichtigstem Handelspartner gemausert (noch vor Russland). Im 2. Halbjahr 2010 legten Polens Ausfuhren nach Deutschland um 22,8 % auf 13,5 Milliarden Euro zu. Einkäufer fragen besonders Güter aus den Bereichen Maschinenund Fahrzeugbau sowie Chemie nach.

  • Plus: Nähe zum deutschen Markt. Niedrige Frachtkosten. Hohes Modernisierungstempo der Unternehmen. Gut qualifizierte und noch immer relativ geringe Lohnkosten. Günstiger Wechselkurs Euro-Zloty.
  • Minus: Nicht ganz so sichere Frachtwege (auf Rastplätzen werden immer wieder ganze Lkw-Ladungen gekapert). Hightech-Produkte sind vielfach erst im Aufbau. Ein enormer Nachholbedarf in der Energie- und Verkehrsinfrastruktur hemmt Handel und Wirtschaftsdynamik. Bei einer Fläche von 313.000 qkm verfügt das wichtige Transitland beispielsweise nur über gut 850 km Autobahn, im Vergleich Deutschland (360.000 qkm): rund 13.000 km.

Praxis-Tipp: Kontaktieren Sie die polnische Auslandshandelskammer.

Türkei: Orientalische Paschas haben ausgedient

In den Chefetagen sitzen immer häufiger Manager, die in den USA oder Europa studiert haben – und immer mehr Frauen! Deutschland ist seit Jahren der mit Abstand wichtigste Abnehmer von türkischen Produkten. Allen voran Textilien und Bekleidung (rund 40 %), gefolgt von Autos und Autoteilen.

  • Plus: Fortschreitende Modernisierung der gesamten Wirtschaft, besonders in den Sonderwirtschaftszonen. Hohe Motivation und Qualifikation der türkischen Arbeitnehmer.
  • Minus: Noch immer große Lücken in der Infrastruktur, vor allem beim Ausbau des Schienennetzes, bei der Energieversorgung und bei der Telekommunikation. Gewöhnungsbedürftige Verhandlungspraktiken, bei der allzu schnell Geschäftliches und Persönliches ineinanderfließen. Abschlüsse brauchen viel Zeit und werden von türkischer Seite gern nachverhandelt. Trotz aller Fortschritte kann die Türkei nicht unbedingt als stabiles Land bezeichnet werden. Besonders im Südosten ist die Gefahr von Terroranschlägen der kurdischen PKK-Rebellen unverändert hoch. Inzwischen richten sie sich nicht nur gegen Einrichtungen von Staat und Regierung, sondern auch gegen ausländische, besonders westliche, Firmenniederlassungen und Dependancen.
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