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Green Procurement: CO2-Ausstoß beim Warentransport

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Von coupling,

5. Teil: Verkehrsträgertypen und Primärenergiebilanz Auf welchen Transportwegen erreicht Sie bestellte Ware, und auf welchen Wegen versenden Sie an Ihre Kunden? Ermitteln Sie einmal die verschiedenen Ladungsträger und deren zu überbrückende Entfernungen vom Lieferanten zu Ihnen bzw. von Ihnen zum Kunden. Bisher hat niemand behauptet, dass das leicht sei - es ist aber sinnvoll, diese Infos aufzubereiten, um im Hinblick auf das Thema Green Procurement und Green Logistics aussagefähig zu sein.

Damit Sie in diesem Thema mehr Sicherheit in der Argumentation für andere Verkehrsträger haben, können Sie z. B. das im Internet frei verwendbare Tool Eco- TransIT nutzen ( www.ecotransit.org/ example.de.phtml ). Das ist eine Plattform des Instituts für Energie und Umweltforschung (Ifeu) und der Rail Management Consultants GmbH sowie verschiedener Europäischen Eisenbahngesellschaften. Dort können Sie sich (bezogen auf die gefahrenen Strecken, das Volumen und die Verkehrsträgertypen) eine Primärenergiebilanz und eine CO2-Bilanz erstellen.

Diese Berechnung kann schon ziemlich detailliert sein, da die wesentlichen Faktoren abgefragt werden, wie zum Beispiel Versandort, Empfangsort, Gewicht und Verkehrsträger. Danach geben Sie noch für die Verkehrsträger die Transportart (z. B. 40 t beim LKW oder mittellanger Zug bei der Bahn) und die Schadstoffklasse (z. B. Euro 4 beim LKW oder Elektro beim Zug) an sowie den Belastungsgrad in Prozent und den Leerfahrtenanteil. Falls bekannt, können Sie auch die Anzahl der Umladepunkte definieren. Das Gewicht wird dann noch nach schwer/ mittel/leicht klassifiziert, bevor Sie sich schließlich nach Angabe der zu berechnenden Energieeinheit das Ergebnis errechnen und grafisch darstellen lassen können.

Beispielabbildung: Das Ergebnis wird in Form von Balkendiagrammen und Tabellen dargestellt. Bei der Berechnung eines intermodalen Transfers zeigt die letzte Anzeigeoption „Distanzen“ die jeweilige Länge der von den verschiedenen Verkehrsmitteln zurückgelegten Strecken an.

Beachten Sie dabei jedoch, dass es sich um Durchschnittswerte handelt, die durch individuelles Fahrverhalten (z. B. beim LKW) in der Realität durchaus anders aussehen können. Falls das bei Ihnen der Fall ist, sehen Sie es als Anhaltspunkt, Ihr möglicherweise veraltetes Equipment oder auch das Fahrpersonal einmal unter die „grüne Lupe“ zu nehmen.

Viele Unternehmen gehen aktuell dazu über, in ihrer Fahrzeugflotte kleinere PKWs mit geringerem CO2-Ausstoß zu fahren als bisher (fragen Sie dazu einmal Ihren PKW-Verkaufspartner). Ob das nun an der allgemeinen wirtschaftlichen Situation und dem damit verbundenen Kostensenkungsdruck liegt oder ob man der Green-Logistics-Verpflichtung nachkommen möchte, ist hierbei egal, denn es kommt ja sowohl dem Geldbeutel als auch der Umwelt zugute.

Diejenigen, die auf ihren Luxus-PKW der Oberklasse nicht verzichten wollen, können zwar schon auf Modelle von Mercedes (S400 Hybrid) oder im nächsten Jahr BMW (die 7er-Reihe) umsteigen, müssen sich allerdings noch etwas gedulden, um eine breite Palette an sparsamen Modellen verschiedener Marken vorzufinden. Mittlerweile arbeitet jedoch jeder Autobauer an sparsamen Konzepten. Achten Sie dabei jedoch nicht nur auf CO2, sondern auch auf Werte wie CO und NOx, um wirklich umweltgerecht zu fahren.

Auf den folgenden Internetseiten können Sie sich ein Bild über die aktuellen „grünen“ PKW-Modelle und die verschiedenen Techniken (wie z. B. Hybrid, Elektroauto, Brennstoffzelle, Wasserstoff, Erdgas, Biodiesel, Solarantrieb, Batterie) machen:

Deutlicher wird der Spargedanke allerdings in Bezug auf LKWs und LKWTransporte. In diesem Bereich beschäftigen sich die Hersteller bereits seit Jahren mit verschiedensten Ansätzen, um auch noch den letzten Liter einzusparen. (Darüber haben wir bereits in der Ausgabe September 2008 im Zusammenhang mit Sprit sparenden Methoden berichtet.)

Überprüfen Sie Ihre Fahrzeuge oder die, mit denen Ihre Lieferanten anliefern, auf folgende Punkte, um eventuell noch zusätzliches Sparpotenzial herauszufinden:

  • Aerodynamik des Fahrzeugs: Außenspiegel / Spoiler (Dach-, Seiten-, Heckspoiler) => (Verbrauch minus 10 bis 16 % möglich)

 

  • Reifen (Abrieb, Luftdruck, Zwillingsreifen vs. Einzelbereifung), alles zusammen bis zu 5 % Kraftstoffersparnis
  • Telematik zum Auswerten der Fahrweise und zum Umrouten während der Fahrt (Optimierung der Wegstrecke)
  • besondere Getriebeformen und Einstellungen für die optimale Nutzung des Motors (z. B. TipMatic bei MAN)
  • Nutzung/Umwandlung der Bremsenergie
  • Gewicht (z. B. beim Chassis und Alu-Räder)


Neben der Bahn und den LKW-Transporten sollten Sie sich in Sachen Warentransporte auch mit der Schifffahrt beschäftigen.

So liest man immer häufiger, dass die Seetransporte länger dauern. Ein Grund dafür ist auch die Kostenoptimierung - denn Geschwindigkeitsreduzierung bedeutet Kraftstoffreduzierung und somit Einsparungen. Außerdem reduzieren sich darüber hinaus auch die Schadstoffemissionen.

Auch alte Techniken in neuen Anwendungen werden zu den Rennern bei der Kraftstoffeinsparung. So hat das Hamburger Unternehmen SkySails schon 2001 mit der Entwicklung von Zugdrachen- Antriebssystemen begonnen, bevor in den Jahren 2006 und 2007 die Umsetzung in der Praxis erfolgte. Heute bietet SkySails Zugdrachen-Antriebssysteme mit einer Zugkraft von 8 bis 16 Tonnen für Frachtschiffe an. 8 Tonnen entsprechen in Abhängigkeit von den Schiffseigenschaften durchschnittlich ca. 600 bis 1.000 kW installierter Maschinenleistung. Nach Einschätzung von SkySails könnten durch den konsequenten weltweiten Einsatz von SkySails-Systemen über 150 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden.

Von dieser Technik werden wir wahrscheinlich in Zukunft noch eine Menge hören. Denn SkySails plant den Ausbau dieser innovativen Technik.

Mehr Informationen hierzu finden Sie unter www.skysails.info/deutsch/ .

Die Binnenschifffahrt ist als Alternative zum LKW oder der Bahn grundsätzlich nicht uninteressant, da die Kosten durchaus wettbewerbsfähig sein können. Welche Transportvariante die sinnvollste ist, hängt vom Transportgut und der Dringlichkeit des Bedarfs ab.

Es geht demnach immer darum, nach der optimalen Transportmethode oder, besser noch, nach einer Kombination verschiedener Methoden im Verhältnis Zeit - Kosten - Emissionen zu suchen.
www.co2-emissionen-vergleichen.de/Lebensmittel/Transport/CO2-Transport-Lebensmittel.html

Anhand dieser Tabelle bekommen Sie einen schönen Überblick - vergessen Sie jedoch bitte nicht, dass es sich hierbei nur um den CO2-Ausstoß handelt. Wollen Sie tatsächlich grüne Logistik, dann kommen Sie nicht umhin, auch noch andere Emissionen wie z. B. CO, SOx oder NOx in Betracht zu ziehen. Kombinieren Sie die Transportarten, wenn möglich, denn dadurch können Sie ein Optimum an Kostenreduzierung und CO2-Ausstoß generieren.

Praxis-Tipp: Transportieren Sie von Deutschland über Frankreich nach z. B. Spanien, kann es durchaus möglich sein, dass ein multimodaler Transport (in diesem Fall LKW plus Eisenbahn) sinnvoll ist. Hierdurch können Sie die Ware kostengünstiger, CO2 sparender und unter bestimmten Rahmenbedingungen sogar schneller an den Zielort bringen, da Sie z. B. bei einem Hauptlauf mit der Bahn nicht an die Lenkund Ruhezeiten oder an LKW-Fahrverbote gebunden sind.

Bedenken Sie, dass nicht jeder Anbieter, der „Green“ verspricht, auch so handelt. Es gibt so manches innovative mittelständische Logistikunternehmen, das sich allein aufgrund seiner Kostenoptimierungsbemühungen um Einsparungen beim Kraftstoff und damit auch bei den Emissionen vorbildlich verhält, nur mit dem kleinen Unterschied, dass dieses Unternehmen vielleicht noch kein Nachhaltigkeitsmarketing betreibt.

Was ein Öko- oder Grünes Label verspricht, erfahren Sie in einer der folgenden Ausgaben.

Autor: Holger Thrun, Leiter Supply Chain Management,
Kontakt: hthrun@web.de

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